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lernen-in-der-naturDie Bologna-Reform ist in aller Munde und treibt in der bundesweiten Bildungsstreikwoche über 70.000 Menschen auf die Straße. Passend zur derzeitigen Debatte über bessere Bildung und Studienbedingungen, veröffentlicht nun die FernUniversität Hagen ihre Ergebnisse einer Umfrage im vergangenen WS 09/10 zur Umsetzung der Bologna-Prozesse. Und diese zeigt, dass die befragten Bachelor- und Masterstudierenden (ab dem dritten Semester) durchaus hinter dem Konzept stehen.

Zwei Drittel der befragten Studenten nennen, dass sie mit der Betreuung sehr zufrieden sind. Grund hierfür ist z.B., dass bereits 2006 feste Vorgaben für die Modularisierung gemacht wurden, um so Probleme bei der Leistungsbeurteilung und Prüfungsorganisation zu verhindern. Im Hinblick auf die Tatsache, dass 86 Prozent der Befragten berufstätig sind, ermöglicht die verkürzte Studienzeit zudem einen schnelleren Studienabschluss und die Fernstudenten geben an, dass die Studienbedingungen gut zu ihren persönlichen Lebensumständen passen.

Allerdings war die Beteiligung mit 12 Prozent eher gering und zeugt für ein minimales Interesse an der derzeitigen Diskussion. Knapp die Hälfte der befragten Fernstudenten macht die Angabe, die Kritik als überhaupt nicht oder nur bedingt berechtigt zu empfinden. Hinsichtlich der Leistungsanforderungen geht die Meinung von Präsenz- und Fernstudenten ebenfalls auseinander. Letztere gaben in der Befragung an, dass es weder zu viele noch zu schwere Prüfungen gibt.

"Normale Studenten" werden nicht nur bei dieser Aussage die Nase rümpfen und sich fragen, ob nicht entscheidende Unterschiede zwischen Fern- und Präsenzuniversität liegen. Kaum ein Fernstudent wird Erfahrungen damit gemacht haben, wie es ist, in einem überfüllten und stickigem Raum die klausurrelevanten Wortfetzen des Profs mitzuschreiben, der die ganze Zeit gegen das allgegenwärtige Gemurmel anschreit. Auch wird er nie aus einem Kurs rausgeflogen sein, weil zu viele Studenten nicht nur die Fluchtwege blockieren, sondern auch die Prüfungskapazitäten sprengen. Hier gilt in der Regel: Alter vor Schönheit! Um älteren Semestern endlich Zutritt zu den letzten Prüfungen zu gewähren, müssen die Jüngeren noch mal eine Ehrenrunde drehen. Wen wundert es daher, dass Regelstudienzeiten kaum einzuhalten sind und der Traum von einem schnellen Studienabschluss, bereits nach wenigen Semestern, in weite Ferne rückt.

Mein Fazit lautet an dieser Stelle: Entweder studieren wir demnächst alle voller Selbstdisziplin von zu Hause aus oder man sieht sich demnächst wieder auf der Straße, um unserer Stimme Gehör zu verleihen!



 

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Ja, ich weiß, überall wird darüber berichtet ...













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