Kategorie: Allgemeines
Die Studenten der Uni Leipzig protestieren. Nicht gegen Studiengebühren, sondern gegen die neue Ladenzeile, die sich im Erdgeschoss des neuen Institutsgebäudes der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät befindet. In Zusammenarbeit mit dem privaten Investor MIB, hat die Universität Leipzig das Gebäude als Teil einer Neugestaltung des Campus errichtet, das pünktlich zum 600-jährigen Jubiläum der Uni in diesem Jahr fertig gestellt werden soll.
Seit Oktober 2008 können die Studenten bereits in den verschiedenen Geschäften bummeln und in der Mittagspause bei Puma, Levi’s und Co. shoppen. Was bei einigen Studenten für Empörung sorgt, soll laut Sprecher der Universität der Aufwertung der „Grimmaischen Straße“ dienen und die Uni für das Stadtleben öffnen.
Dass dabei einigen Studenten die räumliche Trennung zwischen Bildung und Kommerz fehlt und sie die Unabhängigkeit ihrer Universität in Gefahr sehen, ist verständlich. Denn schließlich sind es nicht mehr der gute alte Copy Shop oder die klassische Unibuchhandlung, die sich hier niederlassen, sondern unter anderem Starbuck’s, was für viele der Inbegriff von Kommerz und Globalisierung ist. Dennoch ist Leipzig nicht die einzige Uni an der es kommerzielle Einrichtungen gibt.
Es gibt aber nicht nur Kritiker, sondern auch Praktiker, die sich zwischen den Vorlesungen gerne einen Frappucino Choco Chip bei Starbuck’s holen. Dennoch stellt sich vielen die Frage, wie viel Kommerz eine staatliche Bildungseinrichtung vertragen kann. Aber gegen einen Kaffee in der Mittagspause ist doch eigentlich nichts einzuwenden, oder?


