Was früher als altbackener und konservativer Männerverein galt, ist jetzt wieder voll im Trend. Die deutschen Studentenverbindungen haben rund 160.000 Mitglieder und die Zahl steigt jährlich um ca. 500 Neuzugänge. Mit Plakaten werben die Verbindungen für günstige Unterkünfte in einer engen Gemeinschaft. Das trifft laut Politikwissenschaftlern genau den Nerv der Zeit.
Denn Anonymität und karriereorientiertes Denken an den Universitäten begünstigen den Wunsch in einer Verbindung zu leben und die beruflichen Chancen zu erhöhen. Kritiker sehen hier das Problem von wachsendem konformistischen Verhalten und der Widerbelebung altbackener hierarchischer Strukturen, was undemokratisches und autoritäres Verhalten fördere. Ob Gemeinschaft in diesem Fall also stark macht, oder eher kritisch zu betrachten ist, bleibt offen.


