Es gibt ja die interessantesten Studien und Umfragen zum Thema Berufswahl. Auf eine besonders ungewöhnliche Studie bin ich neulich gestoßen: Hier wurde vom Bundesbildungsministerium eine Umfrage in Auftrag gegeben, die Aufschluss darüber geben sollte, welche Faktoren bei dem Berufswunsch eine Rolle spielen. Befragt wurden dabei rund 2.500 Jugendliche, die kurz vor ihrem Schulabschluss standen. Erstaunlich ist, dass für rund 23 % aller befragten Schülerinnen, Fernsehserien eine größere Rolle bei der Berufswahl spielen, als die Berufsberatung oder die Schule.
Gegen „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und Co. sah die Berufsberatung ganz schön alt aus. Nur 17 % fühlten sich durch die Berufsberatung zu ihrem jetzigen Berufswunsch inspiriert und 13 % durch den Schulunterricht. Auffällig ist vor allem, dass laut Bildungsministerium Frauen in TV-Serien seltener über ihren Beruf definiert werden als Männer: „Bei 56 Prozent der männlichen, aber nur bei 40 Prozent der weiblichen Haupt- und Nebenrollen steht der Beruf im Zentrum des Handelns.“ Außerdem sind nur 0,7 % der Protagonistinnen im Bereich der Forschung und Naturwissenschaften tätig.
Nicht nur im Fernsehen sind Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen unterrepräsentiert. Auch im wahren Leben entscheiden sich die meisten Frauen gegen einen technischen oder naturwissenschaftlichen Werdegang. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sollen daher laut Bundesbildungsministerium schon in frühen Jahren Mädchen verstärkt an Technik und Naturwissenschaften herangeführt werden. Mit Initiativen wie zum Beispiel dem „Girls Day“ sollen Mädchen weg von den klassischen Berufsbildern hin zu vermeintlich männertypischen Berufen geführt werden. Und auch wenn ich nur ungerne Politiker zitiere, aber um es mit den Worten unserer Bildungsministerin zu sagen: „…meine Botschaft an alle Mädchen und jungen Frauen: Wir brauchen mehr Ingenieurinnen, Forscherinnen, Naturwissenschaftlerinnen.“
In spätestens einem Jahr ist es soweit: Ich beende mein Studium mit dem Abschluss Bachelor of Arts in Linguistics. Hört sich vielversprechend an, aber was kann oder soll ich denn dann eigentlich machen? Langsam wird’s Zeit, dass ich mich darum kümmere, wie es nach dem Bachelor weitergeht. Es gibt ja viele Möglichkeiten, aber welche ist bloß die beste? Hier mal die Möglichkeiten, die ich mir bis jetzt ausgemalt habe.
Master-Studium: Ich könnte hier weiterstudieren, müsste eigentlich nicht viel regeln. Würde dann noch mal vier Semester lang die „Hörsaalbank“ drücken – aber will ich das denn? Nochmal zwei Jahre theoretisches Zeug büffeln?! Ich weiß ja nicht so recht.
Berufseinstieg oder Trainee: Hier könnte ich direkt sofort in den Beruf starten, entweder durch nen Direkteinstieg oder per Traineeprogramm. So würde ich zwar ne richtige Einarbeitung bekommen, aber was wenn mir der Job dann nicht gefällt? Ist mir ziemlich unsicher.
Ausland: Ein bisschen durch die Welt reisen, neue Länder und Kulturen erkunden. Sicher lernt man dabei viele neue Dinge kennen und nimmt was fürs Leben mit, aber so richtig bringt mir das für meinen beruflichen Werdegang auch nicht viel.
Volontariat: Da ich später im Journalismus oder im PR-Bereich arbeiten möchte, ist ein Volontariat natürlich optimal als Einstieg in diesen Berufszweig. Jedoch ist es auch sehr, sehr schwierig, eine Stelle als Volontär zu bekommen.
Praktika: Sagt mir momentan am meisten zu. Ich kann mehrere Praktika durchführen, in verschiedene Branchen und Berufe reinschnuppern und so vielleicht meinen Traumjob finden. Sicherlich macht es sich auch gut, wenn man sich später irgendwo bewirbt und durch verschiedene Praktika schon ein wenig Berufserfahrung gesammelt hat.
Ich werde meine Entscheidung in der nächsten Zeit wohl fällen müssen. Geht es Dir ähnlich? Dann bin ich auf Dein Kommentar gespannt!
Der erfolgreiche Bewerber investiert viel Zeit und Mühe, um sich über sein berufliches Ziel klar zu werden. Er trifft seine Wahl nicht nach erzielbarem Einkommen, nach Status oder nach der momentan großen Nachfrage am Arbeitsmarkt – ein Umstand, der sich längst geändert haben kann, wenn er mit der Ausbildung fertig ist. Vielmehr fragt der erfolgreiche Bewerber sich, was ihm am meisten Spaß macht und für welche Arbeit sein Herz schlägt. Er informiert sich genau, wo es solche Aufgaben gibt und welche Qualifikationen er dafür benötigt.
Auf dieser Basis bewirbt er sich für ein klar umrissenes Tätigkeitsfeld - nicht wahllos heute als Tiefbau-Ingenieur und morgen als Vermögensberater oder Zahnpastaverkäufer. Seine Bewerbung wirkt stimmig, weil er sich intensiv mit seinem Traumberuf beschäftigt hat und weil sich das Interesse daran wie ein roter Faden durch sein Leben zieht. Er hat sich für das entschieden, was er am allerliebsten tut, und überzeugt potenzielle Einsteller mit seiner Begeisterung für den Job.
Die Freude an seiner Arbeit beflügelt ihn zu überdurchschnittlichen Leistungen, so dass sein Name niemals auf den Listen für geplante Kündigungen erscheint. Sollte er doch einmal einer Betriebsstilllegung zum Opfer fallen, findet er mit seiner umfangreichen Erfahrung auf seinem Fachgebiet problemlos eine neue Anstellung. Oder ihm gelingt der Sprung in die Selbstständigkeit, weil viele Kunden seine einzigartige Expertise schätzen.
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Was Du bei einer erfolgreichen Bewerbung beachten musst, weiß Cornelia Riechers, Autorin des paradoxen Bewerbungsratgebers "So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos".
Kurz vor seinem 90. Geburtstag hat Altkanzler Helmut Schmidt einigen Abiturienten in Hamburg noch mal kräftig den Kopf gewaschen: „Wenn Sie sich aber für einen Beruf oder eine Ausbildung entschieden haben, dann sollten Sie Ihren Weg mit Ernst und mit Fleiß beschreiten, statt endlos herumzustudieren.“ Die Studiendauer sei „skandalös“.
Ein Grund für die lange Studienzeit sei vor allem die Unfähigkeit deutscher Professoren, ihre eigenen Universitäten betriebswirtschaftlich vernünftig zu organisieren.
Und so warf der Altkanzler mit allerlei Lebensweisheiten um sich. So auch auf die Frage, ob ein Jahr im Ausland nach der Schule Zeitverschwendung wäre: „Natürlich geht der Beruf vor! Aber es gibt doch wohl Semesterferien. Was machen Sie eigentlich da? Reisen Sie gefälligst in der Welt herum! Und nicht nach Las Palmas oder ans Mittelmeer oder wo es sonst schöne Strände gibt. Reisen Sie in Länder, in denen man sich umsehen und etwas lernen kann!“
Eigentlich alles gut gemeinte Ratschläge. Dennoch leichter gesagt als getan, denn den meisten Studenten fällt es zunehmend schwer, alles miteinander zu vereinbaren: Da sind neben der Uni noch der Job, mit dem man sich seinen Lebensunterhalt finanziert, die Hausarbeiten und Klausuren, die man in den Semesterferien schreiben muss, Praktika und Auslandssemester müssen auch noch Platz finden. Ach ja, wie heißt es doch gleich,…Freizeit soll es ja auch noch geben. So kann es schon mal sein, dass der deutsche Student länger studiert, als vorgesehen. Und das sich die Studienbedingungen und Lebensumstände seit 1949 etwas geändert haben, dürfte auch einem Helmut Schmidt nicht entgangen sein.
Eine wichtige Entscheidung, die ich in eigener Sache getroffen habe, ist, dass ich mich beruflich in Richtung der Personaldienstleistungen orientieren werde. In den letzten Wochen habe ich meinen Schwerpunkt auch auf die Organisationsberatung im IT-Umfeld gelegt. Das ganze streife ich von mir ab und konzentriere mich mehr auf den Personalbereich. Was soll ich sagen, es stimmt mich positiv endlich eine Entscheidung getroffen zu haben.
Dementsprechend fallen meine Bewerbungen sehr viel zielgerichteter aus als zuvor, auch bezogen auf die Stellensuche. Diese beschränke ich vorerst auf meine nähere Region und ich lege mich auf einen Radius von ca. 100 km fest. Bei den derzeitigen Benzinpreisen eine durchaus gewagte Entscheidung. Damit komme ich den Flexibilitätsforderungen zukünftiger Arbeitgeber nach und auch die verarmten Mineralölkonzerne können mit zusätzlichen Einnahmen rechnen. mehr...
Die 5-Kampf-Disziplin des Bewerbungsprozesses
Kampf 1: Die Jobsuche
Um sich überhaupt erst einmal darüber im Klaren zu sein, für welchen Job man sich bewerben soll und wie man bei der Jobsuche vorgeht, empfehle ich zunächst einen Spaziergang. So ein Ausgang im Freien hat schon etwas Entspanntes für sich und verhilft dem Gehirn zu mehr Sauerstoff, um über solch schwierige Lebensentscheidungen nachzudenken. Überlege dir, während du die Naturwunder auf dich wirken lässt, für welchen Job du geeignet wärst und wo du gern arbeiten möchtest.
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