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fotolia_36021466_xs-mit-sch Dass das Projekt Bologna nicht wirklich den gewünschten Erfolg gebracht hat, dürfte mittlerweile allen klar geworden sein. Dass der Schuss aber genauer gesagt sogar nach hinten losgegangen ist, zeigte eine vor kurzem veröffentlichte Studie des Hochschul-Informationssystems (HIS). Hier wurde nämlich festgestellt, dass beim Absolventenjahrgang 2010 28 Prozent der Studierenden, ihr Studium ohne Abschluss beenden.

Im Vergleich zwischen Fachhochschule und Uni, schnitt die Uni deutlich schlechter ab: Insgesamt beendeten hier 35 Prozent ihr Studium ohne Abschluss. An der Fachhochschule sind es nur 19 Prozent der Bachelor-Studenten. Den Grund hierfür sehen Experten in den unterschiedlichen Einführungszeiträumen der Bolognareform: So führten die Fachhochschulen das neue Studiensystem bereits Anfang des letzten Jahrzehnts ein, die Universitäten jedoch erst in der Mitte. Denn auch zu Beginn der Einführung lag die Abbrecherquote bei den Fachhochstudenten wesentlich höher als jetzt.

Außerdem liefert die Studie ein interessantes Ergebnis im Hinblick auf die fächerspezifischen Abbruchquoten. Besonders schlecht sieht es bei den Bachelorstudenten der Ingenieurwissenschaften aus: Hier bricht knapp die Hälfte ihr Studium ohne Abschluss ab. Mit 48 Prozent sind die Ingenieurwissenschaften damit trauriger Spitzenreiter. Hier ist die Umstellung auf ganzer Linie fehlgeschlagen. Guckt man in diesem Bereich noch näher hin, so liegt in den Bereichen Mathematik, Bauingenieurwesen und Elektrotechnik sogar bei knapp über 50 Prozent.

Ganz schön erschreckende Ergebnisse, wenn man das Ganze mal in Zahlen vor sich sieht. Aber für diejenigen, die über einen Studienabbruch nachdenken, oder, besonders in den Ingenieurwissenschaften, an ihrem Fach zweifeln, sind zumindest laut Statistik nicht alleine. Ein kleiner Trost, der trotzdem ein echtes Armutszeugnis für das Bolognasystem ist. Wen wundert da noch der sogenannte „Fachkräftemangel“?



 

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