Kurz vor seinem 90. Geburtstag hat Altkanzler Helmut Schmidt einigen Abiturienten in Hamburg noch mal kräftig den Kopf gewaschen: „Wenn Sie sich aber für einen Beruf oder eine Ausbildung entschieden haben, dann sollten Sie Ihren Weg mit Ernst und mit Fleiß beschreiten, statt endlos herumzustudieren.“ Die Studiendauer sei „skandalös“.
Ein Grund für die lange Studienzeit sei vor allem die Unfähigkeit deutscher Professoren, ihre eigenen Universitäten betriebswirtschaftlich vernünftig zu organisieren.
Und so warf der Altkanzler mit allerlei Lebensweisheiten um sich. So auch auf die Frage, ob ein Jahr im Ausland nach der Schule Zeitverschwendung wäre: „Natürlich geht der Beruf vor! Aber es gibt doch wohl Semesterferien. Was machen Sie eigentlich da? Reisen Sie gefälligst in der Welt herum! Und nicht nach Las Palmas oder ans Mittelmeer oder wo es sonst schöne Strände gibt. Reisen Sie in Länder, in denen man sich umsehen und etwas lernen kann!“
Eigentlich alles gut gemeinte Ratschläge. Dennoch leichter gesagt als getan, denn den meisten Studenten fällt es zunehmend schwer, alles miteinander zu vereinbaren: Da sind neben der Uni noch der Job, mit dem man sich seinen Lebensunterhalt finanziert, die Hausarbeiten und Klausuren, die man in den Semesterferien schreiben muss, Praktika und Auslandssemester müssen auch noch Platz finden. Ach ja, wie heißt es doch gleich,…Freizeit soll es ja auch noch geben. So kann es schon mal sein, dass der deutsche Student länger studiert, als vorgesehen. Und das sich die Studienbedingungen und Lebensumstände seit 1949 etwas geändert haben, dürfte auch einem Helmut Schmidt nicht entgangen sein.


