Geschüttelter Martini, Magnetuhren und waghalsige Stunts: James Bond eignet sich hervorragend als Forschungsgegenstand für Wissenschaftler. Nicht nur, wie man meinen könnte, für Film- und Fernsehwissenschaftler, sondern auch für Physiker.
An der TU Dortmund können Physikstudenten in den Vorlesungen ihres Professors die Stunts und Phänomene in den James Bond Filmen auf ihre Plausibilität untersuchen: Warum mag 007 den Martini lieber geschüttelt als gerührt? Einfache physikalische Erklärung: Beim Schütteln gelangen die Alkoholmoleküle näher unter die Oberfläche des Getränks, was natürlich wichtig ist, wenn man, wie 007, nur ein lässiges Schlückchen zu sich nimmt. Auch das Ablenken einer Pistolenkugel mit einer Magnetuhr, sowie zahlreiche Stunts auf dem Wasser und in der Luft werden von den Studenten und ihrem filmbegeisterten Professor wissenschaftlich untersucht.
Aber nicht nur James Bond, sondern auch Star Trek und Titanic wurden in anderen Vorlesungen auf ihre wissenschaftliche Richtigkeit untersucht. Da könnte man selbst als Physik-Laie plötzlich Interesse an der Physik bekommen. Interessant wäre zum Beispiel, ob die Tür, auf die sich Rose in der Schlußszene von Titanic retten konnte, tatsächlich untergegangen wäre, wenn sie sich zu zweit auf sie gesetzt hätten. Fläche der Tür berechnen, ungefähres Körpergewicht der beiden Turteltauben…so was müsste doch möglich sein. Aber vielleicht würde James Cameron dann etwas blöd aus der Wäsche gucken, wenn sein Protagonist in der dramatischen Situation hätte überleben können. Vielleicht fürchten also Filmproduzenten die Physik bald genauso, wie der Vatikan die Evolutionstheoretiker – wer weiß.



22. Februar 2009 at 00:45
Laut dieser Quelle ist die Martinifrage genau umgekehrt zu beantworten:
http://www.uni-heidelberg.de/presse/news05/2502stunt.html
Die Geschmacksmoleküle sind in Obeflächennähe, die Alkoholmoleküle befinden sich in Nähe des Glasbodens.