So, da bin ich mal wieder. Aber wirklich besser geht es mir leider immer noch nicht. Geschockt von den vergangenen Erlebnissen und der fehlenden Feedbacks auf meine Bewerbungen, scheint sich die Stellensuche schwieriger zu gestalten als gedacht. So langsam zweifel' ich an den Worten meines ehemaligen Professors, dass Absolventen der Betriebswirtschaftslehre auf dem Stellenmarkt gefragte Arbeitskräfte sind. Wäre schon gut, wenn es bald mit einem Job klappen würde, denn mein Bankkonto versinkt langsam immer tiefer in den roten Bereich.
Bis jetzt habe ich nur Absagen erhalten und ich frage mich, was ich machen soll, wenn ich gar keine Stelle finden werde. Dann waren all die Jahre meines Studiums umsonst und ich wäre wohl doch besser in meinem gelernten Beruf geblieben. Dort hätte ich dann schon seit vielen Jahren arbeiten können und dabei ein attraktives Gehalt bezogen. Was soll´s, ich gehe jetzt meine Freundin besuchen um auf andere Gedanken zu kommen. Ich darf nicht alles so negativ sehen, nur weil mein erstes Vorstellungsgespräch so dermaßen in die Hose gegangen ist. Beim nächsten mal wird es bestimmt besser laufen.
Eure Katrin
Den Schweizern sagt man ja eigentlich nach, dass sie gut mit Geld umgehen können. Tja, wohl nicht alle, zumindest nicht ein Haufen Studenten in Winterthur. Die haben nämlich mal kräftig (negative) Werbung in eigener Sache gemacht. Die Studenten sollten (so die Idee eines dortigen Dozenten) ihr theoretisches Wissen doch auch mal in der Praxis umsetzen und in Winterthur ganz nach dem Vorbild moderner englischer Pubs eine Bar aufbauen und leiten. Der englische Name - "Break Even" - war dann auch schnell gefunden, doch leider sind eine gute Idee und ein Haufen möchtegern Nachwuchsunternehmer nicht genug, um solch ein Projekt erfolgreich durchzuführen. Den "Break Even Point" kannten die Kneipiers auch knapp 2 Jahre nach der Eröffnung nur aus ihren BWL-Büchern und so kam es dann, dass der Dozent und gleichzeitig Verwaltungsratspräsident der Break Even AG letzte Woche schließlich Konkurs anmelden musste. Die Schulden betrugen zu diesem Zeitpunkt satte 150.000 € und man muss kein BWL Student sein, um zu wissen, dass das eher schlecht gelaufen ist.
Tja, und wo ich oben schon die "Werbung in eigener Sache" angesprochen habe ... Das ganze lässt natürlich auch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) super dastehen. Denn es muss ja geradezu grandios sein, was den Studenten dort in den Vorlesungen an Wissen so mitgegeben wird. Und ich weiß jetzt auch gar nicht, ob die Tatsache, dass die Studenten, die zuletzt die Bar geführt haben, nun erst im dritten (!!!) Semester sind, dass alles vielleicht etwas relativiert. Für mich macht es das ganze fast nur noch "schlimmer" bzw. zeugt von totaler Naivität.
Ach, und da die AG nach Schweizer Recht gegründet wurde, ist das Kapital der zahlreichen Investoren (zu einem großen Teil Studenten und Alumni) natürlich auch weg. Herzlichen Glückwunsch. Aber das Geld scheint dort ja relativ locker zu sitzen ... Drittes Semester ...
Nicht nur bei uns in Deutschland gibt es Probleme der verschiedensten Art, wenn es um Universitäten und / oder Studenten geht. Auch in England gibt es immer wieder schlechte Nachrichten, ganz aktuell betrifft es das Niveau an englischen Universitäten bzw. mangelnde Leistungsbereitschaft (Intelligenz trifft es wohl eher) der Studenten. Worum geht's genau? Britische Professoren haben sich darüber beschwert, dass sie bei der Benotung immer öfter mehr als ein Auge zudrücken müssen, damit ihre Studenten überhaupt durch die Prüfungen kommen. Über die Gründe für diesen Zustand gibt es allerdings verschiedene Meinungen.
Einer der Gründe, warum die Studenten so schlechte Leistungen erbringen würden, sei der, dass viele glauben, allein weil sie 3.000 Britische Pfund im Jahr an Gebühren zahlen, sie nichts mehr leisten müssten (3.000 Britische Pfund im Jahr sind übrigens im Moment knapp 3.300 Euro!! So viel zu unseren zu "hohen" Studiengebühren ...). Nach dem Motto, was soll ich hier noch für eine irgendeine Prüfung lernen. Macht viel zu viel Arbeit und schließlich hab ich viel Geld dafür bezahlt! Ein anderer Grund sei der, dass sich viele Unis einfach nicht erlauben könnten, ihre Studenten reihenweise durch die Prüfungen fallen zu lassen, da sie auf das Geld angewiesen seien. Hört sich beides relativ plausibel an finde ich. Irgendwie treffen sich beide Theorien auch in der Mitte ...
Wenn da nur nicht immer diese fürchterlichen Miesmacher wären. Einer von denen ist Professor an der Universität in Cardiff und der ist der Meinung, dass Studenten heutzutage größtenteils einfach nicht die Intelligenz besitzen, um erfolgreich studieren zu können. Und jetzt kommt's ... Studenten von heute seien "ungebildet" und würden schriftliche Arbeiten im Stil von SMS Nachrichten abliefern. Die meisten der Studenten hätten in den Vorlesungen anstatt Büchern oder Zetteln zum mitschreiben schließlich auch nur ihr Handy vor sich auf dem Tisch liegen.
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Wenn ich allerdings genauer darüber nachdenke, hört sich das mit dem Handy auf dem Tisch nach 'ner stinknormalen BWL Vorlesung (in Paderborn) an. Und wenn man da mal so durch die Runde blickt .... der Professor aus Cardiff könnte nicht ganz unrecht haben ...


