Immer mehr Studenten entscheiden sich für Hochschulen in Ostdeutschland. Auch solche, die ursprünglich aus dem Westen Deutschlands kommen. So lässt sich schon seit 2008 eine deutliche Zunahme westdeutscher Studenten an ostdeutschen Hochschulen beobachten. Seit 2010 beginnen sogar mehr westdeutsche Abiturienten ein Studium im Osten als umgekehrt.
Trotzdem muss weiterhin sehr stark für Hochschulen in Ostdeutschland geworben werden, da es dort immer weniger Abiturienten gibt. In den Kampagnen werden Vorteile wie moderne Gebäude, geringe Mietkosten oder gute Betreuung angeführt. Laut einer aktuellen Studie äußert sich dies in einer hohen Zufriedenheit ostdeutscher Studenten. Sie übersteigt sogar die Zufriedenheit an Hochschulen in Westdeutschland. Gefragt wurde in der Studie nach Studieninhalten, Ausstattung oder Verknüpfung von Theorie und Praxis.
Trotz der guten Studienbedingungen ist der Berufseinstieg für ostdeutsche Absolventen wesentlich schwerer als für westdeutsche. Sie benötigen mehr Zeit für die Jobsuche, müssen mehr Bewerbungen schreiben und durchlaufen eine höhere Zahl an Bewerbungsgesprächen. Auch verdienen sie anfangs weniger Geld.
Hauptgrund ist meist die schlechtere Vernetzung von Hochschulen und Wirtschaft in Ostdeutschland, denn an der Qualifikation der Absolventen liegt es nicht. Ostdeutsche und westdeutsche Absolventen werden diesbezüglich von Personalern als gleich gut angesehen. Folglich brauchen ostdeutsche Absolventen zwar länger, um einen Job zu finden, haben aber deswegen keine schlechteren Arbeitsmarkt- und Karrierechancen.


