Freunde zu finden wird mit zunehmendem Alter immer schwerer. Früher war das noch ganz einfach: Wer im Kindergarten nett war und seine Süßigkeiten geteilt hat, dem wurde kurzerhand die Freundschaft angeboten. Richtige Freunde in der Uni oder im Beruf zu finden gestaltet sich schon wesentlich schwieriger. Süßigkeiten reichen da schon längst nicht mehr aus. Dazu gehört eine große Portion Offenheit, Toleranz und viel Zeit. Denn längst nicht jeder Kommilitone oder Kollege kann mit den alten Freundschaften mithalten.
Aber vielleicht kann man sich auch vorerst mit einigen Zweckfreundschaften zufrieden geben. Auch wenn es hart klingt, so sind vorübergehende Zweckfreundschaften im Büro und in der Uni durchaus sinnvoll. Schließlich braucht man einen Verbündeten, mit dem man sich den Arbeitsalltag etwas angenehmer gestalten kann. Jemanden, mit dem man in die Mensa geht oder der einem die neuen Kollegen vorstellt. Derjenige wird zwar nicht den besten Freund oder die beste Freundin ersetzen, aber teilt vielleicht sein Wissen über Klausurtermine oder Arbeitsabläufe im Büro.
Auf längere Sicht braucht man vor allem Geduld. Denn ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt sich nur langsam und nicht nur bei gemeinsamen Seminarbesuchen oder Kantinenessen. Irgendwann muss man den nächsten Schritt wagen und sich außerhalb des gewohnten Arbeitsumfeldes treffen. Bei Studenten bietet sich die nächste Uni-Party besonders gut an. Aber auch alle anderen unverfänglichen Aktivitäten, wo sich schnell ein Gesprächsthema finden lässt, eignen sich, um Beziehungen auszubauen. Außerdem verbinden gemeinsame Erlebnisse außerhalb des Arbeitsumfeldes zusätzlich.
Es hilf also alles nichts: Wer Freundschaften aufbauen will, der muss wohl oder übel die manchmal etwas zähe und manchmal albern anmutende "Kennenlernphase" überwinden. Danach kann es nur noch besser werden.
In der Regel assoziiert man mit dem Thema Burnout überarbeitete Manager oder Sozialarbeiter im mittleren Alter. Dieses Schicksal bleibt jedoch auch Berufsanfängern überraschenderweise nicht immer verwehrt. Studien der Krankenkassen TK und DAK ergaben kürzlich, dass jeder zehnte junge Berufstätige unter 30 Jahren schon unter Depressionen leidet. Auch im ersten Job ist die Diagnose "Burnout-Syndrom" daher nicht so unwahrscheinlich.
Und wenn man sich mal die Fakten anschaut, scheint diese erschreckende Entwicklung auch gar nicht so unbegründet: Wie die Psychologin Heike Haker in der Zeit erklärt, spielen viele Faktoren bei der Überbelastung junger Berufstätiger eine Rolle. Schuld sind häufig befristete Arbeitsverhältnisse, die den Konkurrenzdruck noch verstärken. Ständig fühlt man sich dann beobachtet – klar versucht man in dieser Situation, alles aus sich rauszuholen, um am Ende vielleicht einen festen Vertrag zu bekommen und nicht durch einen neuen Berufseinsteiger ersetzt zu werden.
Zusätzlich sei es laut Haker auch schwierig, so frisch im Berufsleben seine Energieressourcen realistisch einzuschätzen und einzuteilen. Nur weil man während des Studiums vor Prüfungsphasen 60-Stunden-Wochen meistern konnte, heißt das noch lange nicht, dass man das auch über mehrere Monate oder Jahre aushält.
Dieser Leistungsdruck ist aber nicht allein selbst auferlegt – von Absolventen wird heute viel verlangt. Hinzu kommt, das Lob meist ausbleibt und auch die Bezahlung nicht unbedingt von hoher Wertschätzung zeugt. Junge Menschen mit weniger Erfahrung fehlt laut der Psychologin Haker auch die Distanz zu ihrer Arbeit, sodass Kritik schnell persönlich genommen wird. Es muss sich also auch die Einstellung der Arbeitgeber ändern, wenn sie nicht schon die unerfahrenen Berufseinsteiger total verprellen und für das Berufsleben schädigen wollen. Ein einfaches Mittel wären regelmäßige Mitarbeitergespräche, in denen der Chef nicht nur immer höhere Ziele vereinbart, sondern die Aufgaben klar definiert und konstruktives Feedback gibt.
Der erste Job und der erste richtige Arbeitsvertrag. Da ist die Freude groß. Aber bei vielen Berufseinsteigern stellt sich schnell Ernüchterung ein: Jeder zweite Berufseinsteiger arbeitet heute unter befristeten Arbeitsverträgen. Die Generation Praktikum hat somit die nächste Ebene erreicht: Probezeit lebenslänglich. Für viele beginnt mit dem ersten befristeten Arbeitsverhältnis eine Phase von Unsicherheit; immer in der Hoffnung, dass der nächste Vertrag unbefristet ist. Laut Bertelsmann-Stiftung fühlen sich 52% aller Beschäftigten, die einen befristeten Arbeitsvertrag haben, psychisch unter Druck gesetzt.
Befristete Verträge sollen Flexibilität gewährleisten und als eine Brücke zur Festanstellung führen. Oft sind sie aber lediglich Verlängerung der gesetzlich zulässigen Probezeit von sechs Monaten. Der Arbeitgeber will sich nicht binden und für den Arbeitnehmer beginnt ein Leben in der Schwebe. Gerade im Bereich der öffentlichen Verwaltung erfolgen rund zwei Drittel der Neuanstellungen über befristete Verträge. Im öffentlichen Dienst dauerhaft Fuß zu fassen wird dadurch deutlich erschwert. Das macht die Zukunftsplanung für viele schwer bis unmöglich. Auto, Haus oder gar Kinder rücken für viele in weite Ferne, da sie nicht wissen, ob ihr Vertrag nach Ablauf mal wieder verlängert wird oder nicht.
Auch die OECD warnte in ihrem Jahresbericht vor einer „Zweiklassengesellschaft“ und kritisierte, dass die Risiken auf befristet Beschäftigte abgewälzt werden, was sich langfristig gesehen schlecht auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken würde. Der wirtschaftliche Nutzen von befristeten Arbeitsverträgen ist also umstritten. Fest steht jedoch, dass für die Arbeitnehmer eine zermürbende Phase der Ungewissheit beginnt und man sich wirklich fragen muss, ob man es einer Generation, die vielleicht mal bis siebzig arbeiten muss, gleich zu Beginn des Berufslebens so schwer machen muss.
Ich lese seit Neuestem immer wieder vom dem bevorstehenden Fachkräftemangel und bin ein wenig verwirrt. Denn in meinem Umfeld befindet sich so manch hervorragender Absolvent, der sein Bachelorstudium mit Bravour bestanden hat und der dennoch keinen Job findet. Im Internet gibt es viele solcher Beispiele für Arbeitslosigkeit auf Grund von Überqualifizierung und das in allen Sparten von Studiengängen. Da stellt sich mir die Frage: Wie kommt der Fachkräftemangel zustande, wenn doch im Land so viele gute Leute zu finden sind?
Was versteht man eigentlich unter "überqualifiziert"? Man ist überqualifiziert, wenn man als Informatiker einen 400€-Job innerhalb eines Call-Centers für technische Probleme ausführt. Grundlegend kein Problem, allerdings ist dort das Studium zu VIEL Ausbildung, denn eine einfache technische Ausbildung hätte für diese Tätigkeit ausgereicht. Auf der anderen Seite wäre dieser Informatiker in einem Softwareunternehmen als Kundenberater ideal. Allerdings ergänzen sich diese zwei Arbeitsplätze, da ein frisch gebackener Informatiker nicht sofort eine Anstellung als Kundenberater erhalten würde, wenn er nicht eventuell schon Berufserfahrung aus einer ähnlichen Tätigkeit heraus erworben hat.
Doch genau hier liegt der Hase begraben, denn ohne Berufserfahrung wird man selten eingestellt, geschweige denn zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Das bedeutet für alle Studenten zusätzlichen Stress während dem Studium, da sie nicht nur ihre Prüfungen glänzend abschließen, sondern nebenbei noch Berufserfahrung sammeln sollen. Auch bedeutet das, dass viele Berufseinsteiger ihre ersten Berufsjahre mit geringer Bezahlung zubringen, um Erfahrungen für ihr späteres Dasein zu sammeln.
Das klingt alles so als ob der böse Wolf namens Arbeitgeber dies aus reiner Schikane betreibt. Allerdings sind seine Forderungen auch gerechtfertigt, denn wer will schon einen Arbeitnehmer haben, den er erst einmal richtig ausbilden und ihn an seine neue Aufgabe heranführen und vorbereiten muss? Auch ist es nachvollziehbar, dass die Unternehmen nicht gerne überqualifizierte Arbeitskräfte nehmen, da diese sich möglicherweise langweilen und somit schlechtere Leistungen bringen, oder im schlimmsten Fall gleich bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit auf einen anderen Zug in Richtung Konkurrenz aufsteigen.
Aber wo fängt die Überqualifizierung an und wo hört der Fachkräftemangel auf?
Denn im Grunde sind in Deutschland Unmengen an potentiellen Fachkräften arbeitslos und rein hypothetisch müssten die Unternehmen bei einer Unterqualifizierung doch nur ein wenig Bildung in diese Kräfte investieren oder nicht? - Leider ist das dann doch wieder nicht so einfach, da hier ein wichtiger Kostenpunkt innerhalb der Unternehmen der Fortbildung einen Riegel vorschiebt. Zudem wird auch erwartet, dass die Arbeitnehmer sich selbstständig fortbilden wobei die Politik bisher schon über einen Plan nachdenkt, in dem Arbeitslose und Geringqualifizierte in Weiterbildungsmaßnahmen für die entsprechenden Fachkräftedefizite geschult werden.
Ganz interessant ist auch dieser Fall einer 16 Jährigen, die ihr Abitur bereits abgeschlossen hat, aber bei ihrem Studium nicht finanziell unterstützt wird, da sie nur "beschränkt geschäftsfähig" ist. So viel zum Thema "Nachwuchskräfte fördern".
In Zeiten der Arbeitslosigkeit ist es tabu, sich über seinen Job zu beschweren - erst recht, wenn man frisch von der Uni kommt. Aber gerade beim Berufseinstieg ist es ziemlich wahrscheinlich, dass man nicht gleich seinen Traumjob ergattert. Meistens muss man da erst mal durch und die Zähne zusammen beißen. Einen Job zu haben, den man hasst, ist immer noch besser, als gar keinen zu haben. Trotzdem gibt es Wege aus der Misere.
Finde heraus, warum du den Job hasst.
Dieser erste Schritt ist besonders wichtig, um nicht auch beim nächsten Job das gleiche Problem zu bekommen. Überlege also genau, was dich stört. Sind es deine Aufgaben oder die Kollegen? Bist du unglücklich mit deinem Boss oder deinem Tagesablauf? Vielleicht fühlst du dich aber auch nur unterfordert oder nicht ernst genommen? Es gibt tausend mögliche Gründe. Bei der zukünftigen Jobsuche kannst du genau auf solche Sachen achten oder weißt gar, dass die gewählte Branche nichts für dich ist.
Lass dich nicht unterkriegen.
Stress nimmt man schnell mit in den Feierabend. Vermeide das, indem du dich abends bewusst mit Freunden triffst und entspannst. Du bist nicht deine Arbeit! Nimm dir Kritik nicht zu Herzen und fühle dich nicht als Versager. Wahrscheinlich kannst du nicht deine beste Leistung zeigen, eben weil die Stelle nicht zu dir passt.
Finde Freunde und denke positiv.
Alleine wird der Job nur noch unerträglicher. Selbst wenn Kollegen der Grund für deine Unzufriedenheit sind, gibt es wahrscheinlich auch nette Zeitgenossen. Versuche diese kennen zu lernen und rede über Lieblingsfilme oder das Wochenende, nur nicht über den Job.
Und egal, wie schlimm ein Job ist, er bringt immer auch Vorteile mit sich. Schreibe diese auf. Das kann ein witziger Büronachbar sein, Aufstiegschancen oder ein gutes Gehalt. Oder du kannst innerhalb des Unternehmens nützliche Kontakte knüpfen und Neues lernen. Diese Liste wird dich in verzweifelten Momenten wieder motivieren.
Entwickle eine Fluchtstrategie.
Es hilft nichts, einfach zu kündigen. Eine Deadline muss her, also ein festgelegter Zeitpunkt, an dem du mit gutem Gewissen und neuem Job das Unternehmen verlassen kannst. Bleibe aber realistisch und plane genügend Zeit für den Bewerbungsprozess ein. Sich neben einer 42-Stunden-Woche noch zu bewerben ist alles andere als leicht. Und auch, wenn ein Ende schon in Sicht ist, willst du dir sicher nicht den Ruf ruinieren. Gib also in den letzten Monaten weiterhin dein Bestes und rede nicht negativ über deine Arbeit. Denn vielleicht wirst du ja doch noch befördert ...
Habt ihr einen eigenen Blog? Laut einiger Stimmen im Netz kann das förderlich für die Karriere sein. Die einen - wie Jobsuma - meinen damit Fachblogs mit Relevanz für die Branche, in der man arbeiten möchte. Das dient nicht nur dem eigenen Fachwissen und der Reputation, sondern ist auch nützlich, um das eigene Netzwerk auszubauen. Interviews mit Experten eröffnen einem wichtige Kontakte, die unentbehrlich für den erfolgreichen Berufseinstieg sind. Kai Müller vom Stylespion wiederum sieht sogar Vorteile im privaten Alltagsblog - solange sich dieser nicht aus Partyanekdoten zusammensetzt. Egal, worum es in eurem Blog geht, er verrät immer auch etwas über Persönlichkeit, Interessen und den Schreibstil. Außerdem braucht ein gut gepflegter Blog Hingabe und Konsequenz – Eigenschaften, die wohl in jedem Beruf gerne gesehen sind. Alles nette Nebeneffekte des Bloggens ... Nur, interessieren Personaler sich wirklich dafür?
Wenn es darum geht, wie wichtig das Auftreten eines Bewerbers im Netz bei der Jobsuche ist, scheiden sich die Geister. Immer wieder liest man von Personalern, die sich überhaupt nicht darum scheren. Andere googeln zumindest die Kandidaten, die es in die nähere Auswahl geschafft haben.
Die Frage ist trotzdem, ob sich der ganze Aufwand fernab von Online-Profilen auf XING überhaupt lohnt. Was Autorin Simone Janson kritisiert: Für deutsche Personaler zählt immer noch an erster Stelle die fachliche Qualifikation - Persönlichkeit darf sich hinten anstellen.
Trotzdem: Mit einem eigenen Blog muss sich niemand verstecken. Hauptsache, man betreibt ihn aus Leidenschaft und nicht ausschließlich, um Personaler zu beeindrucken. Denn wie man sieht, verfehlt diese Strategie in vielen Fällen noch ebendiese Zielgruppe. Hat man jedoch Glück und ein Personaler findet und liest den eigenen Blog, dann lernt er uns so besser kennen als über leere Floskeln im Bewerbungsanschreiben.
Besonders den Studenten und Absolventen unter euch, die gerade ihre ersten Schritte im Berufsleben wagen, dürften die Vorgänge im Büro doch manchmal recht eigenartig vorkommen. Dann stellt auch ihr euch sicher manchmal folgende Fragen: Wie zum Teufel verhält man sich in Meetings und wie kommt man einigermaßen durch den Büroalltag, ohne jedes Fettnäpfchen mitzunehmen? Solchen und ähnlichen Themen hat sich der Bestsellerautor Jochen Mai in seinem neuen Buch „Die Büro Alltags Bibel“ gewidmet.
Aufmerksam darauf geworden bin ich durch den Clip „Operation Orloc“, der im Stil von Mission Impossible für das Buch wirbt: Darin lässt ein Chef nichts unversucht, um seinen wichtigsten Geschäftspartner zu überzeugen. Das Video betrachtet wohl eher mit einem Augenzwinkern die Praktiken im Büroalltag - es sei denn, ihr wollt lernen, wie man als Praktikantin sein weibliches Potential voll zum Einsatz bringt oder mit Papierkügelchen die IT-Abteilung lahm legt … In Jochen Mais Buch könnt ihr dann nachlesen, wie man es tatsächlich macht.


