Kategorie: Allgemeines
Oh, Fahrrad … die Zeit ohne Dich ist schrecklich … die Sehnsucht nach Dir steigt von Minute zu Minute.
Aber von vorn: Seit zwei Wochen ist es mir verwehrt, mein heißgeliebtes Fortbewegungsmittel zu benutzen, weil sich der Weg zu meiner Schaffensstätte auf fast 10 km verlängert hat. Glücklicherweise tangiert eine Buslinie direkt meine Haustür, weswegen ich mich dazu entschlossen habe, dieses öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Diese Idee missfiel mir zwar zunächst zutiefst, aber da ich kein Auto besitze, hatte ich wohl keine andere Alternative.
Die Beschaffung einer Monatskarte erwies sich allerdings als nicht so einfach wie man vielleicht meinen könnte. Zuerst versuchte ich mein Glück bei der Deutschen Bahn, da mir der gute alte Freund Internet den Fahrkartenschalter der Selbigen empfohlen hatte. Dort angekommen, versuchte man mir auf unverständliche Art und Weise zu erklären, dass es der Bahn unmöglich sei, mir hier und jetzt eine Fahrkarte auszustellen. Ein Formular von der FH sei unabkömmlich. Mit diesem solle ich dann zum Kundencenter 300m weiter gehen. Die könnten mir auf jeden Fall helfen. Zwei Tage später, mit ausgefülltem Formular bestückt, betrat ich das Kundencenter und musste mit Entsetzen feststellen, dass man mir auch dort keine einfache Monatskarte aushändigen konnte. Man empfahl mich weiter an das Padersprinterbüro in der Zentralstation, wo ich nun endlich das heiß begehrte Stück Papier entgegennehmen durfte.
Am nächsten Tag, es waren minus 20 Grad, folgte meine morgendliche Busfahrpremiere zur Arbeit. Nach 15 Minuten darben in der eisigen Kälte Paderborns vermochte ich durch die Eisschicht auf meinen Augen ein kastenförmiges Gefährt anrollen sehen. Es war vollgestopft bis an die Decke. Mist; daran hatte ich nicht gedacht … es war Schulzeit. Wenn ich das geahnt hätte …
Aber ändern konnte das nun auch nichts mehr. Da musste man jetzt durch.
Die durch die Vollheit bedingte olfaktorische und akustische Belästigung war kaum zu ertragen.
Nach einer halben Ewigkeit wurde endlich die Schulhaltestelle angefahren und der Bus leerte sich rapide auf nur noch ca. 10 Personen. Es war wie eine Erlösung als sich die Türen öffneten, frische und eisige Luft hineinströmte und die Schulkinder in die Freiheit stürmten. Viiieeel bessser.
Nach einer halben Stunde war auch meine Wenigkeit am Ziel angelangt.
Wenn ich an unsere schönen Zeiten denke, Fahrrad. Wie wir morgens immer jedem Wetter trotzten, fit und wach pünktlich dort ankamen, wo wir hinwollten. Und erst die völlige Unabhängigkeit von Fahrplänen und Verspätungen …


20. Januar 2009 at 20:48
Wer kennt es nicht, das erste mal… Die erste Begegnung mit dem Ungetüm Omnibus. Eine Erfahrung die ebenso schrecklich wie unvermeidlich zugleich ist.
Drum kann ich deinen Wunsch nach einer baldigen Rückkehr auf den Drahtesel sehr gut nachvollziehen…
22. Januar 2009 at 12:36
ich kann das auch gut nachvollziehen. ich fahre auch am liebsten mit meinem bike durch die gegend! keine parkplatz-sucherei, keine rücksicht auf den straßenverkehr. man kann sich einfach frei und flexibel fühlen. ich finds auch ätzend in voll gequetschte busse zu steigen, aber manchmal lässt einem halt das wetter oder die entfernung keine andere wahl. ich freu mich aber schon auf die schöner werdende jahreszeit, wo ich mein rad putzen und neue kilometer verpassen kann…