Ob aus Geselligkeit oder Genuss: Das Feierabendbier oder ein Gläschen Wein nach einem anstrengenden Arbeitstag hat sich wohl jeder schon das ein oder andere Mal genehmigt. Aber gerade in Führungspositionen, in denen ein hoher Druck herrscht, greifen nicht nur Männer nach Feierabend zum Glas. Eine aktuelle Untersuchung der Leibnitz Universität Hannover deutet darauf hin, dass auch Frauen in hohen Positionen besonders häufig Alkohol nach Feierabend konsumieren.
Mit dem 6-monatigen Forschungsprojekt des Instituts für Arbeitswissenschaft sollen neue Konzepte sowie Instrumente zur betrieblichen Suchtprävention entwickelt werden.
Die Problematik ist aber schon etwas länger bekannt: 2007 ergab eine Studie aus England, dass, je höher die berufliche Qualifikation ist, desto wahrscheinlicher ist auch ein erhöhter Alkoholkonsum. Besonders überraschend fand ich die Tatsache, dass laut Robert-Koch-Institut der Anteil von Frauen mit moderatem bis hohen Alkoholkonsum in der „Oberschicht“ mit 20,1% am höchsten ist.
Den Grund für diese Entwicklung sehen die Forscher in dem stetigen Erfolgsdruck, der sich als Stress und in Form psychischer Belastungen zeigt. Auch die Doppelbelastung von Beruf, Familie und Partnerschaft birgt ein hohes Stresspotenzial. Um nach Feierabend also schnelle Entlastung zu spüren, sei der Griff zum Glas für viele Betroffene am einfachsten. Ist es allerdings bereits soweit, dass das Glas Wein zur unverzichtbaren Angewohnheit geworden ist und aus einem Glas schnell eine ganze Flasche wird, helfen die üblichen Entspannungs- und Ausgleichsmethoden, wie z.B. Sport nicht mehr aus. Laut der Projektleiterin der Studie, müssen Unternehmen verstärkt auf Prävention setzen. Eine zentrale Rolle spielen vor allem die Beratung und die Wissensvermittlung zum Thema Alkoholkonsum.



8. November 2011 at 09:26
ich hatte kürzlich zu diesem thema recherchiert und bin auf diese seite gestoßen. wie es ganz unten heißt: eine zentrale rolle spielt die beratung und wissensvermittlung. hinsichtlich der problematik des überhöhten alkoholkonsums bei frauen in führungspositionen wirft sich für mich ganz persönlich die frage auf, inwieweit diese personengruppe auf alkohol dann ganz verzichten kann, wenn es sein muss: nämlich in der schwangerschaft. hier kollidieren gewisse süchte sicher mit einem ausreichenden bildungspotenzial, welches ein potenzielles vehlverhalten eigentlich unmöglich machen sollte… zahlen gibt es hierzu aber leider nicht soweit ich weiß. dennoch bleibt der aspekt der aufklärung und diesbezüglich finde ich ihren artikel sehr gut. zum nachdenken anregen schadet ja nie! T.
10. November 2011 at 17:45
Konkretere Zahlen habe ich auch nicht gefunden. Allerdings darf man bis Ende Februar nächsten Jahres mit dem Ergebnis der Studie “Riskanter Alkoholkonsum bei weiblichen Fach- und Führungskräften” rechnen. Diese wurde vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert und wird demnächst etwas Licht in Dunkel bringen.