Neulich bin ich auf eine interessante Seite gestoßen: Auf Arbeiterkind.de können sich Kinder, deren Eltern nicht studiert haben und „als erste aus der Familie einen Studienabschluss anstreben“ spezielle Unterstützung holen. Vor allem interessant finde ich, dass es scheinbar Bedarf an einer solchen Seite gibt. Schließlich beginnen im Durchschnitt nur 17 von 100 Kindern aus Arbeiterfamilien ein Studium.
Nicht-Akademiker-Kinder stehen nach ihrem Schulabschluss oft vor einer schweren Entscheidung und die meisten entscheiden sich für den Weg, den auch ihre Eltern gegangen sind, weil das oft als die verlässlichere und sicherste Wahl angesehen wird. Oft wird ein Studium bei Nicht-Akademiker-Kindern genauso wenig nicht in Betracht gezogen, wie eine Ausbildung bei Akademiker-Kindern.
Daher bietet die Seite Arbeiterkind.de verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung beim Start ins Studium. Darunter fallen nicht nur die Beratung in finanziellen Angelegenheiten, sondern auch Unterstützung bei der Wahl des Studienortes, beim Schreiben von wissenschaftlichen Texten, sowie Lern- und Prüfungshilfen. Außerdem werden Treffen in verschiedenen Städten organisiert, wo man die Mentoren mit Fragen rund ums Studium löchern darf. Die aktuellen Termine findet ihr auf der Startseite von Arbeiterkind.de.
Eine interessante Sache, die auf ein Problem (von vielen) des deutschen Bildungssystems hindeutet, wo es scheinbar starken Verbesserungsbedarf gibt. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Haben eure Eltern studiert und welche Auswirkung hat das auf euren Bildungsweg gehabt?
Hilflosigkeit und Entscheidungsängste sind ein lukratives Geschäft. Egal ob man verzweifelte Übergewichtige mit überteuerten Diät-Zauberdrinks ködert, oder ratlosen Menschen teure Horoskope als Lebenshilfe aufschwatzen will: In ihrer Hilflosigkeit greifen viele nach jedem Strohhalm.
Auch aus den Entscheidungsängsten von Schulabgängern und Absolventen lässt sich Kapital schlagen. Zweifelhafte Persönlichkeitstests sollen bei der Berufs- und Studienwahl helfen. Der neuste Clou ist die Gesichtsanalyse. Hier schickt der Hilfesuchende ein Foto seines Gesichts ein und erhält daraufhin eine Persönlichkeitsanalyse, die anhand seiner Gesichtszüge erstellt wird. Kleine Ohren deuten laut Analyseergebnis auf Sensibilität und Aufmerksamkeit hin, Spontaneität und Multitasking lassen sich an einer breiten Nasenwurzel erkennen. Dass das ganze nicht kostenlos ist, versteht sich von selbst. Will man jedoch eine berufsbezogene Analyse seines Profils, muss man noch mal drauf zahlen.
Viel wichtiger jedoch als eine kostenpflichtige Gesichtsanalyse, sind bei der Berufs- und Fächerwahl die Selbst- und vor allem die Fremdeinschätzung der eigenen Fähigkeiten und Interessen. Denn über Zuverlässigkeit und Spontaneität können Freunde und Eltern wahrscheinlich verlässlichere Aussagen treffen, als die Analyse von Nase und Ohren.
Wir sind gerade dabei, ein neues Konzept zu erarbeiten. Einige Gedanken dazu:
Bei Mitarbeitern, die unser Unternehmen verlassen, um in den Ruhestand zu gehen, liegen von heute auf morgen große Potenziale brach. Manche Rentner sind noch leistungsfähig und leistungswillig und verfügen über lange Berufserfahrung und sehr spezielle Fachkenntnisse, die durch ihren Weggang verloren gehen würden. Sie haben Zeit, sind flexibel, können helfen und unterstützen, besitzen ein gutes Urteilsvermögen und können Entscheidungshilfen bieten.
Sie haben keine Karriereambitionen mehr. Die Entlohnung der nachberuflichen Aufgabe ist ihnen weniger wichtig als das Ziel, eine wertgeschätzte Aufgabe für andere Menschen zu erfüllen. Die perfekten Berater also für unerfahrene Jungmanager im Unternehmen.
Also: die alte graue Eminenz wird bei uns noch gebraucht und gehört längst nicht zum alten Eisen. Die bisher befragten Führungskräfte sind begeistert von unserer neuen Konzeptidee. Wir arbeiten weiter dran!
Wer kennt es nicht? Das Problem einer guten, ansprechenden Bewerbung. Geschweige denn die zu beachtenden Faktoren beim folgenden persönlichen Gespräch? Um einen positiven Eindruck zu hinterlassen, ist mehr gefragt, als nur eine gute Mappe. Vor allem die Selbstpräsentation spielt hier eine große Rolle. Denn dort muss man gekonnt seine Stärken platzieren und auf Fragen des Unternehmens selbstsicher antworten können, aber ohne arrogant zu wirken. Wie schon letzte Woche angekündigt, werden wir ab nächsten Montag, dem 9.2. mit der Reihe „zehn Tipps für den Erfolg“ von Cornelia Riechers starten.
Es erwarten euch jeden Montag und Donnerstag wichtige Ratschläge rund um das Thema Bewerbung.


