Es vergeht kein Tag, an dem es nicht irgendeinen Bericht über Studiengebühren und deren Auswirkungen auf das Studentenleben gibt und wenn doch, dann kann man ziemlich sicher sein, dass es zumindest etwas neues (meist negatives) zu den neuen Bachelor Studiengängen gibt. Jetzt geht es zur Abwechslung mal wieder um die zu große Belastung von Bachelor Studenten. Zu viel Studieninhalte in zu kurzer Zeit, daraus folgen zu viele Prüfungen und das wiederum macht viele Studenten krank. Das geht dann so weit, dass viele unter Depressionen und Angstzuständen leiden, die es den Betroffenen sogar unmöglich machen zu lernen.
Und jetzt so langsam geht mir das ständige "Geheule" doch so ziemlich auf die Nerven. Sicherlich gibt es die zusätzliche finanzielle Bealstung durch die Studiengebühren und auch die neuen Studienordnungen mögen in ihrer Form etwas straffer sein als die alten, aber ich kenne wirklich keinen Bachelor Studenten (und ich kenne einige), dem es schlechter geht, als anderen. Und sorry, aber wer mit dem Druck an einer Uni nicht zurecht kommt, für den ist das ganze dann halt nichts und derjenige sollte sich dann vielleicht etwas anderes suchen.
Man kann halt nicht immer alle in Watte packen und heiße Luft in den Hintern blasen. Student zu sein bedeutet halt nicht (mehr) nur lange zu schlafen, Partys zu feiern und in vier Semestern vielleicht 2 Klausuren zu schreiben. Vielleicht sollten sich das einige mal bewusst machen, bevor sie ihr Bachelor Studium beginnen bzw. während des Studiums mal öfter vor Augen halten.
Es hat sich halt alles ein bisschen geändert und jetzt sollte man langsam mal anfangen sich damit abzufinden.



27. Februar 2009 at 05:00
So höhnisch kann doch nur wer schreiben, der nicht selbst damit belastet ist. Wenn es bei den Studiengebühren von 500 € bliebe, aber es kommen ja noch weitere Gebühren hinzu, dass es annähernd 700 € sind.
Wer nun 2 studierende Kinder hat, der darf das Doppelte abliefern und so geht es uns. Unberücksichtigt bei den Steuern, wo es nicht mal als Belastung anerkannt wird. Somit hat man Studiengebühren x 2 und Miete x 2 und Unterhalt x 2 - das summiert sich ins Unendliche. Jobbt das Kind und verdient im Jahr mehr als erlaubt, wobei das schon sehr grenzwertig ist, (was kann ein Student schon viel arbeiten neben seinem Studium), dann bekommen die Eltern gleich kein Kindergeld mehr, was im Verhältnis zu diesen abgepressten Kosten eh nur noch ein Witz ist.
Meiner Meinung sollten Studiengebühren wieder abgeschafft werden. Lehrlinge gehen in den Betrieben arbeiten, werden ausgebildet und erhalten dafür noch einen Lohn.
Studierende und Eltern werden somit ausgenommen, wie es ungerechter nicht sein kann. Es ist schon nicht leicht, die Kinder während dem Studium zu verhalten, so hauen die Studiengebühren erst richtig rein, das ist entwürdigend und raubt die freie Entfaltung, wenn man nur noch an das Geld denken muß.
Die Eltern werden über Gebühr belastet. Wir waren z.B. schon 10 Jahre nicht mehr im Urlaub, da wir auch noch andre Belastungen haben. Es zehrt sehr und belastet auch die Kinder, wenn sie sehen, wie die sehr Eltern zur Kasse gebeten werden und sich selbst nichts mehr leisten und erlauben können!
Es nimmt die Emotion zum Lernen und verleidet und verhindert Vielen, überhaupt zu studieren.
MfG
27. Februar 2009 at 12:01
Hallo Christa,
ganz im Gegenteil. Rund die Hälfte meines Studiums habe ich Studiengebühren und den eigentlichen Semester Beitrag zahlen müssen.
Es ging mir auch nicht darum höhnisch zu sein, ich finde einfach, dass jeder der jetzt sein Studium beginnt, einfach wissen muss, worauf er (oder sie) sich einlässt. Das betrifft die Gebühren genauso, wie die zusätzliche Belastung durch neue Studiengänge.
Wer studieren will, muss halt eine Lösung für sich finden. Ich selber bin 20 Std. in der Woche arbeiten gegangen (in den Semesterferien auch mehr), um mir mein Studium zu finanzieren und finanziell unabhängig zu sein. Alles nicht ganz so leicht, aber es ist machbar (klar ist man zeitweise sehr eingeschränkt). Sparkassen und Banken bieten zudem Studenten-Darlehen an, die man auch nutzen kann.
Wie auch immer, es soll nicht der Eindruck entstehen, dass ich die Studiengebühren verteidigen will. Auf keinen Fall! Ich wollte mit meinem Eintrag auch niemandem (Familien bzw. Eltern) zu nahe treten. Es gibt sie aber jetzt halt und man muss irgendwie damit zurecht kommen.
Und wer weiß, vielleicht geschieht ja doch ein Wunder und Du und Deine Familie werden in Zukunft wieder etwas entlastet. Wäre sicher für alle das Beste.
Gruß
Stefan
27. Februar 2009 at 13:05
Also ich kann diesen Druck gut verstehen, auch wenn ich selbst kein Bachelor-Student bin. Ich studiere noch auf Diplom und beneide die Bachelor-Studenten, die das gleiche in viel kürzerer Zeit machen müssen, echt nicht! Ich kann den armen Bachelor-Studis da nur sagen, dass sie durchhalten sollen und das schon irgendwie schaffen werden!
3. März 2009 at 20:45
Hallo Stefan,
auch ich würde gerne etwas loswerden. Studierst du auf Bachelor oder noch Diplom? Sicherlich sind nicht alle Bachelorstudiengänge hart, aber deine Aussage kannst du nicht verallgemeinern. Ich studiere im 3. Semester Biologie und hatte seitdem noch kein einziges Mal richtig Ferien. In diesen 3 Semestern mussten wir 10 Praktika machen, die Hälfte davon in der vorlesungsfreien Zeit. In diesem Semester haben wir 6 Klausuren, 2 davon während der Vorlesungszeit und die anderen 4 in der Vorlesungsfreien. Hinzu kommen Praktika A 2 Wochen, also insgesamt 4 Wochen. Das erste haben wir zu Beginn der Vorlesungsfreien Zeit, und müssen nebenher noch Protokolle schreiben, uns auf den nächsten Tag vorbereiten, da wir zwei h abgefragt werden und unter Umständen rausgeschmissen werden(ist schon passiert) und für die Klausuren lernen. Da man allerdings bis halb zwei Uhr Nachts an Protokollen und Vorbereiten sitzt, bleibt keine Zeit mehr zum lernen. Folge: Die Klausur muss nach hinten geschoben werden. Am zweiten Termin fängt allerdings schon das zweite Praktikum und man kann wieder nicht lernen und so weiter… . Das ganze zieht sich bis zum Semesterende, sodass man erst an Ostern mit allem fertig ist und genau ein wochenende frei hat. Darauf die Woche, also bereits im nächsten Semester, haben wir 3 Praktika pro Woche + Protokolle schreiben+ Vorbereiten+Vorlesungen+Klausur lernen und das Spiel geht von neuem los. Man steht ständig unter Druck, da jede Note zählt. Wenn man sowas selber nicht durchmacht, hat man meiner Meinung nach auch nicht die nötigen Voraussetzungen dies beurteilen zu können. Wenn du das Leben nennst, dann frag ich mich wirklich was Leben bedeutet. Und nein, man weiss vorher nicht worauf man sich einlässt. Die Sache ist, dass es zum einen viel zu wenige Informationsquellen in der Hinsicht gibt, bzw. diese erläutern dann zwar den Inhalt des Studiums, geben aber keinen Vergleich zum Diplomstudium wieder, warum auch?? und dass man sich bei der Studienplatzssuche natürlich nicht darüber informiert, da es generell ja eh nur noch Bachelorstudiengänge gibt und dies daher nicht als Auswahlkriterium für’s Studium zur Debatte steht. Fakt ist also, wenn man studieren will, bleibt einem gar nix anderes übrig also auf Bachelor zu studieren!!! Man hat einfach überhaupt keine Motivation, da in dem ganzen Stress kein Ende zu sehen ist. Der Sache mit dem Leistungsdruck müsstest du mir ja eigentlich zumindest zustimmen. Denn im Bachelorstudiengang zählt jede Note und im Diplomer nicht, was Tatsache ist!!
Trotzdem natürlich liebe Grüße,
Britta
4. März 2009 at 16:15
Hallo Britta,
ich bin von den Bachelor Studiengängen “verschont” geblieben.
)
Das die Bachelor Studiengänge leicht sind sage ich doch auch gar nicht (Biologie ist wahrscheinlich sogar einer der besonders arbeitsintensiven). Alles was ich mit meinem Eintrag ausdrücken wollte war, dass es niemandem etwas nützt, sich ständig zu beschweren (auch wenn es dafür vielleicht gute Gründe gibt). Weil wie du schon sagst, wenn man studieren will, bleibt einem nichts anderes übrig.
Was das “darauf einlassen” betrifft … Da finde ich schon, dass mittlerweile jedem klar sein müsste, wie sich das eigene Leben nach dem Start eines Bachelor Studiums verändert.
Ich glaube einfach, dass viele das noch immer etwas unterschätzen.
Das mit dem Leistungsdruck glaube ich Dir einfach mal, wobei das bei jedem wahrscheinlich etwas unterschiedlich ist, was den Umgang damit betrifft. Ich meine damit, das einige sich generell einen grösseren Druck machen, als andere. Aber klar, dass die einzelnen Klausuren wichtiger für Bachelor Studenten sind, als für Studenten anderer Studiengänge. Da stimme ich Dir zu.
Naja, auch wenn wir nicht völlig einer Meinung sind, hoffe ich natürlich mal, dass du trozdem gut durch Dein Studium kommst (vielleicht mit ein paar freien Tagen zwischendurch
Viele Grüsse zurück
Stefan
18. März 2009 at 00:12
es kann sich wirklich nur jemand über das “gejammer der bachelor-studenten” aufregen, der nicht unter solchen bedingungen studieren musste. um es mal mit dieter nuhr zu sagen: “wenn man keine ahnung hat, einfach mal die fresse halten!” sorry, aber ich rege mich gerade ein wenig auf.
glaub mir, es macht weiß gott keine freude, in einem unorganisierten studiengang zu stecken, der während meiner studienzeit (bin im 4. semester, informatik) schon die 3. prüfungsordnung bekommen hat und immer noch workloaderhebungen abgehalten werden, um zitat: “den studiengang studierbarer zu machen und die creditpunkte-verteilung der tatsächlichen arbeitsbelastung anzupassen”.
da wurde nämlich mal eben ein diplomstudiengang (regelzeit 10 sem.) auf 6 semester zusammengestaucht, um irgendwie gerade mal eben die bologna-akkreditierung zu bekommen. de facto heisst das, dass wir weniger wahlpflichtfächer zur auswahl haben, dafür aber unsere kostbare zeit mit sinnfreien softskill-fächern verschwenden müssen und im endeffekt (abzüglich einiger weniger fächer & praktika) nahezu den selben stoff wie die diplomer bewältigen müssen. und das unter immensem leistungs- und zeitdruck - der übrigens nicht nur subjektives empfinden sein kann, denn sonst würden nicht sämtliche meiner bachelor-kommilitonen darüber jammern. herzlichen glückwunsch, wer da nicht irgendwann kurz vorm zusammenbruch steht! wenn wenigstens ein sinn hinter dem ganzen zu erkennen wäre, würde ich mich ja gar nicht so aufregen, aber der ganze bologna-prozess läuft völlig am zweck vorbei. bessere vergleichbarkeit der leistungen innerhalb europas, dass ich nicht lache - in wirklichkeit hat man schwierigkeiten, sich an verschiedenen hochschulen innerhalb einer stadt die erbrachten leistungen des selben bachelorstudiengangs anerkennen zu lassen!
wer nebenher arbeiten muss, um gebühren und lebensunterhalt zu bestreiten, hat so gut wie verloren.
neben den unsummen an studiengebühren, von denen die hochschulen oft nicht mal wissen, wofür sie das ganze geld ausgeben sollen, hat das ganze noch den schönen effekt, dass so gremienarbeit und studentische mitbestimmung wirksam verhindert wird: es wollen sich immer weniger studenten leisten, nebenher im asta, studierendenparlament oder in den fachschaften mitzuarbeiten, um nicht den straffen zeitplänen hinterherzuhinken… ein schelm, wer böses dabei denkt. ein dreifaches hoch auf die hrk und die sonstigen idioten, die den bologna-prozess verbrochen haben!
18. März 2009 at 00:19
sorry, die regelzeit für diplomer beträgt/betrug 9 semester inkl. praxissemester & diplomarbeit… macht unseren bachelor-studiengang aber auch nicht besser
27. März 2009 at 16:08
hallo zusammen, ich habe zwar keine richtigen vergleiche zu den diplomstudiengängen aber ich kann nur sagen dass das bachelorstudium einen milde gesagt 200% einnimmt. Ich studiere Wirtschaftswissenschaften und bin kein Faultier und auch keine Partykanone. Ich stecke neben meinem kleinen Nebenjob auf den ich leider aus finanziellen Gründen nicht verzichten kann, sämtliche Zeit die ich habe ins Studium.
Das Problem ist, dass Leute die nicht mit einem fotographischen Gedächniss oder ähnlichen Fähigkeiten gesegnet wurden ganz schnell an ihre Grenzen stoßen. Durch die Fülle der vorgegebenen Leistungsanforderungen ist selbst mit halbwegs guten Zeitmanagement kaum sowas wie Freizeit herauszuschlagen. Des weiteren ist es kaum möglich mal nicht eine Prüfung zu schieben, und daraus wird dann eine Lawine, die dafür sorgt, dass immer weniger BachelorStudenten ihren Abschluss in der Regelstudienzeit hinbekommen. Vergleichbarkeit hin und her, ich finde man kann nicht einfach mal darauf los reformieren und ein paar Jahrgänge als Versuchkaninchen benutzen um eine humane Dosis für das neue Studiensystem zu finden. Ich bedaure sehr dass ich 1-2 Jährchen zu spät angefangen habe und nicht mehr in den “Genuss” des Diploms kommen konnte. …jetzt heißt es einfach mal durchbeißen und nicht aufgeben.
3. Mai 2009 at 11:58
Hi,
auch ich kann mich über einige “Behauptungen” echt nur aufregen!!
Ich studiere Ingenieurwesen für Energietechnik und kann zu 100% sagen dass dieser Bachelor ein Reinfall ist. Praktikas werden ja gern in die Vorlesungsfreie Zeit gelegt, in der eigentlich schon für Klausuren gelernt werden müsste, und der Rest vom Stoff muss ja irgendwie auch noch gelernt werden. Also im groß und ganzen habe ich incl. meines Nebenjobs, den ich abends noch bewältigen muss, so ziemlich keine Zeit für garnix mehr. Man muss sich doch nur mal die Notendurchschnitte ansehen!!!die sind an vielen Fh´s sowas von in den Keller gesunken weil man einfach nur noch für Klausuren lernen kann!!!!
Und das hat meiner Meinung nix damit zu tun das man ein “Jammerlappen” ist oder vorher sich nicht damit auseinandergesetzt hätte…..ich glaube auch nicht dass Sinn des Studiums ist, Studenten möglichst 24 Stunden am Schreibtisch zu binden damit man möglichst schnell den Studiengang abschliessen kann egal um welchen Preis. Ich gehe ehrlich gesagt so ziemlich überhauptnicht raus Feiern noch bin ich faul oder unmotiviert….mal ganz ehrlich ich lerne nach fast 9 Stunden Uni ( und die habe ich fast jeden Tag!!! )immer mindestens noch 3 Stunden nach….Nacharbeiten usw. … Dinge die man einfach machen muss um in dem Stoff zu bleiben und Klausuren bestehen zu können….und selbst dass bringt nix weil man mit Praktikas zeitlich so noch belastet wird dass man irgendwann an dem Punkt ist und Klausuren schieben muss weil es ZEITLICH nicht möglich ist……man sollte sich überlegen ob man , zumindest in meinem Fall, gute Ingenieure oder schnelle Ingenieure haben will……
Ich meine irgendwann wird man ja die Quittung dafür bekommen Studenten in so kurzer Zeit solche Unmengen an Stoff zuzumuten….der gute Schnitt fällt immer weiter in den Keller…..naja und dann steht man vor dem Problem Master…..versuch mit nem 3 - 4 er Durschnitt dich für den MAster zu bewerben….
28. Juli 2011 at 22:02
Why I’d have to be superman…
In „I’m no superman“ wies ich auf eine problematische Dreiecksbeziehung hin, die nichts mit dem Postboten zu tun hat, sondern viel mehr mit akademischen Berufen. Es geht um die Unzulänglichkeiten des Bachelors, die sich meiner Meinung…