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Zehn Sterne für das beste Hotel der Welt! Gemeint ist das Hotel Mama. Hier gibt es immer einen gefüllten Kühlschrank, leckeres warmes Essen auf dem Tisch, saubere Wäsche, geputzte Räume und die Geborgenheit, die man als Kind schon sehr genossen hat. Neben der Bequemlichkeit, sind auch finanzielle und psychologische Gründe dafür verantwortlich, dass Kinder immer später das Nest verlassen.
Männer bleiben laut Statistik oft länger zu Hause wohnen, als die weiblichen Geschlechter. Während sich die Söhne durchschnittlich erst mit 24 Jahren von der elterlichen Fürsorge abnabeln, sind die Töchter im Durchschnitt schon mit 22 Jahren selbstständig. Dass Frauen eher ausziehen, hat damit zu tun, dass sie eher ins Ausbildungs- und Berufsleben einsteigen und nicht noch Wehr- oder Zivildienst machen müssen. Trotzdem gibt es aber auch noch einige Nesthocker, die es noch nicht mal bis zu ihrem 30. Lebensjahr oder später geschafft haben, das Elternheim zu verlassen.
Wie werden aber eigentlich statistisch die Leute erfasst, die immer am Wochenende das Hotel Mama beziehen oder wieder ganz in den elterlichen Beherbergungsbetrieb zurückkommen? Unter diese Typen fallen wohl am ehesten Studenten, die am Wochenende nach Hause fahren, um sich die Klamotten waschen zu lassen und die Taschen mit Sachen aus dem Kühlschrank für die nächste Woche zu füllen. Doch so lange die armen Kinder noch kein eigenes Geld haben, wird das Hotel Mama wohl immer ein Zimmer für sie reserviert haben.
Andere Nesthocker-Typen sind zum einen die „strebsamen Lebensplaner“, die fleißig ihrem Beruf nachkommen und es als selbstverständlich ansehen, wenn sie sich zu Hause dafür von ihren Eltern verwöhnen lassen. Eine andere Gruppe sind die „Anhänglichen“, die gemeinsame Fernseh- und Spielabende mit der Familie lieben und häufig auch nach dem Auszug in der Nähe bleiben.
Die Lebensumstände der jüngeren Generationen haben sich also immer mehr verschoben, so dass befristete Arbeitsverträge und unsichere Arbeitsplätze dafür sorgen, dass auch berufstätige Kinder im Hotel Mama wohnen bleiben.


