Studiengebühren hin oder her: Der aktuelle Bildungsbericht für 2010 zeigt, dass in den kommenden 15 Jahren die Zahl der Studienanfänger nicht unter das Level der vergangenen zehn Jahre fallen wird. Heißt soviel wie: Die Unis bleiben vom demographischen Wandel erstmal verschont. Das Ziel des Hochschulpaktes, zusätzliche Studienplätze zur Verfügung zu stellen, wurde aufgrund der stark gestiegenen Studienanfängerzahlen in den letzten beiden Jahren, vorzeitig erreicht.
Der Bildungsbericht gibt außerdem Auskunft über die Studiendauer und den Studienverlauf. Und da zeigt sich, dass die Studienanfängerzahlen und die Absolventenquote weit auseinander klaffen. So stieg die Abbrecherquote 2008 auf 24%. Erstaunlicherweise sank sie hingegen seit 2006 bei den allerseits scharf kritisierten Bachelorstudiengängen von rund 30 auf 25%. Damit näherte sie sich der Abbrecherquote der klassischen Magister und Diplomstudiengängen an.
Ob das jetzt eher ein Grund zu Jubeln ist, weiß ich jetzt nicht. Allerdings finde ich eine Abbrecherquote von 25% nicht gerade wenig und verwundert darüber, dass trotz Studiengebühren es zu einer „Dauerbelastung“ der Unis kommen könnte, bin ich allemal. Ganz sachlich kann man es auch so formulieren wie Dr. Christian Kerst, Mitarbeiter des Bildungsberichts: „Die Studienabbruchergebnisse zeigen, dass die Erhöhung der Studieneffektivität weiterhin eine große Herausforderung bleibt.“ Für diese Erkenntnis hätte auch ein Besuch an der Uni genügt. Auf den nächsten Bildungsbericht kann man also gespannt sein, wie ein Flitzebogen…


