Nicht nur ein gewisses Getränk „verleiht Flügel“, nein, auch die Liebe. Jedenfalls ist Franzi, seitdem sie mit ihrem Lars –so heißt der Auserwählte- zusammen ist, wie ausgewechselt, wenn man sie nach ihren beruflichen Plänen fragt. Sollte ich mich ärgern, dass sie uns nicht an ihrer Entscheidung hat teilnehmen lassen? Es ist ihr Leben, aber kostet es letztendlich nicht unser Geld?
Nun gut, sie hat sich entschieden und wollte uns nun an diesem denkwürdigen Samstagabend zur besten „Wetten dass…“-Zeit darüber informieren. Mit großer Erwartung saßen mein Mann und ich im Wohnzimmer, aufgereiht auf unserem blau-gemusterten Sofa und schauten in die rehbraunen Augen unserer Tochter. Stolz verkündete sie, sie hätte mit Lars gesprochen und Lars meinte, „Au pair“ käme zur Zeit für sie nicht in Frage, da sie sich doch erst gefunden hätten und eine Trennung für ihn einfach undenkbar wäre.
Lars meinte weiter, dass sie doch gut mit Kindern könne, aber eine Ausbildung als Kindergärtnerin o.ä. nur vertane Zeit wäre. Ja, ist das so? Dies wusste ich noch nicht! Schließlich meinte Lars, sie solle doch studieren. Er, Lars, könne sich noch gut an seine Studienzeit erinnern, die vielen Feten, die langen Semesterferien ....usw. Jedenfalls ist Franzi begeistert von dem Gedanken an ein Studium.
Sie hat sich für „Grundschulpädagogik“ entschieden, bereits Bewerbungsunterlagen aus dem Internet gezogen, die für eine Studienplatzbewerbung notwendigen Unterlagen zusammengestellt und ihre Zeugnisse beglaubigen lassen; die unterschiedlichsten Zulassungsanträge ausgefüllt und – man höre und staune - die Unterlagen an diverse Universitäten geschickt, wobei sie selbstverständlich gerne hier in ihrer Heimatstadt studieren würde. „In meiner Nähe“, hatte Lars gemeint. Nun denn, wenn Lars meint!


