"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" Heute habe ich wieder einen Artikel über Hochschulrankings gelesen. Natürlich interessiert mich das, und solche Rankings haben sicherlich auch ihre Berechtigung. Die Ausstattung einer Hochschule, die Betreuungsquote (Professor zu Studierenden) und der Ruf sind sicherlich ganz wichtig. Die Frage ist nur: „Wichtig für wen?“ Für die künftigen und aktuellen Studierenden, die Personaler der Unternehmen oder für die Hochschulen?
Gerne schaue ich natürlich auch nach, wie meine alte Hochschule wieder abgeschnitten hat. Das Ergebnis ist beeindruckend, weil der Ruf meiner Hochschule exorbitant gut ist. Somit muss ich als ehemalige Studierende einer heutigen Elite-Hochschule doch auch brillant sein, also quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung. Fakt ist aber auch, dass der gute Ruf teils auf Professoren-Persönlichkeiten beruht, die bereits längst nicht mehr da sind.
Außerdem kann ich für mich auch festhalten, dass ich diese Professoren zu meiner Zeit selten gesehen habe. Da der gute Ruf verpflichtet, hatten wir nämlich meistens das Vergnügen mit den Assistenten und nicht mit dem Professor. Ich lege die Zeitschrift beiseite und frage mich, was mir heute als Studierende wohl lieber wäre: Ein guter Ruf oder ein Professor im Hörsaal?


