Die Uni Kiel fährt jetzt harte Geschütze auf, um gegen potenzielle Schwänzer vorzugehen. Dazu sollen Ärzte ihre Schweigepflicht aufheben. Eine übliche Krankschreibung reicht nicht mehr, da die Uni befürchtet, dass die Ärzte den Studenten häufig aus Gefälligkeit ein Attest erstellen, damit sie eine Prüfung wiederholen können. Deswegen gibt es jetzt ein Formular, das weit mehr als eine übliche Krankschreibung umfasst. Angaben zur Bezeichnung der Krankheit, Symptome und die voraussichtliche Dauer der Krankheit, sollen helfen, die Schwänzer auffliegen zu lassen.
Datenschützer schwingen schon wieder die Moral-Keule, aber wenn ich mir überlege, wie viele meiner Mit-Studenten sich vor den Vorlesungen und Prüfungen drücken, weil sie lieber ausschlafen oder gerne zu spät kommen, während man selber sich alltäglich dazu aufrafft und bemüht, pünktlich zu sein. Natürlich geht es niemanden etwas an, warum man nicht zur Prüfung kommen kann und man kann auch mal einen schlechten Tag haben und sollte lieber auf Vertrauen anstatt Kontrolle setzen. Dennoch ist es auch nur fair denen gegenüber, die sich nicht wegen jeder Lappalie ein Attest ausstellen lassen und sich bemühen, sich angemessen auf eine Prüfung vorzubereiten. Blaumacher an der Uni Kiel wird das Leben jedenfalls jetzt etwas schwerer gemacht.


