Kategorie: Allgemeines
Unser Gesundheitsminister hat den Stein vor einer Weile ins Rollen gebracht und nun diskutiert alle Welt über den Ärztemangel und das Medizinstudium. Röslers Vorschlag: Den verhassten Numerus Clausus für das Medizinstudium abschaffen. Klingt auf den ersten Blick plausibel, denn das, so glaubt das Gesundheitsministerium, führe unweigerlich dazu, dass es mehr Medizinstudenten gibt.
Aber halt. Was war doch gleich der Grund für den Numerus Clausus? Ach ja richtig, es gibt nur eine begrenzte Zahl von Studienplätzen, deren Vergabe durch den NC geregelt werden soll. Wenn also mehr Ärzte in Zukunft ausgebildet werden sollen, dann brauch es vor allem eins: mehr Studienplätze. Und wenn zudem noch erreicht werden soll, dass nicht nur die Kandidaten mit einem Einser-Abitur einen Studienplatz kriegen, sondern auch diejenigen mit einem Zweier- oder gar Dreier-Durchschnitt, dann sind so viele Studienplätze nötig, dass es vielleicht in 10 Jahren einen klaren „Ärzteüberschuss“ geben könnte. Erschwerend kommen die unispezifischen Zulassungsbedingungen. Denn längst ist der NC nicht mehr das einzige Kriterium bei der Studienplatzvergabe.
Der oft beklagte Ärztemangel, vor allem auf dem Land, dürfte sich kaum durch das Abschaffen des Numerus Clausus ausbügeln lassen. Denn die Gründe hierfür und für das Auswandern zahlreicher Ärzte ins Ausland, liegen vermutlich in den generell schlechten Arbeitsbedingungen. Obwohl sich Röslers Vorschlag bei näherer Betrachtung eher als Milchmädchenrechnung entpuppt, setzt die Kritik eine längst überfällige Diskussion in Gang. Man darf vor allem auf die nächsten Jahre gespannt sein, wenn gleich zwei Jahrgänge wegen der Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium, den Unis die Bude einrennen.


