Kürzlich bin ich auf eine interessante Nebenjob-Möglichkeit gestoßen, die bei immer mehr Studenten in den USA, vor allem in Washington, großen Anklang findet. „Line-Standing“ heißt nämlich dort das neue Kellnern und ist nichts anderes (wie der Name schon vermuten lässt), als für jemand anderen in der Schlange zu stehen und zu warten, zu warten und warten…
Diese „anderen“ sind meist Lobbyisten oder Anwälte, die sich über Agenturen ihren persönlichen „Schlange-Steher“ buchen, um so Zeit zu sparen, bevor sie dann im Kongress im Kapitol an Anhörungen teilnehmen. Die Gebuchten sind oftmals Studenten, die sich mit diesem lukrativen Nebenjob ihr Studium finanzieren. Sie dürfen während des Schlagestehens natürlich nicht sitzen, sondern müssen bis zum Eintreffen des Kunden, der sie gebucht hat, brav anstehen.
Lesen, Musik hören und unterhalten ist natürlich erlaubt. An der Wand lehnen übrigens auch. Die Wartezeiten können bei interessanten und medienwirksamen Anhörungen schon mal bis zu 12 Stunden betragen.
Die Bezahlung scheint die Studenten für ihre Strapazen und das frühe Aufstehen zu entschädigen. Ich stelle es mir nicht so angenehm 8 Stunden oder länger irgendwo in einer Schlage zu stehen und zu warten, aber für umgerechnet 12 Euro pro Stunde könnte man über einen krummen Rücken und kaputte Füße durchaus reden.


