Hallo, ich bin es wieder, Gaby, die Oma in spe. Nein, es ist mir eigentlich nicht zum Scherzen zumute. Seit der „Nachwuchs“-Beichte unseres Sohnes Max, auf die mein Mann Alex und ich zugegebenermaßen sehr unterschiedlich reagierten, sind einige Tage vergangen.
Das einzige Wort, was Alex bisher über die Lippen brachte, war „Glückwunsch!“ und dies gerichtet an unseren Sohn Max, der seitdem leicht betrübt und ungewöhnlich kleinlaut durchs Haus schleicht. Monika saß in letzter Zeit oft bleich, mit rot verweinten Augen unter einem der kleinen Apfelbäume in unserem Garten und starrte dumpf vor sich hin. Ihr Gesicht erhellte sich erst, wenn Max sich zu ihr gesellte und sie beide eng umschlungen am Fuße des Apfelbäumchens miteinander flüsterten. Ich habe meinen Sohn, der sich rührend um seine Freundin bemüht, noch nie so „erwachsen“ erlebt.
Aber was erwarten die beiden von uns, von Alex und mir? Ehrlich gesagt, momentan weiß ich noch nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Die letzten Tage waren für mich geprägt von Ratlosigkeit, Unverständnis und aufkeimender Wut. Mich ärgert es jedenfalls maßlos, wie man so unbedacht seine berufliche Zukunft aufs Spiel setzen kann. Ein Kind verändert alles. Oder dachten die beiden am Ende an eine „Tagesoma?“
Doch wie sollte dies gehen über die Entfernung von ca. 200 km hinweg? Studienplatzwechsel? Abbruch des Studiums?


