Ich hab ja an dieser Stelle schon Ende letzten Jahres angefangen hin und wieder mal über Joel Tennenbaum und seinen Kampf gegen die Musikindustrie zu berichten. Nach mehr als 9 Monaten gibt es jetzt tatsächlich das erste vorläufige Urteil. Die Jury hat den 25-jährigen Studenten zu einer Schadensersatz-Zahlung in Höhe von 675.000 US-Dollar (470.000 Euro) verurteilt. Tenenbaum hat im Laufe des Prozesses eingeräumt, 30 Songs bei Kazaa heruntergeladen zu haben. Er hat gleichzeitig zugegeben, dass ihm durchaus bewusst war, dass er die Lieder damit gleichzeitig auch anderen Nutzern zur Verfügung gestellt hat.
Der "normale" Schadensersatz, in dem vom US-Copyright vorgesehenen Rahmen beläuft sich normalerweise pro Song auf 750 bis 30.000 US-Dollar (je nach Rechtsprechung der Jury). In Fällen wie dem von Tenenbaum (ein "willentlicher Verstoß") ist allerdings ein Schadenersatz von bis zu 150.000 USD möglich – für jeden der 30 Songs versteht sich. Wäre es also ganz übel gelaufen, hätte die Jury auf eine Zahlung von über 4,5 Millionen US-Dollar entscheiden können.
Im Vergleich dazu erscheinen die 675.000 USD doch gleich in einem anderen Licht ...


