Nicht schlecht! Mir ist es doch tatsächlich gelungen über zehn Stellenanzeigen zu finden, die meiner Qualifikation entsprechen und auch sonst zu mir passen. Also Laptop an und los geht es. Als schlauer Absolvent einer Fachhochschule weiß ich natürlich, dass jede Bewerbung individuell auf die offene Stelle ausgerichtet werden sollte und hier Werbung in eigener Sache gemacht wird.
Unternehmen berücksichtigen keine 0815-Bewerbungen; diese landen direkt auf dem Stapel „Absagen“. Komisch! Auf der einen Seite suchen die Unternehmen qualifizierte, kreative und kompetente Mitarbeiter, auf der anderen Seite langweilen genau diese Unternehmen immer wieder mit gleichlautenden und standardisierten Stellenanzeigen. Kreativität ist eben ein sehr „dehnbarer“ Begriff. Je mehr ich solche Stellenanzeigen lese, desto mehr fehlen mir konkrete Angaben. „Teamfähig“ und „belastbar“ sind wir doch alle, hier fehlt es mir an Präzision, was denn nun genau gefordert wird. Und soziale und kommunikative Kompetenz besitzt doch spätestens nach dem dritten Glas Bier auch fast jeder.
Nachdem ich mich wieder etwas beruhigt habe, fange ich also an meine Meisterwerke der Belletristik zu verfassen, selbstverständlich immer auf die zu besetzende Stelle abgestimmt. Meine Bewerbungen habe ich dann auch umgehend abgeschickt und was soll ich sagen, meine Motivation steigt immer mehr. Die restliche Zeit verbringe ich mit den ersten Gedanken an den dringend notwendig gewordenen Urlaub und mit dem Vorsatz, mein Sitzfleisch, welches sich während dem Schreiben der Diplomarbeit merkwürdigerweise vermehrt hat, zu reduzieren.
Bis dann, Euer Tom


