Kategorie: Allgemeines
Studenten haben ein sorgloses Leben: bis zwölf Uhr „morgens“ schlafen, legendäre Partys mit viel Alkohol und Vorlesungen, zu denen man ja nicht zwangsläufig anwesend sein muss – ob nun körperlich oder geistig. Das ist die allgemein vorherrschende Meinung unter Nicht-Studenten. Die Wahrheit sieht oft anders aus. So sorg- und gedankenlos geht tatsächlich kaum ein Student durch die Weltgeschichte.
Frage einen Studenten und er wird dir bestätigen schon mindestens einmal Zweifel an seinem Studium gehabt zu haben. Zweifel, die als Fragen auftauchen: Werde ich das alles überhaupt schaffen, werde ich mithalten können? Ist es wirklich das Richtige für mich, was ich da studiere? Was mache ich später damit, kann ich davon leben? Soll ich nicht besser das Fach wechseln? Oder abbrechen? Vielleicht doch eine Ausbildung? Diese Unsicherheit kann so schnell auftauchen wie sie wieder verschwinden kann.
Das Schlimmste ist aber, dass sie überhaupt kommt. Und sie hat nichts damit zu tun, dass sich der Student im Voraus nicht genügend mit der Wahl des Faches auseinandergesetzt, sich nicht ausreichend informiert hätte. Denn man kann vorher nicht wissen, was hinterher sein wird, auch wenn man sich zu hundert Prozent sicher war. Es gibt viele Gründe, warum die Zweifel plötzlich auftauchen: eine verpatzte Klausur oder vielleicht einfach zu viel Zeit zum Nachdenken. Sicher ist, dass sich Studenten in einer Phase zwischen Kind- und Erwachsensein befinden und Zweifel zu dieser Entwicklungsphase dazugehören.
Es ist wichtig, sich nicht zu schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Vorschnelle Entscheidungen sind hier nicht angebracht, denn Zweifel bedeuten nicht, dass man einen falschen Lebensweg eingeschlagen hat. Sie werden uns unser ganzes Leben begleiten, denn es ist doch klar, dass man bemüht ist, den besten Weg für sich selbst zu finden. Zum Glück legen sich die meisten Zweifel schnell wieder und der Alltag kann weitergehen. Sollte das allerdings nicht passieren und man stellt fest, dass sich Interessen und Ziele geändert haben, ist es nie zu spät, die Richtung zu wechseln und das als neue Chance zu begreifen.


