Nachdem wir hier ja schon das ein oder andere Mal darüber berichtet haben, dass ein Großteil der Studenten überhaupt kein Problem darin sieht, nach dem Studium einen (gut bezahlten) Job zu finden, gibt es jetzt Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die leider eine ganz andere Sprache sprechen. Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern stieg im Jahr 2009 überproportional stark an. Im Dezember des vergangenen Jahres waren 11,6 Prozent mehr Hochschulabsolventen arbeitslos als noch im Januar (150.000 -> 167.000). Noch schlechter lief es vor knapp 10 Jahren, nachdem die Dotcom-Blase platzte. Damals stieg die Zahl arbeitsloser Hochschulabsolventen von 180.000 auf 224.000. Satte 25 Prozent und der absolute Höchstwert seit der Wiedervereinigung.
Überraschend ist das aufgrund der momentanen konjunkturellen Krise natürlich nicht. Da Deutschland eine Exportnation ist, sind vor allem Elektro-, Metall und Hochleistungstechnologie – Branchen betroffen. Hier werden traditionell viele Facharbeiter mit Hochschulabschluss beschäftigt - die wurden 2009 wegen schwacher Auftragslage entlassen. Besonders schwer haben es aber die Job-Einsteiger. Die Übergangszeit vom Studium in den Job wird einfach immer länger. Von Januar bis Dezember 2009 hat sich die Zahl der Hochschulabsolventen, die keinen Job finden und deshalb direkt Hartz IV beantragen müssen, um 10 Prozent erhöht.
Interessant ist aber auch die Tatsache, dass gleichzeitig die Arbeitslosigkeit bei denjenigen ohne abgeschlossene Berufsaubildung um mehr als 10 Prozent gesunken ist: Von 1,4 Millionen im Januar 2009 auf 1,26 Millionen im Dezember. Ernsthafte Sorgen muss man sich aber wohl nicht machen, denn sobald sich die (weltwirtschaftliche) Lage verbessert, gibt es auch wieder mehr Jobs für Absolventen. Wohl nur ein schwacher Trost für viele, die es aktuell betrifft ...


