Endlich, gestern hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch! Lief eigentlich ganz gut für mich und alle waren nett zu mir. Leider merke ich noch während des Gesprächs, dass hier viel heiße Luft gemacht wird, aber umso weniger dahinter steckt. Für mich steht fest, dass ich diesen Job nicht machen werde. Den finanziellen Anreiz, ganze 1.400 Euro brutto für eine 50-Stunden-Woche, finde ich witzlos und unrealistisch. Dafür habe ich doch nicht studiert! Waren vielleicht deshalb alle so nett zu mir? mehr...
Absoluter Wahnsinn. Ich war gestern bei der Bundesagentur für Arbeit um mich arbeitslos zu melden und habe Hartz IV beantragt. Was für ein Erlebnis, und das als Diplom-Betriebswirtin. Aber jeder fängt mal klein an. Zuerst wurde ich am Empfang der ARGE vorstellig. Komisch, irgendwie muss ich bei diesem Wort immer an die Arche Noah denken. Aber das war es dann auch schon mit dem positiven Vergleich und ich wurde sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Mitarbeiter am Empfang haben mir direkt das Gefühl gegeben, dass ich Abschaum bin. Klar, ich will hier Leistungen zur Sicherung meines Unterhalts beantragen und verursache mit meinem Anliegen Arbeit bei den Mitarbeitern, aber ist das ein Grund so mit mir umzugehen? mehr...
Was soll ich sagen? Ich bin im Moment etwas ratlos. Ich weiß irgendwie nicht, was ich beruflich machen will. Jetzt habe ich schon so lange studiert und mein Studium endlich abgeschlossen und ich hänge echt in der Luft. Immerhin habe ich jetzt genug Zeit, mich um alles zu kümmern. Ich würde gerne im Bereich der Organisationsberatung im IT-Umfeld arbeiten. Bis ich aber dort die angestrebte Position erreiche, vergehen bestimmt mehr als fünf Jahre. Aber ich will ja auch irgendwann Kinder haben, dann wäre die ganze Arbeit umsonst gewesen. Wer will den jemanden mit Kindern in dieser Position?
Frauen sind ja zum Kinder bekommen da, zumindest biologisch gesehen. Also bewerbe ich mich jetzt doch im Personalbereich. Aber wo soll ich suchen? Die Region um Koblenz gefällt mir gut, und ich habe mich hier in den letzten Jahren eingelebt. Aber was mache ich dann mit meinem Freund, er arbeitet schließlich über 400 km weit entfernt bei einem großen Unternehmen der Automobilindustrie. Für den Anfang könnte ich mir eine Fernbeziehung ja vorstellen, aber wie lange soll das dann so gehen? Wir wollen ja irgendwann zusammenziehen.Naja, mal sehen was kommt, auf jeden Fall muss ich aktiver werden.
Bis dann, Lena
Hallo,
ich heiße Lena, bin 27 Jahre alt und wohne derzeit in Koblenz. Ursprünglich komme ich aus dem wunderschönen und geselligen Schwabenland. Zu meinen Hobbys zählen lesen, Musik hören, der Besuch eines Fitnessstudios, mein Computer sowie „Pen & Paper“ Rollenspiele. Das sind Rollenspiele, die nur mündlich mit wenigen Notizen gespielt werden. Meine Mutter ist gelernte Zahnarzthelferin, z. Z. aber arbeitssuchend. „Sie sind zu teuer!“, sagte ihre damalige Chefin. Jetzt wird die Arbeit meiner Mutter durch eine „1-Euro-Kraft“, gesponsert von der Bundesagentur für Arbeit, erledigt. Billiger ist das auf jeden Fall, aber ist das fair?
Mein Vater ist Unternehmensberater. Mit wem er zusammenarbeitet weiß ich bis heute nicht genau. Ich habe das Gefühl, dass es so von ihm gewollt ist, dass wir nicht wissen, was er dort macht. Einen Freund habe ich natürlich auch, der hat bis vor kurzem ebenfalls studiert und ist jetzt Informatiker. Find ich persönlich super, denn damit bin ich (hoffentlich) schon mal halbwegs finanziell abgesichert. Selbstverständlich liebe ich meinen Freund! Bevor ich es vergesse, ich habe auch studiert und vor kurzem mein betriebswirtschaftliches Studium „erfolgreich“ abgeschlossen. Meine Schwerpunkte habe ich auf Organisation und Personal gelegt. Jetzt stehe ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und in den nächsten Wochen werde ich Euch mit Sicherheit einiges über meine Erfahrungen bei der Suche nach einem Job zu berichten haben.
Bis bald, Eure Lena


