Ein Punkt, über den man in Stellenausschreibungen oft stolpert, ist die Frage nach der Gehaltsvorstellung. Insbesondere Absolventen, die ihr erstes Arbeitsverhältnis antreten, bereitet die Angabe eines angemessenen Einstiegsgehalts Probleme. Um sich mit zu hohen oder zu niedrigen Gehaltsvorstellungen nicht gleich von der Bewerberliste zu streichen, ist es wichtig zu verstehen, welche Informationen mit dieser Frage noch über den Bewerber gesammelt werden.
Zunächst überprüfen Unternehmen anhand der angegebenen Gehaltsvorstellungen, ob die Vorstellungen beider Seiten übereinstimmen und der Bewerber seinen eigenen Marktwert kennt. Darüber hinaus vermittelt die Gehaltsvorstellung dem Personaler einen Eindruck darüber, ob sich der potentielle Kandidat bereits mit der Branche und dem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Hilfe für die Ermittlung eines angemessenen Einstiegsgehalts bieten z.B. Gehaltstabellen der jeweiligen Branchen und Aufgabenfelder. Außerdem ist es vorteilhaft, mittels eines Gehaltsrechners das monatliche Netto-Einkommen zu ermitteln. So lässt sich zumindest schon mal überschlagen, was nach Abzug von Steuern und Beiträgen noch im Portemonnaie landet und es verhindert unter Umständen, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig bleibt.
Die Frage, die sich letztendlich jedoch stellt, ist, ob konkrete Gehaltsvorstellungen bereits bei der schriftlichen Bewerbung genannt werden sollen oder ob dies eher in einem persönlichen Gespräch zwischen Bewerber und potentiellem Arbeitgeber besprochen werden sollte. Dies hat den Vorteil, dass auf die zukünftigen Aufgaben und Tätigkeiten detaillierter eingegangen werden kann und sich die Gehaltsvorstellungen noch einmal anpassen lassen.
Wer sich unsicher ist, welches Einstiegsgehalt das "Richtige" ist, sollte daher im Anschreiben auf die Klärung in einem persönlichen Gespräch bitten und sich im Vornherein umfassend über die Branche und das Unternehmen informieren.



17. Juni 2010 at 13:57
Die verlinkte Gehaltstabelle hat zwei entscheidende Haken, weswegen sich Absolventen trotz vorheriger Recherche in die Nesseln setzen können: Die Gehaltstabelle unterscheidet weder nach Größe des Unternehmens noch nach Region. Oft ist es doch so, dass bei solchen Gehaltsrankings vor allem große Unternehmen teilnehmen bzw. eine hohe Zahl an Messwerten aus großen Unternehmen zur Verfügung steht, die am Ende das Bild verzerrt. Denn sind wir mal ehrlich: Kleinere Unternehmen zahlen in der Regel schlechter und das sollte ein Absolvent wissen, wenn er sich dort bewirbt. Ebenso ist das West-Ost-Gefälle immer noch allgegenwärtig.
Letztlich kann es dann bei der Suche nach einem angemessen Gehalt auch helfen, wenn man sich im Freundes- oder Familienkreis mal umhört. So hat man aus verschiedenen Quellen ein paar Infos und kann sich sein eigenes Urteil bilden.