Den Schweizern sagt man ja eigentlich nach, dass sie gut mit Geld umgehen können. Tja, wohl nicht alle, zumindest nicht ein Haufen Studenten in Winterthur. Die haben nämlich mal kräftig (negative) Werbung in eigener Sache gemacht. Die Studenten sollten (so die Idee eines dortigen Dozenten) ihr theoretisches Wissen doch auch mal in der Praxis umsetzen und in Winterthur ganz nach dem Vorbild moderner englischer Pubs eine Bar aufbauen und leiten. Der englische Name - "Break Even" - war dann auch schnell gefunden, doch leider sind eine gute Idee und ein Haufen möchtegern Nachwuchsunternehmer nicht genug, um solch ein Projekt erfolgreich durchzuführen. Den "Break Even Point" kannten die Kneipiers auch knapp 2 Jahre nach der Eröffnung nur aus ihren BWL-Büchern und so kam es dann, dass der Dozent und gleichzeitig Verwaltungsratspräsident der Break Even AG letzte Woche schließlich Konkurs anmelden musste. Die Schulden betrugen zu diesem Zeitpunkt satte 150.000 € und man muss kein BWL Student sein, um zu wissen, dass das eher schlecht gelaufen ist.
Tja, und wo ich oben schon die "Werbung in eigener Sache" angesprochen habe ... Das ganze lässt natürlich auch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) super dastehen. Denn es muss ja geradezu grandios sein, was den Studenten dort in den Vorlesungen an Wissen so mitgegeben wird. Und ich weiß jetzt auch gar nicht, ob die Tatsache, dass die Studenten, die zuletzt die Bar geführt haben, nun erst im dritten (!!!) Semester sind, dass alles vielleicht etwas relativiert. Für mich macht es das ganze fast nur noch "schlimmer" bzw. zeugt von totaler Naivität.
Ach, und da die AG nach Schweizer Recht gegründet wurde, ist das Kapital der zahlreichen Investoren (zu einem großen Teil Studenten und Alumni) natürlich auch weg. Herzlichen Glückwunsch. Aber das Geld scheint dort ja relativ locker zu sitzen ... Drittes Semester ...


