Mit den Kollegen flirten, zu tief ins Glas schauen den Chef einfach nicht beachten – solche Fehltritte auf Weihnachtsfeiern gibt es jedes Jahr. Allerdings können sie der Karriere extrem schaden. Doch wer jetzt denkt, er könne sich von der Weihnachtsfeier fernhalten, macht es sich zu einfach.
Wer sicht vor einer Firmenfeier drückt erweckt schnell den Anschein, dass er kein Interesse am Unternehmen und Beisammensein mit den Kollegen hat. Darüber hinaus ist eine Weihnachtsfeier kein Anlass, "overdressed" zu erscheinen. Der Ort entscheidet über das Outfit. So ist ein Abend auf der Kegelbahn kein passender Ort, um im Anzug zu erscheinen, empfiehlt auch Carolin Lüdemann, Karriereberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat.
Zudem ist es wichtig, sich nicht nur mit Kollegen zu unterhalten, die man kennt und mit denen man sich versteht. So entstehen kleine Gruppen. Viel besser ist es, wenn die Mitarbeiter mit allen reden, das zeigt soziale Kompetenz und kann die Karriere positiv beeinflussen. Bei Alkohol gilt: Maximal zwei Gläser trinken, andernfalls kann es sonst zu unangenehmen Ausrutschern kommen. Hinzu bekommen andere Kollegen vielleicht den Eindruck, dass man es sich auf Firmenkosten mal so richtig gut gehen lassen will.
Bei Flirtversuchen mit anderen Kollegen kann es schnell passieren, dass alle anderen mit einem wachsamen Auge zuschauen. Und für reichlich Gesprächsstoff sorgt diese Art von Annährungsversuchen allemal. Falls der Chef auf der Weihnachtsfeier plötzlich das "Du" anbietet, sollten sich Mitarbeiter am nächsten Tag noch einmal vergewissern, ob das Angebot noch steht.
Wer also ein paar kleine Tipps befolgt, kann der kommenden Weihnachtsfeier sorgenfrei entgegenblicken und diese für sinnvolle Kontakte und Gespräche nutzen.
Gestern Abend wurde bei Sandra Maischberger über das Thema "Ich hasse meinen Boss! Überleben in der Arbeitswelt" diskutiert. Und scheinbar gab es zu jeder erdenklichen Frage eine Antwort. Muss ich das Büro putzen, wenn mein Chef es von mir verlangt? "Wenn ich die Putzfrau bin, dann schon", sagt Wolfgang Büser, Experte für Arbeitsrecht. Darf ein Chef kontrollieren, ob sein Mitarbeiter tatsächlich krank ist und darf er während seiner Arbeitszeit private Telefonate führen?
Spannend wurde es, als eine Umfrage auf der Straße eingeblendet wurde, bei der Passanten gefragt wurden, ob sie ihren Boss hassen. Die Antworten hielten sich schüchtern in Grenzen. "Kann ich mich jetzt leider nicht zu äußern" oder "Wollen Sie eine ehrliche oder eher diplomatische Antwort von mir hören?". Keiner, der sich vor der Kamera dazu äußern wollte, ob er seinen Boss hasst. Keine Antwort ist eben auch eine Antwort, denn die konnte sich der Zuschauer schon denken.
Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm durfte auch fleißig mitdiskutieren. Seiner Meinung nach kann kein Unternehmen gut und effektiv arbeiten, wenn kein Vertrauen zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten besteht. Bestsellerautor Martin Wehrle saß auch mit in der Runde: "Führungskräfte sind heute oft Durchreisende. Da kann kein Vertrauen entstehen." Den Firmen gehe es schließlich nur um Profit. "Aus Profitdenken heraus riskieren es die Unternehmen, dass die Menschen sich umbringen", sagte Wehrle weiter.
Auch sollte man sich nicht durch Mobbing ins Aus schießen lassen, sich nicht selbstkündigen. Rechtsanwalt Rüdiger Knaup, der schon 30.000 Mitarbeitern im Namen von Firmen gekündigt hat, rät gemobbten Arbeitnehmern ebenfalls dazu, nicht selbst zu kündigen. Andernfalls würden sie so die Karten aus der Hand geben. Und zu guter letzt kam noch ein Ratschlag von Büser: "Ich wünsche mir, dass mehr Arbeitnehmer irgendwann die Courage haben, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Auch wenn das dem Arbeitgeber nicht immer passt."
Joe "Joey" DeFrancesco hatte die Nase voll. Der 23-jährige Hotelangestellte aus dem US-Bundestaat Rhode Island kündigte. Dreieinhalb Jahre erduldete er die miserablen Arbeitsbedingungen, fühlte sich wie "Dreck behandelt", wie er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung berichtet. Nach einem besonders schlechten Arbeitstag mit langen Überstunden zog er den Schlussstrich – und lies sich dabei filmen, wie er seinem Chef die Kündigung übergibt.
DeFrancesco klagt seinen Arbeitgeber an: Mehrere Schichten hintereinander seien die Regel gewesen, teilweise über 20 Stunden am Stück. Mitarbeiter seien dabei miserabel behandelt, angeschrien und teilweise unter Vorwänden gekündigt worden, um sie loszuwerden. Hinzu kommt: In den USA sind die meisten Arbeitnehmer nicht gewerkschaftlich organisiert. Es gibt nur wenige etablierte Gewerkschaften, die sich darüber hinaus nur bedingt als Arbeitnehmervertretung sehen. Deshalb sieht DeFrancesco sein Video auch als politisches Statement, um trotz hoher Arbeitslosigkeit verbesserte Arbeitsbedingungen durchzusetzen.
Die Wellen um das Video schlagen hoch, seitdem Joe DeFrancesco das Video auf Youtube.com hochgeladen hat: Zahlreiche Blogs haben das Thema aufgegriffen, auch die Fernsehstationen für sich entdeckt. Das Video selber wurde mittlerweile über 2,3 Millionen angeklickt.
Für Joe DeFrancesco bleibt die Hoffnung, dass sich die Arbeitsbedingungen in den USA verbessern. Er selber hat sich übrigens einen neuen Job gesucht, bevor er das Video hochgeladen hat.
Der Kaktus eine Pflanze, mit der wir nicht gerne in Berührung kommen und wenn ja, dann kann das ganz schön weh tun. Genauso wie mit den sogenannten "Kaktusmenschen".
Überall lauert Konkurrenz – auch im Büro. Und da kann es ganz schön stachelig werden. Ob brüllen, verletzen oder schweigen, Kaktusmenschen wissen meist, wie sie Kollegen zur Weisglut bringen und gleichzeitig ihren inneren Druck dadurch abbauen. Umfragen haben ergeben, dass fast 40 Prozent der Menschen solchen Feindseeligkeiten und Seitenhieben ausgesetzt sind. Nur leider wissen die oft nicht, wie sie mit diesen Verhaltensweisen umgehen sollen.
Viele Betroffene werden oft von ihrem Chef schikaniert und geärgert. Das passiert, weil viele Führungskräfte meist allein wegen ihrer Qualifikation befördert werden, aber keine Ahnung vom zwischenmenschlichen Umgang haben. Psychotherapeutin Rotraud Perner beschäftigt sich in ihrem Buch "Kaktusmenschen - Zum Umgang mit verletzenden Verhaltensweisen" mit unberührbaren Nesseln und beschreibt, wie wir uns vor Stichen schützen können.
So kann ein Kaktusmensch nur jemanden quälen, über den er auch Macht hat. Deshalb ist es besonders wichtig, sich unabhängig zu machen, stets freundlich zu bleiben und sich Rückhalt bei anderen Kollegen zu suchen. Ein Kaktusmensch sollte vielleicht hinterfragen, welche Verhaltensweisen ihn selbst verletzen, welche Sätze er nicht gerne hört wenn man sich an ihm auslassen würde und sich den Umgang mit anderen bewusst vor Augen führen.
Endlich ist er wieder da, der Sommer. Dafür mit Hitzerekorden und gefühlten 40 Grad. Doch was des einen Freud, ist bekanntermaßen des anderen Leid. Nicht jeder kann sich den ganzen langen Tag in der Sonne baden oder zum See fahren. Viele verbringen ihre Zeit bei diesen Rekordtemperaturen im Büro. In der Schule hätte es bei diesem Wetter sicherlich "Hitzefrei" gegeben. Gibt es auch eine Temperaturgrenze im Beruf?
Zwar haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ein kühles Büro, allerdings muss der Chef bei 30 Grad im Raum handeln, zum Beispiel mit einem frühen Feierabend für alle. "Beschäftigte haben keinen direkten Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder Hitzefrei", erklärt Kersten Bux, Experte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Dies bedeute jedoch nicht, dass Arbeitnehmer in einer "Sauna" arbeiten sollen. Schließlich besagen die Vorschriften des Arbeitsschutzrechts, dass der Arbeitgeber „eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“ zu gewährleisten hat.
Dabei darf die Lufttemperatur 26 Grad nicht überschreiten. Hat sie allerdings schon 30 Grad erreicht, ist der Chef dazu verpflichtet, zu handeln und lindernde Maßnahmen zu ergreifen. Beispielsweise könnte man dann im Unternehmen die Kleidungsregeln „lockern“, die Arbeitszeit nach vorn in die frühen Morgenstunden verlegen oder einen frühen Feierabend anordnen. Allerhöchste Schmerzgrenze ist eine Raumtemperatur von 35 Grad. Falls der Vorgesetzte bis dato immer noch nichts unternommen hat, darf man die Arbeit mit Recht verweigern.
Das ist doch mal ein schöner Aufruf an alle Vorgesetzten: Laut einer aktuellen Studie sind Arbeitnehmer, die häufig von ihren Chefs gelobt werden, seltener krank. Wenn sie Anerkennung bekommen, identifizieren sie sich darüber hinaus intensiver mit ihrem Unternehmen. Durchgeführt wurde die Studie vom Wissenschaftlichen Institut der AOK.
"Doch viele Chefs verhalten sich nicht entsprechend. Selbst kleine Selbstverständlichkeiten, wie ein Lob bei guter Leistung, erhalten mehr als die Hälfte der Mitarbeiter nicht von ihrem Chef", betont Helmut Schröder, Geschäftsführer des Instituts. Etwa 35 Prozent der befragten Personen gaben aber an, dass die Gesundheit der Mitarbeiter durch mehr Einsatz der Führungskräfte deutlich verbessert werden könnte. Zudem stehen laut der Studie auch viele Führungskräfte unter enormen Arbeits- und Zeitdruck. Sie gehen sogar trotz Krankheit zur Arbeit.
Zwar steigert Lob und Anerkennung vom Chef das gesundheitliche Wohlbefinden, leider kann man der Studie jedoch auch entnehmen, dass dies in der Praxis ganz anders aussieht und meist nicht umgesetzt wird. Darüber hinaus haben auch psychische Leiden in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Eine mögliche Erklärung dafür könnten ebenfalls die wachsenden Anforderungen im Berufsleben sein.
"Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung" sagte schon damals der Dichter Wilhelm Busch. Neid findet man überall, ob unter Nachbarn und Freunden oder, wie immer häufiger der Fall, am Arbeitsplatz. "Neid entsteht unter Freunden und Kollegen eher als zwischen Personen, die sich nicht so nah sind", erklärt Karl-Heinz Becker, Diplom-Psychologe aus Berlin. Erntet der Kollege also mehr Lob und Gehalt, hat der Neid leichtes Spiel. Nicht zuletzt steckt Neid auch hinter fiesen Mobbing-Attacken. "Niemand würde zu seinem Chef gehen und sagen "Ich hab' da ein Problem, ich bin neidisch. Neid ist oft die Ursache für Gerüchte und Intrigen", sagt der Diplom-Psychologe.
Sofort zum Chef rennen, kann nämlich viele negative Reaktionen auslösen. Vielmehr sollte man Neid in Ehrgeiz umwandeln. Karriereberaterin Svenja Hofert vergleicht diese Situation mit dem Sport: "Da bewundert man die Leistungsträger und sagt: "Das will ich auch schaffen." Warum macht man das nicht auch im Beruf?" Zunächst sollte man herausfinden, wo die eigenen Stärken liegen und sich anschließend überlegen, diese besonders und vor allem besser zu präsentieren.
Was aber passiert, wenn wir Angst davor haben, selbst Opfer einer Neidattacke zu werden? Das Forschungsteam um Niels van de Ven bewies anhand von mehreren Experimenten, dass wir uns bei Personen, dessen Neid wir fürchten, hilfsbereiter zeigen. Zudem zeigten die Teilnehmer nur dann ein zusätzliches Hilfsverhalten, wenn sie eine böswillige Form von Neid erwarteten und zwar dann, wenn sie unverdient im Vorteil waren. Waren sie jedoch verdient im Vorteil, verlangten sie sogar nach einer bewundernden Form von Neid.
Laut Niels van de Ven erleichtert dieses Hilfsverhalten unser soziales Zusammenleben und kann vor fiesen Neidattacken schützen. Auch verbessert dieses Verhalten die Situation der benachteiligten Person und kann negative Folgen somit entscheidend dämpfen.
Ein französischer Lottogewinner kaufte doch tatsächlich das Unternehmen seines bisherigen Arbeitgebers. Kurz darauf degradierte er seinen ehemaligen Chef zum Angestellten: "Ich habe getan, was getan werden musste", sagte er der französischen Tageszeitung "Le Parisien".
Im September vergangenen Jahres hatte der Lastwagenfahrer zehn Millionen Euro gewonnen. Das Speditionsunternehmen hatte jedoch arge Finanzprobleme. Der 50-Jährige Glückspilz investierte daher in die Firma, um zu verhindern, dass etwa 14 Menschen arbeitslos werden. Sein ehemaliger Chef durfte bleiben, weil der Lottogewinner Mitleid mit ihm hatte.
Trotz seiner neuen Position setzt sich der frisch gewonnene Unternehmer noch selbst hinter das Steuer seines Lastwagens. Für die französische Lottogesellschaft ist dieser Fall ein ganz Besonderer, denn viele Gewinner investieren zwar in Unternehmen, bisher war aber keiner unter ihnen, der seinen alten Arbeitgeber aufgekauft hatte.


