Unternehmen greifen inzwischen zu immer ausgefalleneren Methoden, um neue Kunden zu gewinnen. Neuerdings sponsern sie WG-Partys. Auf Anfrage liefern sie feiernden Studenten Bier und Knabbereien en masse. Firmen wie Veltins oder Haribo versprechen sich von solchen Sponsoring-Aktionen einen wirkungsvollen Werbeeffekt.
Nicht nur Unternehmen machen von dieser neuen Strategie Gebrauch. Mittlerweile gibt es sogar eine Agentur, die sich eigens auf die Vermittlung von Sponsoren für Studentenpartys spezialisiert hat. Sind mindestens 75 Gäste eingeladen und steht fest, zu welchem Anlass und wo die Feier steigen soll, werden Kästen voll Bier, Softdrinks und Snacks zur Verfügung gestellt. Ganz umsonst. Ein unschlagbares Angebot für Studenten, die oft nicht über viel Geld verfügen.
Der Haken? Die Party wird zur Propaganda-Veranstaltung. Hostessen verteilen Gratisproben von diversen Firmen. Werbeplakate schmücken die Wände. Eine gemütliche Feier unter Freunden sieht anders aus. Wohl einer der Gründe, warum die Geschäftsidee sich nicht in allen Uni-Städten durchsetzt. In Köln sind gesponserte Partys der Renner, in Berlin lehnt man solchen Kommerz eher ab. Am Ende ist es vielleicht eine Frage des Geschmacks, ob man Geld sparen oder einfach nur mit guten Freunden feiern will.
Neuartig, zeitgemäß, innovativ - Medienfabrik Gütersloh launcht ein neues Recruiting-Konzept: careerloft, Karriere-Netzwerk und Förderprogramm zu gleich. Doch anders als bei anderen Karriere-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn, geht careerloft neue Wege und bietet nicht nur eine Webplattform, sondern auch eine physische Schnittstelle zwischen jungen Talenten und Top-Unternehmen.
Auf Augenhöhe begegnen ist das Leitmotiv des jungen Karriere-Netzwerks und bietet in einem Loft der trendigen Hauptstadt Berlin Raum dafür. Das Loft ist nicht nur die Arbeitsstätte für das careerloft-Team, sondern wird aktuell auch von zwei Praktikantinnen bewohnt, die in engem Kontakt mit den Partnerunternehmen stehen. Die Bewohnerinnen interviewen diese Unternehmen rund um das Thema Karriere, fungieren als Ansprechpartner für Talente und sind auf einigen Social Media Plattformen, wie Facebook, Twitter und Co, sowie mit einem eigenen Loftblog vertreten.
careerloft ist ein moderner Personalmarketingansatz, der in Zeiten akuten Fachkräftemangels unabdingbar ist. So richtet sich dieses Web- und Wohnprojekt in erster Linie an die Generation Y, die jungen, zielstrebigen und stark umworbenen High Potentials, die ihre Bedürfnisse bezüglich der Arbeit klar definiert haben und sich ihres Wertes für die Unternehmen bewusst sind. Gerade deshalb müssen Firmen reagieren, aktiv rekrutieren und ihr Augenmerk auf das Employer Branding legen. So können sich namhafte Unternehmen wie Audi, Ernst & Young, Bertelsmann, The Boston Consulting Group und SAP, um nur einige der aktuellen Partner zu nennen, auf der careerloft-Webplattform mit einem Unternehmensprofil ins rechte Licht setzen.
Die Richtung von careerloft ist klar bewerberorientiert, denn hier müssen sich die Unternehmen bei den hoch Qualifizierten präsentieren, vorstellen und bewerben. Zudem bietet das innovative careerloft-Netzwerk ausgewählten Studenten und Absolventen ein Förderprogramm an. So erhalten diese Prämien wie Sprachtrainings, Zeitschriftenabos und individuelle Karriere-Coachings durch Mentoren aus den attraktiven Partnerunternehmen, sowie persönlichen Ansprechpartnern. Exklusive Events im Berliner Loft oder auch Praktikums- und Jobangebote bieten den Mentees einen direkten Zugang zu den führenden Unternehmen. Das Prämienangebot wird überdies noch ausgeweitet und in den nächsten Wochen vorgestellt.
Dieses kostenlose Netzwerk bietet also viele Vorteile für die Fach- und Führungskräfte von morgen. Wie sich das junge Vorhaben weiter entwickelt und ob sich das On- und Offline Prinzip auf Dauer durchsetzen wird, muss man wohl abwarten. Es lohnt sich jedoch das Geschehen im Auge zu behalten.
Eigentlich sind die ersten 90 Sekunden einer neuen Begegnung entscheidend darüber, ob wir unser Gegenüber sympathisch und nett finden. Meistens gehen wir auch davon aus, dass wir mit unserer Einschätzung immer richtig liegen. Schließlich gibt es kaum jemanden, der behauptet, er sei ein schlechter Menschenkenner.
Ob beim Einschätzen anderer Personen oder unser selbst – wir alle treffen bei Einschätzungen auch oft daneben. So beurteilen wir uns selbst meistens überdurchschnittlich gut. Wir sind grundsätzlich klüger und kompetenter als unsere Mitmenschen und haben auch die beste Menschenkenntnis. Dabei ist es nur ein verzerrter Blick in den Spiegel. Natürlich hat es viele Vorteile, sich selbst besser einzuschätzen als man eigentlich ist. Allerdings beurteilen wir andere dadurch viel schlechter und kommen so häufig zu Fehleinschätzungen.
Darüber hinaus begehen wir bei der Beurteilung anderer Menschen immer den sogenannten "Bestätigungsfehler". Einmal bereits getroffene Urteile versuchen wir zu bestätigen und stellen diese nicht in Frage. Genau dieser Fehler ist auch dafür verantwortlich, dass wir nach kurzem Kontakt mit einer unbekannten Person das Gefühl haben, sie richtig eingeschätzt zu haben. Bei den nachfolgenden Begegnungen fühlen wir uns in unserem ersten Urteil bestätigt.
Es sind automatisch ablaufende Prozesse in unserem Gehirn, die alle neu gesichteten Verhaltensweisen mit unseren Erwartungen vergleichen. Dabei steht die Lösung dafür schon direkt am Anfang fest. Und wenn wir ein Verhalten sehen, das nicht zu unseren Einschätzungen passt, legen wir dieses "Puzzleteil" unbewusst zur Seite, damit sich unser anfängliches Bild bewahrheitet. Unseren ersten Eindruck ändern wir nämlich nur ungern.
Es gibt viele Studien, die belegen, dass wir uns unserer Urteilsverzerrung kaum bewusst sind. Doch man kann dem entgegensteuern, zum Beispiel, wenn man versucht, Fehlerquellen zu hinterfragen. Wenn ich eine Person als äußerst inkompetent einschätze, könnte es vielleicht daran liegen, dass ich nur ihr Äußeres nicht mag und daher direkt auf dessen Inkompetenz schließe? Auch ist es eine gute Methode, bewusst nach Informationen zu suchen, die der anfänglichen Einschätzung widersprechen. Vielleicht sieht man sein Gegenüber dann mit ganz anderen Augen.
Frauen haben es auf dem Weg nach oben eindeutig schwieriger als Männer. Doch sind sie erst einmal ganz oben in der Führungsebene angekommen, reißen sie das Ruder angeblich komplett an sich. Egal ob für Mann oder Frau – viele finden schon allein die Vorstellung, eine Frau als Chef zu haben, ziemlich unangenehm.
Nun ist eine neue Studie zu diesem Thema aufgetaucht. So viel schon mal vorab: Sie wurde von Männern erarbeitet. Kaus Schaeck von der Bangor University, Allen N. Berger von der University of South Carolina und Thomas Kick, wissenschaftlicher Mitarbeiter der deutschen Bundesbank, wollten wissen, "wie sich Alter, Geschlecht und Ausbildung der Vorstandsmitglieder auf die Volatilität der Gewinne von Banken auswirken".
Darunter auch Fragen, ob Frauen beispielsweise Investitionsentscheidungen der Banken risikofeindlicher machen. Dafür wurden Banken in der Zeit von 1994 bis 2010 untersucht. Zudem stellten sie fest, dass Frauen Banken nicht vorsichtiger werden lassen. Das Gegenteil sei sogar der Fall gewesen. "Drei Jahre nachdem der Frauenanteil im Vorstand angestiegen ist, stieg auch die Risikobereitschaft, auch wenn diese Veränderung ökonomisch marginal ist", heißt es in dem Bericht.
Die Wissenschaftler behaupten auch, dass Frauen auf Grund mangelnder Erfahrung ihre männlichen Kollegen versuchen zu imitieren. Und dies angeblich nur, um akzeptiert und anerkannt zu werden. Das Ergebnis dieser Studie lasse sich in einem Satz zusammenfassen: "Frauen sind nicht die besseren Chefs."
Doch stellt sich hier die Frage, ob es nicht an der Führungskraft selbst liegt, egal ob Mann oder Frau. Ein Mann könnte ebenfalls risikofreudiger agieren. Ein Chef sollte kompetent, freundlich und etwas von Mitarbeitermotivation verstehen und diese Eigenschaften bringt schließlich jedes Geschlecht mit.
Kein Passfoto, keine persönlichen Angaben, nicht einmal der Name. In anonymen Bewerbungen bleiben Dinge wie Alter, Geschlecht oder Herkunft unbekannt. Es zählt allein die Qualifikation. Ein paar Firmen haben sich jetzt bewusst dazu entschieden, anonyme Bewerbungen einzufordern. Ohne Ausnahme. Und mit Erfolg.
Migranten und ältere Arbeitnehmer erleben es täglich. Zwar ist es nicht erlaubt, einen Bewerber aufgrund seiner Herkunft, seines Alters oder seines Geschlechts abzulehnen, aber diese Faktoren beeinflussen Personalentscheidungen maßgeblich. Es wird oft von einem Foto oder einem Namen eine ausländische Herkunft und Defizite in der deutschen Sprache abgeleitet. Ist ein Bewerber schon etwas älter, zweifelt man an seiner Produktivität und Leistungsfähigkeit. Bei einer jungen Frau tut man sich schwer, weil eine Auszeit aufgrund einer Schwangerschaft früher oder später nicht auszuschließen ist. All diese Vorurteile fallen bei einer anonymen Bewerbung weg. Es besteht Chancengleichheit und ein wesentlich geringeres Risiko der Diskriminierung.
Doch der anonyme Weg ist nicht für alle Bewerber der beste. Viele legen darauf Wert, auch ihre Persönlichkeit zu zeigen. In einer anonymen Bewerbung ist das kaum möglich. Es gibt kein Anschreiben und sogar das Layout ist vorgegeben. Man kann sich einzig durch Abschlüsse, Berufserfahrung oder anderweitiges Engagement hervortun.
Der Wunsch nach Persönlichkeit ist nicht unbegründet. Insbesondere Bilder beeinflussen Entscheidungen sehr, wenn auch eher unterbewusst. "Jetzt merke ich, welche Macht dieses Bewerbungsfoto hat" so Melanie Koschorek. Sie arbeitet bei der Internetfirma MyDays, die sich an dem Test von anonymen Bewerbungen beteiligt. Auch die Telekom und die deutsche Post nehmen an diesem Pilotprojekt teil.
Allgemein gilt: Wird eine anonyme Bewerbung von Firmen verlangt, dann sollte man auch eine solche einreichen. Ist dies nicht der Fall, ist das Weglassen von persönlichen Angaben eher nachteilig. Es wird der Eindruck erweckt, Aussehen, Alter oder Herkunft verheimlichen zu wollen oder sogar zu müssen. Meist führen fehlende Angaben eher zu Spekulationen und negativen Interpretationen der Personaler. Die Entscheidung für oder gegen eine anonyme Bewerbung liegt deshalb eigentlich beim Arbeitgeber.
"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen", lautet ein bekanntes Sprichwort. Jeder kennt das Gefühl und hat schon einmal eine wichtige Aufgaben vor sich hergeschoben. Das ist menschlich. Was aber, wenn es krankhaft oft passiert, dass wir wichtige Dinge permanent aufschieben?
"Betroffene fühlen sich dem Aufschieben hilflos ausgeliefert und bleiben hinter ihrem Leistungsniveau zurück", erklärt Psychologin Eva Frings. In den vergangenen sechs Jahren hat sie über 500 Studenten behandelt, bei denen sich die "Aufschieberitis" zu einer regelrechten Krankheit entwickelt hatte. "Prokrastination" wird dieses Phänomen in Fachkreisen genannt und wird zur immer größer werdenden Gefahr für das Studium, die eigene Karriere und das Lebensglück.
Viele Studenten müssen ihren Uni-Alltag selbst strukturieren. Darüber hinaus erhöhen die Bachelor- und Masterstudiengänge den Druck auf die Studenten. Von ihnen geben auch viele an, sie hätten nie "wirklich gelernt zu lernen". "Oft spielen auch Versagensängste und hohe Ansprüche an die eigene Person eine große Rolle", meint Eva Frings.
Aufschieben verleiht ein kurzes Gefühl von Erleichterung. Unangenehme Gefühle verschwinden binnen kürzester Zeit. Doch kann diese Maßnahme dauerhaft auch negative Folgen auf das Studium und die Noten haben. Viele Studenten sind dann oftmals unzufrieden und neigen zu Depressionen. "Als Daumenregel kann helfen, von dem, was man sich intuitiv vornehmen würde, 50 Prozent abzuziehen", rät die Psychologin.
Belohnungen und Pausen dürfen aber keinesfalls fehlen. So könnte man sich beispielsweise bei jeder erledigten Aufgabe eine Murmel ins Glas legen. Ist das Glas dann voll oder enthält eine gewisse Anzal an Murmeln, kann man sich zum Beispiel einen kleinen Wunsch als Belohnung erfüllen.
"Der hat wat uff de Fanne" oder "Nu man sachte mit de jungen Ferde" – der babbelt ja wie isch, oder etwa nicht? Ein ausgeprägter Dialekt gehört zwar zur eigenen Identität, doch ist dieser in puncto Karrierechancen tatsächlich förderlich?
"Mit einem ausgeprägten Dialekt schwächen Sie im beruflichen Umfeld schnell Ihre Position", erklärt Kommunikationsexpertin Isabel Garcia. Denn wer beispielsweise schwäbelt oder sächselt riskiert die Gefahr, von seinem Gegenüber nicht ernst genommen zu werden. Gerade in Vorstellungsgesprächen kann dies ein deutlicher Nachteil sein. Daher gehört Hochdeutsch für viele Personaler zum guten "Ton", genauso wie angemessene Kleidung. Gesprächskompetenz ist auf der Karriereleiter entscheidend.
"Ein Dialekt unterstreicht die Andersartigkeit, das kann für Distanz sorgen und bestehende Animositäten noch verstärken", meint auch Karriereberater Thomas Röbel. Allerdings haben Dialekte nicht nur Nachteile, sie können Zusammenarbeit stärken, wenn man etwa einen gemeinsamen Dialekt hat. "Bayrisch oder Sächsisch tauchen in den Hitlisten der beliebtesten Dialekte sowohl auf den vordersten als auch den hintersten Plätzen auf", sagt Sprachwissenschaftlerin Christina Anders.
Von Vorteil ist es, wenn der Bewerber den Dialekt je nach Belieben ausblenden und problemlos auf Hochdeutsch wechseln kann. Bei vielen Stellenausschreibungen werden Fremdsprachenkenntnisse vorausgesetzt. Wenn man darüber hinaus noch einen Dialekt hat, mit dem man spielen kann, ist der Bewerber damit klar im Vorteil.
Wie weit würdet ihr gehen, um euren Traumjob zu bekommen? Wenn es nach dem Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Personalberatungsunternehmens SHL geht, dann nehmen es rund 22,5 Prozent der Bewerber nicht so genau mit der Wahrheit. Konkret heißt das: Mehr als jeder fünfte Bewerber würde in seinen Bewerbungsunterlagen falsche Angaben machen oder im Vorstellungsgespräch nicht die Wahrheit sagen um einen Job zu bekommen. Bei der Umfrage wurden 1000 Teilnehmer aus Deutschland befragt, um herauszufinden, was Bewerber alles für einen Job tun würden.
Auch unbezahltes Arbeiten scheint für den Großteil der Bewerber, neben den paar Flunkereien, auch kein Problem zu sein. So gaben rund Dreiviertel der Befragten an, dass sie sich vorstellen könnten länger als 3 Monate als Praktikant oder unbezahlter Arbeitnehmer zu arbeiten. Generation Praktikum liegt also weiterhin hoch im Kurs. Scheinbar zu Recht. Denn trotz Wirtschaftsaufschwung (wenn man es denn so nennen möchte) sind 61,3 Prozent der Jobsuchenden mehr als sechs Monate ohne Arbeit. Praxiserfahrung ist und bleibt bei der Bewerbung ein unschlagbarer Pluspunkt.
Interessant ist auch die Frage, was den Befragten, wären sie selber in der Rolle des Arbeitnehmers, wichtig wäre. Wenig verwunderlich, dass nur jeder zehnte Befragte abgab, dass Noten für ihn das entscheidende Kriterium bei der Bewerberauswahl darstellen würde. Außerdem gaben die Befragten an, dass sie in der Rolle des Arbeitgebers, in nur 5 Minuten die Eignung eines Bewerbers anhand seiner Unterlagen feststellen könnten. Wenn das nicht reicht würden sogar 43,4 Prozent die Bewerber im Netz googeln.
Wer ein Freund von Zahlen und Umfragen ist, der kann die genauen Ergebnisse der Umfrage hier nachlesen.


