Wer hat es nicht schon einmal gehofft, eine Klausur zu bestehen ohne sie zu schreiben? An der Universität Stuttgart wurde dieses Szenario für mehr als 300 Studenten Wirklichkeit. Bei minus 15 Grad warteten sie vergangene Woche draußen vor einem geschlossenen Hörsaal. Als sich nach einer halben Stunde immer noch kein passender Schlüssel für den Hörsaal, in dem die Mathe-Klausur geschrieben werden sollte, auffinden ließ, entschied die Uni kurzerhand, dass alle Studenten bestanden haben.
An diesem Tag sollten etwa 2500 Studenten die Klausur "Höhere Mathematik I für Ingenieurstudiengänge" schreiben, verteilt auf mehrere Uni-Gebäude. Während die anderen schon längst vor ihrem Aufgabenblatt saßen, warteten die 300 Studenten vor Hörsaal M12.01 und waren mächtig am Frieren. Eine Stunde nach dem offiziellen Klausurbeginn kam endlich ein Schlüssel, allerdings passte dieser nur zu einer Seitentür. Der Hörsaal selbst blieb weiterhin verschlossen, die Studenten konnten aber im warmen Vorraum weiter warten.
Daraufhin entschied der Fachbereichsleiter für Mathematik Markus Stroppel, dass alle wartenden Studenten bestanden haben. Doch des einen Freud ist bekanntermaßen des anderen Leid. Denn gerade die Studenten, die in einem offenen Hörsaal saßen und vielleicht auch durchgefallen sind, sind stinksauer und drohen sogar mit einem Anwalt. "Wenn es am Samstag 35°C gehabt hätte, hätte Stroppel den Studenten in selber Situation dann auch den Schein geschenkt, weil sie schwitzen mussten?", beschwert sich ein Student auf seiner Facebook-Seite.
Die Universität Stuttgart wehrt sich gegen die vielen Vorwürfe und schreibt in einem Brief: "Eine Schlechterstellung derjenigen Studierenden, die die Klausur ordnungsgemäß schreiben konnten, gegenüber den Studierenden, die am Schreiben der Klausur gehindert waren und denen das Ablegen der Scheinklausur erlassen wird, ist für uns nicht erkennbar, auch wenn manche unter Ihnen dies subjektiv vielleicht anders empfinden."
Die Stelleanzeigen so mancher Unternehmen versprechen attraktive Karrieremöglichkeiten und ein tolles Arbeitsumfeld. Die Realität sieht dann oft aber anders aus. Wer dann auch noch bestimmte Firmen im Netz sucht, liest darüber ganz andere Dinge. Einige Mitarbeiter hinterlassen auf diversen Plattformen immer mehr Erfahrungsberichte über ihre Arbeitgeber. Berichte, die einige Unternehmen in keinem guten Licht darstellen.
Ob Mobbing oder Bahnhofsatmosphäre im Großraumbüro bis hin zu versprochenen Karrierechancen, die aber nur mit Vitamin B möglich sind – der Trend zu mehr Transparenz wächst. Dank vieler Bewertungsforen wie beispielsweise Kununu oder meinpraktikum.de, lassen sich schlechte Arbeitsbedingungen immer weniger vertuschen. Auf diesen Portalen werden Unternehmen völlig anonym bewertet wie anderswo Hotels oder Bücher.
Für viele Bewerber eine gute Möglichkeit, sich über eine Firma zu informieren und schon vorab die negativen Aspekte zu sehen. "Jeder vertraut einer persönlichen Einschätzung mehr, als einem offiziellen Statement", betont Robindro Ullah, Experte für Social Media bei der Deutschen Bahn. Viele Unternehmen versuchen daher auch, recht offen mit ihren Bewertungen umzugehen, wie zum Beispiel die Otto Group. Sie präsentiert sich auf ihrer Homepage sogar mit dem Logo von Kununu und fordert ihre Mitarbeiter und Praktikanten dazu auf, Bewertungen zu schreiben.
Da auch im Internet das Recht auf freie Meinungsäußerung besteht, ist es für Unternehmen auch nur sehr schwer, gegen diese Bewertungsportale vorzugehen, es sei, denn Vorgesetzte werden namentlich genannt oder niveaulose Schimpfwörter häufen sich. Dann werden diese Beiträge meist aber auch von den Plattformen selbst schnell gelöscht.
Stoppen können Firmen diesen Trend jedenfalls nicht. Sie sollten vielmehr versuchen, für positive Kritik zu sorgen, keinesfalls aber Druck auf ihre eigenen Mitarbeiter auszuüben und sie regelrecht zu zwingen, positive Bewertungen zu hinterlassen.
Es soll ja Studenten geben, die die Wahl ihres Studienfaches ganz klar begründen können. Viele Studenten, die sich aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage dafür entschieden haben, sich der Volkswirtschaft zu verschreiben, dürften aber enttäuscht sein. Denn offensichtlich hat das wirtschaftliche Finanzchaos noch nicht den Weg in die Hörsäle gefunden. Dort wird nämlich munter weiter auf den alten Theorien von Adam Smith herumgekaut, während draußen die Finanzmärkte kollabieren, Banken und Börsenplätze besetzt werden und eine Demonstration sich an die nächste Ausschreitung reiht. Die Volkswirtschaftslehre an den Universitäten scheint davon kaum beeindruckt zu sein.
So manch ein VWL Student wünscht sich hier und da ein bisschen mehr aktuellen Praxisbezug. Denn nicht nur Linien in einem Diagramm zeigen an, wo ein Ungleichgewicht herrscht.
Trotz dieser Defizite, hat es bisher keine Änderungen der Lehrpläne gegeben. Munter werden weiter Formeln gepaukt, Gleichungen aufgestellt und, wie es heißt, „Grundlagen“ geschaffen. Erst seit kurzen boomt das Fach Verhaltensökonomie, dass dem Wesen der Krise wohl am ehesten gerecht wird, die sich nicht ausschließlich durch Formeln, sondern durch menschliches Verhalten erklären lässt.
Diese Problematik haben vor allem die Studenten selber erkannt und gründen Vereine, die sich an den Unis dafür einsetzen, dass sich die VWL einer Reform bzw. einem Umdenken unterzieht, um den Horizont der zukünftigen Ökonomen zu erweitern. Sie sollen schließlich auf die eben doch nicht so berechenbaren menschlichen Verhaltensweisen im wirtschaftlichen Kontext vorbereitet sein. Die studentischen Gruppen, wie die "Postautisten" der Uni Heidelberg beklagen, die VWL sei realitätsfremd und veraltet. Das Bild des vieldiskutierten Homo Oeconomicus habe ausgedient.
Der Wandel in der volkswirtschaftlichen Lehre kommt nur langsam in Gang. Aber immerhin: Es regt sich was. Dennoch bleibt abzuwarten, wann und wie die neoklassische Modellökonomik reformiert wird und ob die zukünftigen Volkswirtschaftler bei einer nächsten Krise gewappnet sind.
Seit Eintritt der Bologna-Reform vor etwa 10 Jahren werden Bachelor- und Masterstudiengänge an europäischen Hochschulen eingerichtet. In Deutschland sind mit Beginn des Wintersemesters in 2011 schon 85% aller Studiengänge umgestellt worden, so der aktuelle Bologna-Bericht. Auch immer mehr Absolventen verfügen über einen Bachelor- oder Masterabschluss.
Noch vor einigen Jahren hatten Firmen kaum mit Bachelor- und Master-Absolventen zu tun. Inzwischen haben sie viele Erfahrungen mit den neuen Abschlüssen sammeln können. Anfängliche Zweifel an der Qualität oder der Kompetenz der Absolventen haben abgenommen. Viele Unternehmen sehen jedoch wesentliche Unterschiede beim Einarbeitungsbedarf von Bachelor- und Master-Absolventen. Solche mit einem Bachelor-Abschluss starten seltener mit anspruchsvollen Aufgaben und bedürfen anfangs häufiger einer genauen Anleitung. Oft führen Firmen dies auf die fehlende Praxis im Bachelor-Studium zurück.
Dabei war die Idee der Bologna-Reform, dass ein Bachelor-Studium sich gerade durch Nähe zum Arbeitsmarkt und zur Praxis auszeichnet. Viele Firmen unterstützten deshalb anfangs die Umstellung und schätzten die kurze Ausbildungszeit. Stattdessen hört man jetzt oft Kritik an Bachelor-Absolventen. Leider bieten Unternehmen in solchen Fällen selten ein berufsbegleitendes Master-Studium an, sondern setzen meist auf Weiterbildungsmaßnahmen. Immer mehr Bachelor entscheiden sich deswegen, nach ihrem Abschluss ein Master-Studium zu absolvieren, statt direkt in den Beruf einzusteigen.
Doch das muss nicht sein. Obwohl offensichtlich große Unterschiede zwischen Bachelor- und Master-Absolventen bestehen, suchen zwei Drittel der befragten Unternehmen nicht gezielt nach bestimmten Abschlüssen oder ziehen einen der beiden Abschlussarten vor. Der Fokus liegt vielmehr auf den Studienfächern und -schwerpunkten. Auch Praktika und Auslandsaufenthalte sind von Vorteil. Es lohnt sich also durchaus, nach dem Bachelor auf Jobsuche zu gehen.
Immer mehr Studenten entscheiden sich für Hochschulen in Ostdeutschland. Auch solche, die ursprünglich aus dem Westen Deutschlands kommen. So lässt sich schon seit 2008 eine deutliche Zunahme westdeutscher Studenten an ostdeutschen Hochschulen beobachten. Seit 2010 beginnen sogar mehr westdeutsche Abiturienten ein Studium im Osten als umgekehrt.
Trotzdem muss weiterhin sehr stark für Hochschulen in Ostdeutschland geworben werden, da es dort immer weniger Abiturienten gibt. In den Kampagnen werden Vorteile wie moderne Gebäude, geringe Mietkosten oder gute Betreuung angeführt. Laut einer aktuellen Studie äußert sich dies in einer hohen Zufriedenheit ostdeutscher Studenten. Sie übersteigt sogar die Zufriedenheit an Hochschulen in Westdeutschland. Gefragt wurde in der Studie nach Studieninhalten, Ausstattung oder Verknüpfung von Theorie und Praxis.
Trotz der guten Studienbedingungen ist der Berufseinstieg für ostdeutsche Absolventen wesentlich schwerer als für westdeutsche. Sie benötigen mehr Zeit für die Jobsuche, müssen mehr Bewerbungen schreiben und durchlaufen eine höhere Zahl an Bewerbungsgesprächen. Auch verdienen sie anfangs weniger Geld.
Hauptgrund ist meist die schlechtere Vernetzung von Hochschulen und Wirtschaft in Ostdeutschland, denn an der Qualifikation der Absolventen liegt es nicht. Ostdeutsche und westdeutsche Absolventen werden diesbezüglich von Personalern als gleich gut angesehen. Folglich brauchen ostdeutsche Absolventen zwar länger, um einen Job zu finden, haben aber deswegen keine schlechteren Arbeitsmarkt- und Karrierechancen.
Es ist wieder soweit: Jobware geht mit einem neuen Gewinnspiel in die nächste Runde. Unter dem Motto "Wenn ich groß bin, dann werde ich..." müsst Ihr in der Zeit vom 6. Februar bis 1. März wieder täglich auf unserer Jobware-Fanpage auf Facebook dabei sein. Jeden Tag gibt es eine Frage. Die Antwort dazu muss in einem Kreuzworträtsel gespeichert werden. Dieses Mal haben wir uns aber noch etwas ganz Besonderes für Euch ausgedacht...
...und hier die Details: Wie bei den bisherigen Gewinnspielen auch, verlosen wir unter allen richtigen Einsendungen mit der richtigen Lösung einen tollen Tagespreis.
Der Hauptgewinn wird unter allen Teilnehmern mit dem richtigen Gesamtlösungswort verlost. Unser Gewinnspiel-Special: Ihr dürft heute ab 15 Uhr selbst abstimmen, was Ihr gewinnen wollt. Zur Auswahl stehen ein iPad2, ein iPhone4s, HTC Sensation XL inkl Beats Audio On-Ear-Headset oder ein Eee Pad Transformer Prime TF201.
Also, jetzt direkt auf unserer Fanpage abstimmen und mitmachen!
Haben wir Euch neugierig gemacht? Das Jobware-Team freut sich auf Eure Teilnahme.
Vergangene Woche hatte das höchste EU-Gericht in Luxemburg entschieden, dass befristete Arbeitsverträge mehrmals verlängert werden dürfen. Geklagt hatte eine Frau, die in elf Jahren 13 Mal befristet eingestellt wurde – in der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Köln. Sie wurde als Vertretung für fehlende Mitarbeiter eingesetzt.
Befristete Arbeitsverhältnisse dürfen aber nur dann mehrmals verlängert werden, wenn es einen sachlichen Grund dafür gibt. Aber was ist schon ein sachlicher Grund? "Der Europäische Gerichtshof entschied, die Tatsache, dass ein Arbeitgeber wiederholt Vertretungen einstelle und dass diese Vertretungen auch durch Arbeitnehmer mit unbefristeten Verträgen gedeckt werden könnten, bedeute nicht, dass kein "sachlicher Grund" im Sinne des deutschen und europäischen Rechts vorliege. Auch könne daraus nicht auf einen Missbrauch geschlossen werden."
Die 33-Jährige hatte argumentiert, dass es bei 13 Verlängerungen binnen elf Jahren keinen "nur" vorübergehenden Bedarf an Vertretungskräften geben kann. Besonders aufmerksam sollten Arbeitnehmer werden, wenn sie laut Vertrag eine Schwangerschaftsvertretung übernehmen, jedoch in der Praxis eine ganz andere Arbeit verrichten müssen als die werdende Mutter. Der Mitarbeiter kann die Festeinstellung in diesem Fall einklagen.
Erfolg im Beruf ist nicht immer planbar. Oft hilft einem dabei der Zufall. Stefan Raab, Joschka Fischer und andere prominente haben es vorgemacht: Karriere ist oft nicht planbar und hängt auch von glücklichen Zufällen ab.
Wer dem Zufall auf die Sprünge helfen will, der sollte vor allem eins tun: Reden. Denn nur wer über seine Fähigkeiten, Berufswünsche und Talente mit anderen spricht, kommt weiter. Wer Glück hat stößt irgendwann auf einen nützlichen Kontakt, der zum beruflichen Erfolg beitragen kann. Im Freundeskreis, aber vor allem in der Uni sollte man sich früh um ein Netzwerk aus Kontakten bemühen, die einem beim Berufseinstieg später hilfreich sein können.
Autoren, die sich mit diesem Thema Zufall und Erfolg beschäftigt haben, sprechen von einer Chancenintelligenz, die man sich erarbeiten muss, um später gezielt Chancen zu erkennen und sie gezielt nutzen zu können. Auch Initiative und Durchhaltevermögen sind weitere Voraussetzungen, die einem helfen können aktiv dem Zufall auf die Sprünge zu helfen. Wer zusätzlich über ein gewisses Maß an Selbstvertrauen verfügt und sich ein Netzwerk aus Kontakten aufgebaut hat, der ist schon auf dem richtigen Weg.
Allerdings gilt auch hier: Wirklich planbar ist der Erfolg natürlich nicht. Unvorhersehbare Ereignisse, im positiven oder negativen Sinne, können das gesamte Vorhaben wieder in neue Bahnen lenken. Aber auch diese Veränderungen sollte man gelassen entgegenblicken und für sich nutzen. Denn auch hierhinter könnte sich wieder eine neue Chance verbergen.


