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Am nächsten Tag sind Rollenspiele angesagt. Gut für mich, immerhin hat gestern niemand gemerkt, wie chaotisch es in mir drin aussah – der geborene Schauspieler eben. Ich muss den Chef geben in unserem kleinen Laientheater und muss entscheiden, ob ein Mitarbeiter entlassen werden sollte oder nicht. Ich höre mir die Argumente aller Beteiligten an und entscheide dann, dass eine Kündigung nötig ist, da es sich um wiederholte Verstöße handelt. Eine gewagte Entscheidung, doch den Chefs scheint sie zu gefallen – jedenfalls rede ich mir das ein.

Es folgt die Stelle, in der die Bewerber beweisen müssen, ob sie in ihren Bewerbungen geschummelt haben oder nicht. Es geht um eine Gruppenaufgabe, in der wir 10 Begriffe, die das Unternehmen beschreiben, in eine Reihenfolge von „wichtig“ bis „weniger wichtig“ bringen und anschließend unsere Entscheidung in der Gruppe diskutieren sollen – unsere Teamfähigkeit wird also ausgelotet. Ich lasse alle aussprechen, bleibe präsent, argumentiere gut, bringe mich ins Gespräch ein und versuche meine Überlegungen an der zur Verfügung stehenden Tafel zu visualisieren – jedenfalls hoffe ich, dass es nach außen hin auch so ausgesehen hat.

Zum Abschluss müssen wir eine Werbekampagne konzipieren. Kreativität auf Knopfdruck – nicht leicht, aber machbar, wie ich zum Glück aus meinen verschiedenen Praktika weiß. Nach den vorgegebenen 15 Minuten stehe ich vor der versammelten Mannschaft und schildere meine Strategie, in die ich soviel meiner Erfahrung und meines Wissens aus verschiedenen Marketing-Abteilungen einbringe. Also ich fand mich gut. Jetzt muss sich nur noch herausstellen, ob die Personalverantwortlichen das genauso sehen. Jetzt kommt die schwierigste Aufgabe in so einem Bewerbungsprozess: Warten. Mehr kann ich nicht mehr tun. Zwischen Euphorie und völligem Entsetzen schwankend verbringe ich die nächsten Wochen.







Blog GO!Jobware - RSS Feed - Kommentare zu Ich schaff das! Oder?

4 Kommentare zu „Ich schaff das! Oder?“




  1. Anna Says:

    @ Stephan, was du da beschreibst kommt mir irgendwie bekannt vor. Mein Freund steckt auch mitten im Bewerbungsverfahren und hat bereits drei Assessment-Center hinter sich gebracht, leider ohne positives Ergebnis! Ich finde das schon sehr belastend und will gar nicht wissen, wie es sein wird, wenn ich da mal durch muss! Man bekommt auch in all den verschiedenen Ratgebern die unterschiedlichsten Informationen und daraus soll man mal schlau werden. Ich finde aber, dass du dich bei der Gruppendiskussion gut eingebracht hast; das ist schon mal wichtig und der Rest klingt auch schon mal ganz gut. Oder…?




  2. Frank Says:

    Hi Stephan, ich bereite mich grade auf ein Assessemt-Center vor und würde gerne wissen, welche Literatur du zur Vorbereitung gelesen hast (sofern du das überhaupt getan hast). Denn so ganz ohne Vorarbeit will ich da nicht rein, vor allem weil ich nicht weiß was mich dort erwartet. Wäre also nett von dir und ich hoffe du bekommst bald eine Antwort, damit das Warten für dich ein Ende hat!




  3. Team GO!Jobware Says:

    Hallo Frank,

    zum Thema “Assessment-Center” findest Du auch ausführliche Infos und Tipps in unserem “Wiki”. Zur intensiven Vorbereitung auf dein Assessment-Center können wir dir z.B. folgende Bücher empfehlen:

    Assessment Center für Hochschulabsolventen: Bewältigungsstrategien für das härteste Personalausleseverfahren von Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader (Verlag Eichborn)

    Assessment-Center-Training für Hochschulabsolventen; Die wichtigsten Übungen- die besten Lösungen von Püttjer & Schnierda(Campus-Verlag)

    Assessment Center; Erfolgstipps und Übungen für Bewerber (Goldmanns Taschenbücher)

    Der Buchhandel hält jede Menge Bücher zu diesem Thema bereit, einfach mal in diverse Exemplare reinschauen.

    Eine gute Vorbereitung verschafft dir auf jeden Fall die nötige Sicherheit, um dein Assessment-Center erfolgreich zu meistern.

    Wir wünschen dir viel Erfolg!




  4. Frank Says:

    Das ist ja klasse. Vielen Dank. Dann mache mich mal gleich auf zur Buchhandlung und schaue mir die Bücher an. Bestimmt wird mir eins am besten gefallen und das nehme ich dann mit! Ich habe ja jetzt das Wochenende Zeit mich vorzubereiten und am Montag geht es dann auch schon los. Drückt mir die Daumen!




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