Kategorie: Allgemeines
Und wieder wurde in Paderborn ein neuer Versuch gestartet, gegen die lästigen Studiengebühren vorzugehen. Es scheint aber beinahe so, dass sich schon fast jeder damit abgefunden hat, denn das extra eingerichtete Treuhandkonto ist ziemlich leer geblieben.
Aber nun mal von vorne: Seit Einführung der Studiengebühren vor über einem Jahr in Paderborn wurde nach mehreren nicht erfolgreichen Protesten, der Boykott an der Uni publiziert. Überall hingen Plakate, es wurden Flyer verteilt und die Verantwortlichen der Aktion machten einen Informationsabend. Doch leider ließ schon diese Veranstaltung mit einem nicht mal gefüllten Audimax erahnen, was beim späteren Ergebnis herauskommen sollte. Bei jedem Boykott-Stichtag muss ein Quorum von 4.000 Einzahlern auf das Treuhandkonto erreicht werden. Nur hierdurch kann die Abschaffung der Studiengebühren oder das Exmatrikulieren der Einzahler von ganz oben bestimmt werden.
Wie es sich nun ergab, sind die Studenten Angsthasen und trauen dem Braten "fremdes Konto", "Exmatrikulation" und so nicht, also waren es im WS 2007/2008 nur knapp 113 Mutige, die sich am Boykott beteiligt haben. Ein Jahr später im WS 2008/2009 waren es dann „nur“ noch 52. Das ist ein wirklich schlechtes Ergebnis, denn schließlich hat sich schon jeder Student mehr als ein Mal darüber aufgeregt, dass es Studiengebühren gibt und wie teuer das doch alles ist. Doch nur eine Hand voll von den am lautesten Schreienden unternimmt auch wirklich etwas dagegen.
Wenn man dagegen z.B. Hessen ansieht, wo der Boykott erfolgreich war und dort wieder ohne Entgelt Bildung getankt werden kann. In Paderborn glänzen Studenten dagegen im letzten und kommenden Semester mit Nichtbeteiligung, denn die Einzahlungen werden deutlich weniger und gehen gerade zu gegen Null. Also freut sich die Hochschulleitung über soviel Studienbeitragsmittel, dass sie diese doch glatt in neue Kreide und Tafeln investieren. Das ist es wohl worauf alle Studenten gewartet haben, die pünktlich ihr hart Erspartes dafür hergegeben haben.
Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass mich soviel Desinteresse und hinterher Aufregen nervt, weil ich auch beim Boykott mitgemacht habe und jedes Mal mehr merke, dass leider immer mehr Studenten nicht für ihr Recht kämpfen. Also Leute, denkt mal darüber nach und informiert euch besser, da wir wirklich etwas bewegen können!



1. Oktober 2008 at 15:36
Hi,
also ich denke mal, das liegt daran, dass viele befürchten exmatrikuliert zu werden, sollten sie die Studiengebühren nicht rechtzeitig an die “Uni” überweisen. Ich selber bin mir da jetzt auch nicht so ganz sicher, was einem da passieren kann bzw. ob man überhaupt was zu befürchten hat.
Da hilft wohl nur ne (erneute) “Aufklärungsoffensive” an der Uni, in der man dann allen auch noch mal erklärt, wie das alles genau abläuft, ob es Sanktionen von Seiten der Uni geben kann und wie hoch die Erfolgschancen sind. Mit Hessen als Vorbild geht dann vielleicht doch noch mal was…
2. Oktober 2008 at 10:32
Hallo Patrick,
du hast Recht damit, dass die meisten Studenten halt einfach Angst haben, weil sie zu wenig aufgeklärt werden und sich selbst auch nicht genug informieren. Deshalb wollen die meisten ihr Geld einfach nicht auf ein fremdes Konto überweisen und auch nicht exmatrikuliert werden. Ich kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass das alles reibungslos funktioniert und ich bis jetzt immer noch studiere. Wenn sich aber wirklich mal die 4000 Studenten trauen würden und die Studiengebühren boykottieren, wird die Uni sie alle bestimmt nicht von der Uni werfen, denn was würde das für ein Bild abgeben?!
Um den ganauen Ablauf grafisch deutlich zu machen, verweise ich an dieser Stelle einfach mal auf die Boykott-Seite für die Uni Paderborn: http://www.boykott-paderborn.de/content/blogcategory/18/29/
Ich hoffe wenn ihr euch das anschaut, wird etwas klarer, was mit eurem wertvollem Geld passiert.