Suchen Unternehmen eigentlich Absolventen, die extrem viel Ahnung in ihrem Fachgebiet haben oder eher Generalisten mit einem breiten Allgemeinwissen? Natürlich gibt es Berufe, zum Beispiel in der IT-Branche, bei denen Bewerber vor allem in ihrem Bereich Ahnung haben müssen. Aber auch sie sollten in der Lage sein, über den eigenen Tellerrand zu blicken – denn Fachidioten will kein Unternehmen.
Besonders wichtig ist ein breites Allgemeinwissen bei Dienstleistungs- oder Beratungsberufen, also dort, wo viel Kundenkontakt herrscht. Und nicht nur dort lauert die Falle im Vorstellungsgespräch. Wenn man wirklich mal keine Ahnung hat, kann man das ruhig zugeben, denn einen Bluff erkennen erfahrene Personaler sofort. Es geht ihnen auch nicht immer um eine exakt richtige Antwort, sondern darum, die Reaktion des Bewerbers zu testen. Sicher fragen einen nicht alle Personaler über geografische oder politische Fakten aus und haben einen vorgefertigten Fragebogen. Trotzdem sollte man gut vorbereitet sein, Allgemeinbildung erweitert schließlich auch den eigenen Horizont.
Das Problem: Gerade in Zeiten von Bologna können Studenten sich nicht treiben lassen und bekommen durch den starken Leistungsdruck schnell den Tunnelblick. Wir raten daher vor allem Bachelor-Studenten, Lesen zu einer täglichen Priorität zu machen, seien es Tageszeitungen, Magazine oder gar Belletristik. Auch mir fällt es zugegebenermaßen schwer, zwischen Seminartexten, Hausarbeiten-Lektüre und Vorlesungsfolien immer Zeit und Motivation für Tageszeitungen zu finden. Aber mal ganz ehrlich, wenn man wirklich will, tut auch ein gelegentlicher Blick auf Spiegel-Online nicht weh …


