Kategorie: Allgemeines
„Die Un-Arbeitslosen sind die wahren Frustrierten“, behaupten Dr. Volker Kitz und Dr. Manuel Tusch in ihrem brandneuen Buch „Das Frustjobkillerbuch: Warum es egal ist, für wen Sie arbeiten“.
Tatsächlich sind zahlreiche Arbeitnehmer (nicht nur bei uns in Deutschland) alles andere als zufrieden in ihrem Job, schleppen sich jeden Tag schlecht gelaunt ins Büro, sitzen dort ihre Zeit ab und würden diesen direkt gegen einen anderen eintauschen. Welches sind jedoch die Gründe für diese Unzufriedenheit und was kann man als Arbeitnehmer dagegen tun? Diesen Fragen sind Kitz und Tusch während der Recherche für ihr Buch nachgegangen, und nach unzähligen Interviews und noch mehr Umfragen kamen sie letztendlich zu der Erkenntnis, dass die eigene Unzufriedenheit nicht unmittelbar mit dem eigenen Job zusammenhängt, sondern in jedem anderen Job ebenso vorhanden wäre.
Zunächst untersuchen die Autoren die häufigsten Ursachen für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz. Hier findet sich so ziemlich jeder wieder, denn wer hat sich nicht schon mal über schlechte Bezahlung, die lieben Kollegen oder auch fehlende Anerkennung des Chefs beklagt?! Kitz und Tusch analysieren jedes Problem für sich und können mit einigen interessanten Studien aufwarten. So ist es beispielsweise egal, wie viel wir in unserem Job verdienen, es wird uns nie genug sein (Zwei Welten Experiment). Ähnlich sieht es mit Lob und Anerkennung aus, auch hier legen die Autoren relativ einleuchtend dar, warum uns dies nie genug sein wird. Anders ausgedrückt: da wir unseren Job aufgrund eines „dominanten Motivs“ wählen (Geld, Status, etc.), an welches wir Erwartungen knüpfen (gleiches kann auch für privates gelten), die mit der Realität nicht vereinbar sind, ist kein Job gut genug für uns und ein Jobwechsel letztendlich nur vergeudete Zeit.
Zum Glück lassen uns die Autoren mit diesen Erkenntnissen aber nicht im Regen stehen, sondern liefern im zweiten Teil des Buches die Lösungsansätze gleich mit. Tusch und Kitz stellen unterschiedliche Strategien für unterschiedliche Probleme vor. Mit speziellen Übungen und zahlreichen psychologischen Tricks, lernen wir nun unter anderem, den Chef und die Kollegen nicht mehr zu hassen und wie wir unsere materielle Zufriedenheit stärken können. Der Leser wird dazu animiert, sich selbst zu verändern und neue Einsichten zu gewinnen. Dabei gilt es vor allem, auch den richtigen „Erwartungsmix“ zu finden (von allem ein bisschen, nicht von einem ganz viel).
Am Ende der Lektüre ist man durchaus erstaunt, wie viel man noch über sich selbst lernen und auch ändern kann. Vieles wäre einen Versuch durchaus Wert. Möglicherweise entdeckt man dann seinen Job tatsächlich neu, wird zufriedener und ausgeglichener. In Einzelfällen dürfte die Unzufriedenheit, welche durch ein (auch objektiv, nicht nur subjektiv) zu niedriges Gehalt oder Probleme mit den Kollegen bzw. Vorgesetzten entstehen, auch durch eine veränderte Einstellung zum Leben und zum Job allerdings nicht zu beheben sein. Hier stoßen dann auch die Strategien des „Frustjobkillerbuches“ an ihre Grenzen und ein Jobwechsel ist in diesen Fällen vielleicht doch durchaus angebracht



25. Januar 2009 at 15:51
Hab gerade eine Seite gefunden, die sich scheinbar um Jobfrustrierte kümmert.
Sie ist offenbar erst im Aufbau, bietet aber Forum, Chat, Spiele, Infos…
Vielleicht wird daraus ja etwas.