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Artikel-Schlagworte: „Burn Out“







liegestuhl_150x150Sommerzeit gleich Urlaubszeit – Entspannung, Abschalten, Kraft tanken und die Batterien wieder neu aufladen ... sollte man meinen. Immer weniger Berufstätigen gelingt es den Urlaub Urlaub sein zu lassen. Laut einer Umfrage des Meinungs­for­schungs­institutes YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa gab jeder zweite Deutsche an im Urlaub schon mal gearbeitet zu haben. Dies und die Tatsache, dass viele Arbeitnehmer inzwischen auch für ihre Firma rund um die Uhr erreichbar sind, beobachten viele Arbeitsmediziner mit Sorge, da die zunehmende Vermischung von Arbeit und Freizeit zu gesundheitlichen Schäden führen kann.

Um gesund zu bleiben benötigen Geist und Körper genügend Zeit um sich zu regenerieren. Wenn Regeneration während Freizeit und Urlaub nicht mehr gegeben ist, besteht die Gefahr, dass Formen von stressbedingten Krankheiten zunehmen, z. B. Bluthochdruck, Burn-Out oder Depressionen. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) besagt, dass Binnen eines Jahres die Fehlzeiten durch psychische Diagnosen um fast 14 Prozent gestiegen sind. Statistisch gesehen bedeutet das, dass jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr zwei Tage wegen einer psychischen Diagnose krankgeschrieben wurde.

Wenn die Gedanken im Urlaub durch permanente Erreichbarkeit dank der modernen Kommunikationstechnologien um den Job kreisen kann es kaum zu einer nennenswerten Erholung kommen. Für dieses Phänomen gibt es auch einen Namen: Liegestuhl-Depression. Dabei handelt es sich nicht um eine Depression im klassischen Sinn, sondern vielmehr um erste Anzeichen für ein drohendes Burn-Out-Syndrom. Doch warum können so viele nicht abschalten? Macht Erreichbarkeit etwa süchtig? Gibt einem das Gefühl gebraucht bzw. gefragt zu werden und unabkömmlich zu sein so einen Kick, dass man regelrechte Entzugs­er­schei­nungen bekommt wenn man Smartphone oder Laptop ein paar Tage mal nicht benutzt? Oder ist es vielmehr die Angst nach dem Urlaub vor einem Berg voll Arbeit zu stehen?

Fakt ist, dass wir gelernt haben mit den neuen Medien umzugehen und zu kommunizieren, es aber anscheinend noch lernen müssen, wann wir sie nutzen bzw. sie so nutzen, dass es uns nicht zum Nachteil gereicht. Weiterhin ist es anscheinend erforderlich sich vom Leistungs­gedanken und der damit verbundenen ständigen Erreichbarkeit ein Stück zu verabschieden und sich vielmehr die Frage zu stellen: „Was ist gut für mich?“ Allerdings ist nicht nur der Arbeitnehmer für seine Work-Life-Balance verantwortlich, auch der Arbeitgeber hat seinen Beschäftigten gegenüber laut Arbeitsschutzgesetz eine Fürsorgepflicht. Erholungsphasen zu stören, stellt insofern für beanspruchte Mitarbeitende ein Gesundheitsrisiko dar. Unternehmen wie Henkel, Allianz oder IBM gehen dieses Thema inzwischen offensiv an und haben diverse Regelungen für die Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter während ihrer Freizeit oder Urlaub getroffen.







Burnout-SyndromIn der Regel assoziiert man mit dem Thema Burnout überarbeitete Manager oder Sozialarbeiter im mittleren Alter. Dieses Schicksal bleibt jedoch auch Berufsanfängern überraschenderweise nicht immer verwehrt. Studien der Krankenkassen TK und DAK ergaben kürzlich, dass jeder zehnte junge Berufstätige unter 30 Jahren schon unter Depressionen leidet. Auch im ersten Job ist die Diagnose "Burnout-Syndrom" daher nicht so unwahrscheinlich.

Und wenn man sich mal die Fakten anschaut, scheint diese erschreckende Entwicklung auch gar nicht so unbegründet: Wie die Psychologin Heike Haker in der Zeit erklärt, spielen viele Faktoren bei der Überbelastung junger Berufstätiger eine Rolle. Schuld sind häufig befristete Arbeitsverhältnisse, die den Konkurrenzdruck noch verstärken. Ständig fühlt man sich dann beobachtet – klar versucht man in dieser Situation, alles aus sich rauszuholen, um am Ende vielleicht einen festen Vertrag zu bekommen und nicht durch einen neuen Berufseinsteiger ersetzt zu werden.

Zusätzlich sei es laut Haker auch schwierig, so frisch im Berufsleben seine Energieressourcen realistisch einzuschätzen und einzuteilen. Nur weil man während des Studiums vor Prüfungsphasen 60-Stunden-Wochen meistern konnte, heißt das noch lange nicht, dass man das auch über mehrere Monate oder Jahre aushält.

Dieser Leistungsdruck ist aber nicht allein selbst auferlegt – von Absolventen wird heute viel verlangt. Hinzu kommt, das Lob meist ausbleibt und auch die Bezahlung nicht unbedingt von hoher Wertschätzung zeugt. Junge Menschen mit weniger Erfahrung fehlt laut der Psychologin Haker auch die Distanz zu ihrer Arbeit, sodass Kritik schnell persönlich genommen wird. Es muss sich also auch die Einstellung der Arbeitgeber ändern, wenn sie nicht schon die unerfahrenen Berufseinsteiger total verprellen und für das Berufsleben schädigen wollen. Ein einfaches Mittel wären regelmäßige Mitarbeitergespräche, in denen der Chef nicht nur immer höhere Ziele vereinbart, sondern die Aufgaben klar definiert und konstruktives Feedback gibt.







Multitasking Eine britische Studie hat herausgefunden, dass Multitasking der Intelligenz eines Arbeitnehmers schadet, die Qualität seiner Arbeit verringert und Stresshormone erzeugt. Multitasking bedeutet den zeitgleichen Gebrauch von Internet, Handy, Telefon und E-Mail. Das kann ja auch nicht gesund sein, wenn man all den Medien gleichzeitig gerecht werden will. Außerdem macht zuviel des Multitaskings blöd. Hirnforscher glauben nämlich, dass die geteilte Aufmerksamkeit zu schleichenden Veränderungen unserer kognitiven Fähigkeiten führten. In der Studie wurde erkannt, dass bei Arbeitnehmern, die von Telefon und E-Mail während der Arbeit abgelenkt sind, der Intelligenzquotient fast doppelt so stark geschwächt wird, wie von Marihuana-Rauchern. Das ist schon mal eine Leistung. Die Forscher sehen das Ausbreiten einer Aufmerksamkeitsschwäche durch übertriebenes Multitasking besonders im Wirtschaftsleben.

Die Menschen haben heute schon genug Zeitmangel und die immer größer werdende Informationsflut, bringt das Fass an Mediennutzung zum Überlaufen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich nicht auf zwei Aufgaben gleichzeitig konzentrieren kann und deshalb auch die Qualität der Arbeit darunter leidet. Das Gehirn spielt uns nur vor, dass wir Multitasking können, aber in Wahrheit sind wir damit überfordert.

Also empfehlen die Forscher lieber alle Tätigkeiten nacheinander, statt gleichzeitig zu erledigen, um Zeit zu sparen und Stresshormonen vorzubeugen. Irgendwann ist sonst auf lange Sicht ein Burn out die Folge von Multitasking. Aber irgendwie geht es manchmal nicht ohne Stress und Multitasking bleibt eben auch nicht aus, wenn man im Job auf so viele verschiedene Medien angewiesen ist.








Einen Abend im Monat treffen wir uns mit einem größeren Kreis von Personalfachleuten zum informellen Austausch: Personaldirektoren, Personalleiter, Personalentwickler großer und mittelständischer Unternehmen aller Branchen, Dienstleistung genauso wie Industrie. Ich freue mich jedes Mal drauf, es gibt immer interessanten Gesprächsstoff.

Unsere Diskussion diesmal ging um "Burnout" von Mitarbeitern. Bisher stand meist der ausgebrannte Mitarbeiter als Einzelner im Blickpunkt. Ist diese Sichtweise nicht viel zu einseitig? Wenn Mitarbeiter im Betrieb "unter die Räder" kommen, hat das nicht auch immer etwas mit den Strukturen im Unternehmen zu tun? Ist da nicht auch "Unordnung" im Unternehmen vorhanden? Unsere Diskussion analysierte Ursachen und Symptome potentiell "ausgebrannter" Unternehmen. Zahlreiche Berichte und Erfahrungen der langjährigen Personaler bereicherten die Diskussion. Die unerfahreneren Kollegen unter uns konnten wertvolle Tipps und Erfahrungen mitnehmen, um zukünftige Anzeichen rechtzeitig zu erkennen.

Nehmen wir unsere Verantwortung an und sorgen dafür, dass unsere Mitarbeiter vor Motivation "brennen" und nicht ausbrennen!

































Hühner und VIP?
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