Kategorie: Allgemeines
Die Weltwirtschaftskrise wird kommen! Und das schon sehr bald.
Dieser Ansicht ist zumindest Max Otte, seines Zeichens Princeton Absolvent, Professor an der Fachhochschule Worms und Leiter des von ihm gegründeten Instituts für Vermögensentwicklung (IFVE) in Köln. Natürlich sind verlässliche Prognosen gerade in der Welt der Finanzen nicht immer einfach, doch Otte wagte sich weit aus dem Fenster und sagte uns schon 2006 ein Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs und den großen Crash für spätestens 2010 voraus. Die angesprochenen Themen könnten nun, im Oktober 2008 aktueller kaum sein, weshalb sein Buch auch in diesem Sommer auf vielen Bestsellerlisten zu finden ist.
Inhaltlich ist das Buch in zwei große Teile getrennt. In Teil I betrachtet Otte zunächst die derzeitigen weltwirtschaftlichen Entwicklungen, bei deren Betrachtung er zudem immer wieder auf Parallelen in der Geschichte zurückgreift. Gründe für diese tiefgreifenden globalen Änderungen sind laut Otte vor allem die niedrigen Zinsen der letzten Jahre, die (vor allem in den USA) zu einem enormen Anstieg der Geldmenge geführt haben. Das führt nicht nur zu Geldentwertung und einer enormen Verschuldung, sondern große Teile dieses Geldes fließen in immer spekulativere Anlagen, vor allem im Immobiliensektor. Es entstehen Spekulationsblasen, die früher oder später unter einem riesigen Schuldenberg zu platzen drohen bzw. bereits geplatzt sind.
"Die Amerikaner dürfen sicher sei, dass dieser Schritt unsere Fähigkeit stärken wird, die Korrekturen auf dem Immobilienmarkt zu überstehen" (Statement des US-Präsidenten George Bush, nach der vorübergehende Verstaatlichung der beiden angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac im September 2008)
In weiteren Kapiteln erläutert Otte unter anderem dann noch, warum sich das Weltwirtschaftszentrum in den nächsten Jahren immer weiter von den USA nach Asien (China) verschieben wird und warum ein Crash in den USA natürlich auch Auswirkungen auf Europa haben wird.
Überlebenstrategien
Der zweite Abschnitt des Buches beschäftigt sich mit „Überlebensstrategien“ für den Fall der Fälle. Otte hält für den Leser ein 7-Punkte-Programm bereit, mit dem dieser sich dann auf die bevorstehende Krise vorbereiten kann. So soll man sich beispielsweise eine „finanzielle Schwimmweste“ zurücklegen, mit deren Hilfe man sich zumindest 3 Jahre lang über Wasser halten kann (ein Rettungsboot bietet zehn Jahre finanzielle Sicherheit!!). Diese Rücklagen sollten laut Otte „Chefsache“ sein, d.h. weder Vermögensberater noch Banker sollten einem hier rein reden. Verzichten sollte man bei der Vermögensbildung vor allem auf geschlossene Fonds oder Kapitallebensversicherungen. Sicher sind laut Otte im Falle einer Deflation nur Bargeld, Gold sowie einige Aktien (Herr Otte macht sogar einige Vorschläge). Wundersamerweise gehören auch Immobilien zu diesem „Anlage Paket“ …
Plausibel dargestellt, aber nicht ohne Schwächen
Auch wenn große Teile des ersten Teils aus Zitaten und Vergleichen bestehen, und die doch etwas selbstverliebte Art des Autors mich mehr als nur einmal „genervt“ hat, wirken Ottes Erklärungen und Analysen doch durchaus plausibel. So dürften auch Laien zumindest einem großen Teil der Ausführungen des Autors folgen können, da grundlegende Zusammenhänge gut erklärt werden. Der zweite Teil des Buches überzeugt mich etwas weniger. Abgesehen davon, dass die Hinweise in Gold zu investieren, möglichst viel Bargeld zu sparen und einen Teil des eigenen Vermögens in sichere Aktien zu investieren, nicht besonders originell sind, ist ein großer Kritikpunkt meiner Seite, dass Otte sich mit seinen Tipps scheinbar nur an eine kleine elitäre bzw. vermögende Schicht unserer Gesellschaft richtet. Die mittlere und untere Einkommensschicht hingegen bleiben völlig unberücksichtigt und sind der Krise anscheinend hilflos ausgeliefert … Auf die hieraus entstehenden sozialen Spannungen geht Otte nicht ein. Dies ist schade, aber warum sollte er das auch tun, wenn sein Buch sich ohnehin nur an Besserverdiener richtet?!
Zukunft wird zur Gegenwart
Insgesamt ist „Der Crash kommt“ ein alarmierendes Buch, mit einem durchweg pessimistischen Blick in die Zukunft (die mittlerweile ja zur Gegenwart geworden ist). Für mich stellte sich nach dem ersten lesen die Frage, ob man das, was Otte hier beschreibt auch tatsächlich so hinnehmen sollte. Wenn ich mir die aktuellen Entwicklungen im Bankensektor so anschaue (mit Island ist sogar der erste Staat Bankrott), sollte man das aber wohl. Für alle die, die also wissen wollen wie und warum es überhaupt so weit kommen konnte, und wie man sich bei einer weiteren Verschlechterung der momentanen finanziellen Lage am besten verhält, dem kann ich „Der Crash kommt“ nur empfehlen.



17. Juli 2009 at 22:45
„Es gibt in der Volkswirtschaft keinen Grund, was eine allgemeine Krise und damit Arbeitslose zur Notwendigkeit macht. Es gibt nie eine allgemeine Überproduktion, solange das Geld der Verbraucher nicht bis zum Wochen- oder Monatsende reicht für noch notwendige Käufe. Jeder Verbraucher ist doch, seit eh und je, Teil des Absatzmarktes in seiner Volkswirtschaft, ist doch „Arbeitsplatz“ in der gleichen Größe wie sein Verbrauch, sein „Absatzmarkt“. Aber zwischen „Arbeitsplatz“ (Hände die arbeiten) und den Verbrauch – „Absatzmarkt“ (Hände die kaufen) – hat sich in unsere tausendfältige Arbeitsteilung etwas geschoben, das nur allzu selbstverständlich hingenommen wird – Geld. Studieren wir doch diese uralte Erfindung genauer, zumal in unserem heutigen System. Viele unserer heute so rätselhaften Faktoren werden sich aufhellen, werden immer klarer vor uns liegen.“
Silvio Gesell, aus „Die Ausbeutung, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung“
Der „Jahrhundertökonom“ John Maynard Keynes wusste, dass Silvio Gesell in allen Punkten Recht hatte, und er wusste, dass die Weltwirtschaft letztlich auf die globale Liquiditätsfalle (die heute kurz bevor steht!), zusteuern würde. Anderenfalls hätte er nicht 1944 auf der Konferenz von Bretton-Woods eine internationale umlaufgesicherte Währung (Bancor) vorgeschlagen.
Keynes war mit Sicherheit nicht so dumm, selbst daran zu glauben, dass konstruktiv umlaufgesichertes Geld (Freigeld) wieder durch irgendwelche „Ersatzzahlungsmittel“ aus dem Umlauf gedrängt werden könnte. Dennoch gebrauchte er diese Ausrede, um seine „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ (1935) an die „hohe Politik“ verkaufen zu können, von der er wusste, dass sie diese mit Begeisterung annehmen würde; denn nichts freut einen Politiker mehr, als auch noch mit „wissenschaftlicher Legitimation“ in der freien Marktwirtschaft herumpfuschen zu dürfen.
Keynes wusste auch, dass letztlich an der Natürlichen Wirtschaftsordnung kein Weg vorbei führt, aber die „hohe Politik“ wäre dann obsolet. Die Frage ist also nicht, was heute (2009) unternommen werden muss, um die gegenwärtige „Finanzkrise“ zu überwinden, und warum insbesondere so genannte „Wirtschaftsexperten“ und auch die „hohe Politik“ sie gar nicht überwinden können und wollen!
Die Frage ist: welcher kollektive Wahnsinn hielt die halbwegs zivilisierte Menschheit sogar noch bis ins 21. Jahrhundert hinein davon ab, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) zu verwirklichen? Warum musste es soweit kommen, dass wir erst im Angesicht der maximalen Katastrophe (die globale Liquiditätsfalle bedeutet das Ende der Zivilisation!) dazu bereit sind, endlich unseren Verstand zu gebrauchen? Lassen wir dazu den wohl bedeutendsten Futurologen des 20. Jahrhunderts, Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008), zu Wort kommen:
“Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”
Machtausübung ist Dummheit und allgemeiner Wohlstand ist selbstverständlich – sobald die Religion überwunden ist, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden. Die Religion (Rückbindung auf einen künstlichen Archetyp) war solange notwendig und sinnvoll, wie niemand diese Fehler zu beheben wusste, die zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg führen. Ohne die selektive geistige Blindheit, die uns „wahnsinnig genug“ für die Benutzung von Zinsgeld machte, und die noch heute die Menschheit in Herrscher (Zinsprofiteure) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, wäre unsere Zivilisation nie entstanden.
Erst der Prophet Jesus von Nazareth erkannte, wie die Makroökonomie zu gestalten ist, damit niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erzielen kann. Doch mit dem Cargo-Kult des Katholizismus mutierte die seit Jesus eigentlich überflüssige Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode: weitere 1600 Jahre Massenarmut und Krieg, seit der Vernichtung der Gnosis (Kenntnis) im vierten Jahrhundert.
Die „heilige katholische Kirche“ degradierte das Genie zum moralisierenden Wanderprediger und projizierte das von Jesus vorhergesagte „Königreich des Vaters“ (Freiwirtschaft, Vater der Kultur = Kreditangebot), in dem die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet ist, auf ein hypothetisches „Himmelreich“ der Toten, nur um selbst eine „Moral“ verkaufen zu können, die in der idealen Makroökonomie so sinnlos ist wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein.
Der religiöse Wahnsinn beließ die Menschheit in der systemischen Ungerechtigkeit des Privatkapitalismus (Erbsünde) und ließ so dem ersten Weltkrieg noch einen zweiten folgen, obwohl der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916, unabhängig von der Heiligen Schrift und erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage, genau das wieder beschrieb, was der geniale Prophet Jesus von Nazareth als erster Denker in der bekannten Geschichte als Wahrheit erkannt hatte: absolute Gerechtigkeit durch absolute Marktgerechtigkeit.
Heute (2009) sind wir an genau dem Punkt angekommen, den die israelitische Priesterschaft schon vor 2600 Jahren vorhergesehen hatte: Wir stehen unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), der totalen Selbstvernichtung, denn der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!
Doch ein Atomkrieg ist gar nicht erforderlich, um unsere ganze „moderne Zivilisation“ auszulöschen; es reicht aus, wenn wir weiterhin an den „lieben Gott“ (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) glauben und ein allgemeines Zwischentauschmittel mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) verwenden.
Ich wünsche dem einstigen Land der Dichter und Denker Viel Erfolg bei der „Auferstehung aus der religiösen Verblendung“ noch vor dem jüngsten Tag (1. Januar 2010).
7. August 2009 at 12:17
Definitiv wird der “Crash” kommen! Denn die Ursachen der aktuellen bzw laut Medienberichten ja durchgestandenen “Finanzkrise” sind nicht behoben worden! Sie wurden nur vor dem totalen Crash durch immer mehr Schulden und immer mehr Geld, das in den Markt gepumpt wird, bewahrt! Durch die riesige Geldmenge wird die nächste Blase, die bald Platzen wird, noch enormer werden! Ich habe vor einiger Zeit etwas interessantes gelesen:
2001 Gingen Firmen Pleite - Banken waren da um Firmen zu retten
2008 gingen Banken Pleite - Der Staat war da um die Banken zu retten
20?? geht der Staat Pleite - wer soll nun retten?
31. Januar 2010 at 20:03
Kredit für Arbeitslose…
Klasse hier mal was ueber Kredit für Arbeitslose” in Erfahrung bringen zu dürfen. Tolle Kommentare zum Thema Der Crash steht vor der Tür - Blog - GO!Jobware die ich hier am Sunday nachlesen konnte. Die Seite sollte man sich wirklich merken….