Die Deutschen melden sich häufiger krank, als noch vor 5 Jahren. Das geht aus dem aktuellen Fehlzeiten-Report (ja, sowas gibt es tatsächlich) hervor. 2010 wurde demnach der höchste Halbjahresstand in den letzten 5 Jahren gemeldet. Für Zahlen- und Statistik-Freunde: Die Fehlquote im ersten Halbjahr liegt bei 4 Fehltagen. Das sind 3,58% der Sollarbeitszeit. Frauen fehlten laut Statistik 0,36% häufiger als Männer.
Was auf den ersten Blick beunruhigend wirken mag, ist eigentlich durchaus positiv zu bewerten. Schließlich bedeuten diese Statistiken nicht, dass die Deutschen zwangsläufig auch häufiger krank sind (und auch nicht, dass sie häufiger blau machen). Das Ganze ist laut Arbeitsmarktexperten eher saisonal bedingt. Aber vor allem die konjunkturelle Situation spielt eine wichtige Rolle. So melden sich in Krisenzeiten weniger Arbeitnehmer krank, aus Angst ihren Job zu gefährden.
Vielleicht ändert sich aber auch langsam das Bewusstsein dafür, was richtig ist und was nicht. Schließlich macht es keinen Sinn, krank zur Arbeit zu erscheinen, weil man Angst um seine Arbeitsstelle hat. Oft schadet es nämlich sogar eher, wenn der kranke Kollege die anderen ansteckt und auch die Konzentration und Leistungsfähigkeit leidet gehörig. Außerdem folgen auf eine verschleppte Krankheit häufig noch mehr Fehltage, als wenn man sich einmal richtig auskuriert.


