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Für alle die sich dafür interessieren, wie sich Studenten zu Blogs verhalten, gibt es hier Ergebnisse einer Blogstudie. Im letzten Semester haben im Rahmen des Forschungsseminars „Digitale interaktive Medien“ bei Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow fünf Studenten der Uni Paderborn eine Umfrage zum Thema Blogs gestartet. Sie wollten damit dem neuen digitalen Trend der Informationsbeschaffung auf den Grund gehen und erfahren, ob der Paderborner Student ein Vorzeige-Blogleser ist.

Die Befragung fand online über vier Tage statt und ergab am Ende 664 auszuwertende Fragebögen. Die Schwerpunkte lagen bei Fragen nach der Konkurrenzmöglichkeit zu herkömmlichen Printmedien, nach dem kostengünstigen Zugang und danach welcher Student welche Blogs liest. Die Forschungsgruppe stellte im Vorfeld die Behauptungen auf, dass Blogs ein Nischenphänomen sind und weniger als wissenschaftliche Quellen, sondern oft eher als privates Online-Tagebuch genutzt werden. Das Ergebnis der Geschlechterverteilung war 49% Frauen zu 51% Männer, die Blogs lesen. Insgesamt ist das Verhältnis der Blogleser und Nicht-Blogleser eher ausgeglichen, mit nur 0,3% liegen die Leser vorn. Das stellte für die Forschungsgruppe eine Überraschung dar, die mit 20% weniger gerechnet hat.

Die Blogleser sind im Durchschnitt 23,97 Jahre alt. Lehrämter und Informatiker ergeben jeweils die Mehrzahl der Blognutzer. Doch machen sie das auch, um damit zu lernen? Die Studierenden der Uni Paderborn jedenfalls bringen dem Medium Blog in Bezug auf die Relevanz für ihr Studium wenig Vertrauen entgegen. Wenn mit Blogs wissenschaftlich gearbeitet wird, dann ist es wichtig, von wem die Einträge stammen. Eine gewisse Seriosität ist hierbei schon wichtig, denn viele meiden Blogs aufgrund der privaten Selbstdarstellung einzelner Schreiber. Andere wiederum finden das gerade das Charmante an dem Trend. Die meisten Blogs der Paderborner Studenten beschäftigen sich mit Inhalten, die zu ihrem Studiengang passen.

Die Umfrage ergab weiter, dass das zur Verfügung stehende Geld keinen Einfluss darauf hat, ob sich ein Student lieber aus Zeitungen oder Blogs informiert. Es ist sogar herausgekommen, dass Blogleser Zeitschriften häufiger und mehr lesen, als Nicht-Blogleser. Trotzdem findet zu 41% eine Ergänzung und zu 30% eine Ersetzung von Zeitschriften durch themengleiche Blogs statt. Der neue Trend bewirkt also eine Verlagerung von Printmedien zu Blogs, jedoch zunächst ergänzend, mit der Bewegung zum Ersatz.

Die Studie stellt also den typischen Blogleser als 24,53-jährig heraus, der im 6,77. Fachsemester ist und Informatik (33%) oder Technik (20%) studiert. Er surft täglich im Internet (80%), macht mehrmals Sport in der Woche und ist sehr kommunikativ. Er liest regelmäßig Zeitschriften (72%) zu Themen wie Wissenschaft, Politik und Computer/IT/PC und zu ähnlichen Themen auch Blogs (Private zu 59%, Wissenschaftliche zu 57% und Technische zu 60%). Er ergänzt seine Informationsbeschaffung zu 48% oder ersetzt sie zu 30% durch Blogs.

Die typische Blogleserin ist hingegen 23,38 Jahre alt und studiert im 5,52. Semester Lehramt (53%). Sie liest mehrmals wöchentlich Bücher (57%), surft täglich im Internet (73%), macht zum Ausgleich Sport und verkehrt oft in Online-Communities. Zeitschriften liest sie eher selten und wenn dann über Mode und Mediengeschehen. Die Themen ihrer Blognutzung handeln über Fernsehprogramm (56%), Privates (80%) und Zeitgeschehen (57%). Zu welchem Typ gehörst du?




 

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4 Kommentare zu „Blog-Studie“




  1. Nadia Says:

    Studien zum Thema Bloggen finde ich grundsätzlich spannend, dazu gibt es ja leider nicht so viel Material. Die Paderborner Studie allerdings ergibt reichlich irrelevante Ergebnisse. Denn wenn man ausschließlich Studenten befragt und sich mit Alter, Studiengang und Mediennutzung aufhält, erhält man lediglich statistische Daten über Studenten im allgemeinen, die über das Bloglese- oder schreibverhalten nichgts aussagen. Dass zum Beispiel die typische studentische Blogleserin ein Jahr jünger ist als die männlichen Kommilitonen hat wohl eher etwas mit Zivi bzw. Bund zu tun als mit dem Bloggen selbst. Das gleiche gilt für die Fachrichtung und die meisten anderen Ergebnisse. Interessant wäre doch eher zu wissen, welche Themen nun wirklich interessant sind für Studis, ob sie selbst bloggen und welche Rolle sie diesem Medium zuweisen.




  2. Anonym Says:

    Liebe Nadia,
    ich werde versuchen auf deine Fragen und Interessen hin, die Studie nochmal genauer durchzusehen. Ich habe für diesen Blogeintrag bestimmt nicht alle Beobachtungen mit hineingenommen. Wenn es dich interessiert, schreibe ich hier noch ein paar Ergänzungen dazu:
    Also Studenten der Studiengänge Informatik, Technik und Kulturwissenschaften lesen am meisten Blogs, sie nutzen dieses Medium laut Umfrage nämlich täglich. Blogs werden hauptsächlich herangezogen, um über bestimmte Themen andere Meinungen zu erfahren, zur Informationsbeschaffung und am meisten zur Unterhaltung. Alle anderen, die Blogs nicht lesen, besitzen keine Kenntnisse über sie oder haben kein Interesse an ihnen (45%).
    Die Top 5 der Blog-Themen sind Themen über Privates von Bloggern (70%), Zeitgeschehen (57%), Musik (50%), Politik (48%), Mediengeschehen und Fernseh-/Kinoprogramm (45%). Diese Themen unterstützen auch die Gründe für die Blognutzung, wie Unterhaltung und Informationsbeschaffung.
    Zu den Studenten, die Blogs als Ergänzung oder als Ersatz zu Zeitschriften nutzen, gibt es noch 24% die Blogs kommentieren und 17% die selbst bloggen.
    Laut Erkenntnisgewinne der Forschungsgruppe, messen die Studenten dem Medium Blog eine hohe Relevanz bei, da sie sie häufiger lesen als Zeitschriften. Gerade Studenten, die ein großes Interesse an anderen Meinungen haben, aufgrund ihres Status als Student, nutzen Blogs häufiger, als andere Studien belegen. Eine ARD-ZDF-Online-Studie hat 2007 nämlich gerade einmal 11% der deutschen Onlinenutzer herausgestellt, die Blogs mindestens selten nutzen.

    Ich hoffe, ich konnte hiermit noch ein paar relevante Aspekte aus der Studie transportieren und habe dir nun mehr Wissenswertes geliefert?!




  3. Michael Says:

    In Deutschland entwickelt sich die Blogger-Szene ja erst so langsam, während in anderen Ländern - z.B. USA - ein eigener Blog schon längst zum “guten Ton” gehört. Blogs können die Medienlandschaft sicherlich bereichern, wenn es auch manchmal mit der Qualität des Contents hapert.




  4. tieftaucha Says:

    Also da lese ich schon lieber Zeitschriften. Die sind, vorausgesetzt man macht das Richtig, nicht einmal so teuer. Mein Frau und ich haben uns nämlich ein Lesezirkel Abo geleistet. Das kostet in der Woche nicht mehr als zwei Zeitschriften am Kiosk. Wir lesen zwar auch Blogs, aber ich glaube die meisten machen das auf Arbeit wenn lange Weile sich ansagt oder Mittags oder gegen Feierabend. Wer Lust hat mal eine Leseprobe vom Lesezirkel Dörsch zu holen, die gibt es kostenlos und nicht bindent. Stell mal den Link rein;

    http://www.doersch.de/index.htm?eprobe.htm




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