Kategorie: Allgemeines
Null Ahnung vom Seminarthema, keinen Schimmer, welcher Stempel von wem wann und wo mit entsprechendem Formular eingereicht werden muss und die Scheinvoraussetzungen sind einem ohnehin nicht klar. Wie immer wissen alle anderen mehr, sind besser organisiert und wissen alles, was man als guter Student eigentlich wissen muss. Mit den souveränen Antworten auf die eigenen lächerlich erscheinenden Fragen steigert sich das Gefühl, der ahnungsloseste Student der ganzen Uni zu sein.
Zweifel und Frustration machen sich breit: Warum wissen alle anderen, wann man sich zur Prüfung anmelden sollte und warum zur Hölle wussten sie von der Liste, in die man sich eintragen musste, um am Seminar teilnehmen zu dürfen?! Gerade als Erstsemester sollte man wissen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und dass eher Schein als Sein den Ton an der Uni angibt. Denn nur die wenigsten sind allwissend. Sicherlich gibt es hier und da mal die eine oder andere Koryphäe, die die Sprechzeiten jedes Dozenten rauf- und runter beten kann, die weiß, welcher Professor wie lange krank ist und die jede wichtige Formulierung ihrer Prüfungsordnung kennt. Gerät man an so ein wandelndes Universitäts-Lexikon, so kann das von völliger Frustration bis zum Studienabbruch führen: „Studieren ist halt nichts für mich.“
Das meiste erfährt man jedoch über mehrere Ecken von anderen Studenten. So sammelt sich mit der Zeit ein kleines Wissens-Repertoire an, das sich stetig vergrößert. Mit diesem Wissen kann man nun selber auftrumpfen und bei seinen Kommilitonen für bewundernde Blicke sorgen. So erhält sich der Uni-Bluff am Leben und das Spiel beginnt von vorne.
Spätestens nach dem sechsten Semester wird einem bewusst: Zu den Dingen, die man an der Uni außerhalb der Seminare lernt, zählen das selbstsichere Auftreten bei völliger (oder zumindest partieller) Ahnungslosigkeit und das gekonnte Präsentieren von gesammelten Informationen. Die armen Schweine, die das immer noch nicht wissen.



27. November 2008 at 12:13
Ich weiß genau, worüber ihr da schreibt! Auch ich war einmal ein Ersti. Ich fühlte mich wie in einem großen Tschungel voller Gefahren und unerwarteter Situationen. Ich wusste nicht wie mir geschah und was ich alles zu tun hatte. Zum Glück gab es aber für uns Erstis eine schöne O-Phase, in der wir von älteren Semestern an die Hand genommen wurden und die ein bisschen durch den Tschungel Uni führten. Sie konnten die meisten unserer Fragen beantworten und haben uns mit Spiel und Spaß die erste Angst genommen. Mit der Zeit gehört man jetzt auch zum alten Eisen und ist mit seinen Herausforderungen an der Uni gewachsen. Wie das eigentlich immer so ist: Learning by doing. Es ist zwar heute immer noch alles etwas komplizierter, aber man weiß zumindest damit umzugehen