Das mit dem Datenschutz im Internet wird ja immer schlimmer, da ja eigentlich kaum noch ein Schutz der privaten Daten, die man irgendwo angibt, besteht. Es ist fast egal, was man heute im Internet macht, ob man sich irgendwo registriert, ob man übers Internet einkauft oder andere Verträge abschließt, überall gibt man gut und gerne seine geheimsten Daten preis. Man verlässt sich ja darauf, dass sie nicht an Dritte weitergegeben werden. Doch immer wieder werden diese Grundsätze gebrochen und man bekommt irgendwann dubiose Anrufe von irgendwelchen Firmen, die einem etwas aufschwatzen wollen und alles über einen wissen.
Wie leicht es ist an private Daten von Internetnutzern heranzukommen, haben jetzt Reporter von NDR Info festgestellt. Sie haben auf dem Schwarzmarkt im Internet binnen weniger Stunden tausende Datensätze kaufen können. Darunter waren Daten zu Adresse, Geburtsdatum und sogar der Bankverbindung der ahnungslosen Menschen, die sie bei Gewinnspielen, Versicherungen oder Zeitschriftenabos angegeben hatten. Die Betroffenen der fast zwei Millionen angebotenen Daten fühlen einen massiven Missbrauch ihrer Privatsphäre.
NDR hat herausgefunden, dass der Datenhändler sich wohl in Tunesien aufhält und somit ist es schwer, sein illegales Handeln zu unterbinden. Dieser Test sollte aber allen die Augen öffnen, die gutgläubig ihre Daten preisgeben, denn sicher ist im Internet nichts mehr.
Die Ehefrau vom neuen Geheimdienst-Chef Sir John Sawers, nach der vor kurzem noch kein Hahn krähte, ist jetzt in aller Munde. Sie hat allerdings nicht durch Nacktfotos auf sich aufmerksam gemacht, wie sonst bei Unbekannten üblich, sondern durch eine ziemlich naive und dämliche Facebook-Entblößung (die in puncto Peinlichkeit, den Nacktfotos allerdings schon sehr nahe kommt). Sie schien nämlich bis vor kurzem eine begeisterte Facebook-Nutzerin gewesen zu sein und plauderte nach allen Regeln der Kunst Privates aus und lud jede Menge Fotos hoch.
Dass sich so ein Hobby nicht besonders gut mit dem Beruf ihres Mannes verträgt liegt irgendwie auf der Hand. Wenn dann noch peinliche Fotos von Familienfeiern und dem letzten Badurlaub ins Spiel kommen, auf denen man den Ober-Spion in Badhose am Strand Frisbee spielen sieht…na dann gute Nacht. Mich würde mal interessieren, ob sich die designierte Spionsgattin von ihrem Mann eine schöne Standpauke anhören durfte. Aber das erfährt man, Facebook sei Dank, bestimmt bald auf ihrer Seite.
Jobsuchende, die sich auf Jobs bei der Stadtverwaltung im amerikanischen Bozeman/Montana bewerben möchten, sollen ihre Passwörter zu Webdiensten wie Facebook, Google Mail und YouTube bekannt geben. Diese Passage existiert angeblich schon seit drei Jahren. In einem Formular, das jeder neben den üblichen Unterlagen unterschreiben muss, muss der Bewerber dann die Web-Sites mit entsprechenden Usernamen und Passwörtern angeben. Wer stellt schon die Katze im Sack ein.
Das Ganze nennt sich dann „Background Check“. Wer im öffentlichen Dienst tätig ist, muss schließlich gründlich überprüft werden, damit man sicher sein kann, dass „diese Leute nichts irgendwo da draußen haben, was die Öffentlichkeit in Sorge versetzen würde“, so der Chef der Stadtverwaltung Chris Kukulski. Außerdem sei die Angabe der Daten ja keine Pflicht, sondern freiwillig. Schon klar. Warum gibt es nicht gleich ein Formular, indem man sich bereit erklärt, seine Wohnung verwanzen und das Telefon abhören zu lassen.
Ach, ich mag die Amerikaner irgendwie: Alles wollen sie richtig und besonders ordentlich machen und schießen dabei einmal mehr über das Ziel hinaus.
Vor kurzem haben wir ja über Google Street View berichtet und die Probleme bei der Einführung in Deutschland. Ein glücklicher Zufall in den Niederlanden hat jetzt gezeigt, dass Google Street View nicht nur eine potenzielle Bedrohung für die Freunde des Datenschutzes darstellt, sondern auch bei der Verbrechensaufklärung helfen kann. Ein armer 14-jähriger Schlucker wurde nämlich Ende letzten Jahres in der niederländischen Stadt Groningen von zwei Unbekannten überfallen. Die Diebe erbeuteten sein Handy und rund 165 Euro. Moment mal, welcher 14-jährige rennt mit 165 Euro durch die Gegend?! Wie auch immer, von den Dieben fehlte bislang jede Spur.
Im Frühjahr dieses Jahres entdeckte sich der 14-jährige jedoch bei Google Street View – ausgerechnet in dem Moment, in dem er von den Dieben überfallen wurde. Glück für ihn und natürlich richtiges Pech für die beiden Diebe. Denn mit Hilfe der Polizei, gab Google die Originalbilder heraus, auf denen die Angreifer völlig unverfremdet zu erkennen waren. Die beiden Pechvögel können einem auch irgendwie schon wieder leid tun, denn das ist wirklich dumm gelaufen. Auf eine Strafanzeige können sie sich nämlich Dank Kommissar Google gefasst machen. Diese Verbrechensaufklärung mit Hilfe von Google Street View bleibt aber wahrscheinlich eher dem Zufall überlassen.
Wieder versucht Google auf einem neuen Weg an die Weltherrschaft zu gelangen, indem es das Google Street View jetzt auch in Deutschland durchsetzen will.
Seit einiger Zeit schickt Google bereits in den USA für Street View Autos durch die Straßen, die dort mit 360-Grad-Kameras das Geschehen aufzeichnen und somit den Dienst Google Maps ausbauen sollen. In Zukunft sollte man dann bei Google Maps zu den gesuchten Straßen auf der ganzen Welt auch die passenden Rundum-Ansichten haben. Anders als bei Google Earth hat man keine Ansicht von oben auf die Städte dieser Welt, sondern fühlt sich durch die neue Erfindung Street View, als würde man direkt auf den Straßen von New York stehen.
In Europa war man zunächst nicht so begeistert von der neuen Idee der weltgrößten Suchmaschine, da man Datenschutzverletzungen befürchtete. Es wurde befürchtet, dass die gefilmten Rohdaten direkt in die USA geschickt, wo sie vielleicht in einem falschen Zusammenhang verwendet würden. Denn bisher kann Google Street View nur in einigen Städten in den USA genutzt werden.
Jetzt ist man sich aber mit Google einig geworden, dass Betroffene bereits vor der Veröffentlichung der Bilder Widerspruch einlegen können. Google will in Europa vorher auch die Routen der Kamera-Autos ankündigen. Auch wenn Gesichter und Nummernschilder durch eine Software automatisch unkenntlich gemacht werden, fühlen sich trotzdem viele Menschen in ihrer Privatsphäre verletzt.
Wenn man mich fragt, betreibt Google mit dem Street View eine menge Aufwand, aber bisher haben sich Ideen des Suchmaschinen-Spezialisten immer ausgezahlt. Man kann mir auch nicht erzählen, dass jeder Mensch, der von der Kamera-Fahrt betroffen ist, eine Klage gegen Google einreichen wird. Also hat Googles neuer Dienst freie Fahrt zu noch mehr Macht.
An der Hochschule für Sozialinformatik in Tokio sollen rund 550 Studenten mit einem iPhone ausgestattet werden. Darüber sollen nicht nur Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt und kleinere Prüfungen abgewickelt werden, sondern auch Schwänzern das Leben schwer gemacht werden. Bei der Immatrikulation wird den Studenten das Handy zur Verfügung gestellt. Die Uni übernimmt dabei sogar die monatlichen Grundgebühren. Das Ganze klingt zwar äußerst spendabel und fortschrittlich, passiert aber wie gesagt nicht ganz ohne Hintergedanken. Denn die Uni will mit dem iPhone auch die Anwesenheit ihrer Studenten überprüfen. GPS sei Dank, kann nämlich der Aufenthaltsort der Studenten während der Vorlesungen überwacht werden.
Obwohl auch in Europa immer mehr Universitäten mit dem iPhone als Studienhilfe liebäugeln, müssen sich europäische Studenten nicht vor einer GPS Überwachung fürchten, da dies in Europa aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht umsetzbar wäre. Na, wenn das so ist würde ich auch eins nehmen: ’Nem geschenkten Gaul schaut man schließlich nicht ins Maul. Ich frage mich allerdings, ob die japanischen Studenten das genauso sehen. Aber welcher Student will sich schon gerne von seiner Uni, bzw. seinem iPhone überwachen lassen?
Mobbing kennt man vom Schulhof und vom Büro. Zu Zeiten von sozialen Netzwerken wird jedoch eine andere Form des Mobbings immer verbreiteter: Cyber-Mobbing ist ein Phänomen, von dem vor allem Nutzer in sozialen Netzwerken zunehmend betroffen sind. Laut klicksafe.de ist rund ein Viertel aller befragten Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren schon einmal vom Cyber-Mobbing betroffen gewesen.
Ein großes Publikum, Anonymität sowie die Möglichkeit immer in das Privatleben anderer eingreifen zu können, begünstigt Cyber-Mobbing-Attacken. Anlässlich des Safer Internet Day 2009 hat die EU deshalb mit den Vertretern von 17 sozialen Netzwerken, darunter Myspace, Facebook und Studivz, eine neue Richtlinie zum besseren Schutz in sozialen Netzwerken unterschrieben.
So sollen z.B. die Angebote alterspezifisch abgegrenzt werden und die Nutzer durch voreingestellte Datenschutzbestimmungen besser geschützt werden. Außerdem sollen Funktionen eingerichtet und verbessert werden, die helfen, Verstöße und Missbräuche durch den Nutzer zu melden und die Zusammenarbeit mit zuständigen Behörden zu vereinfachen. Mit den „Safer Social Networking Principles“ wird die erste europaweite Vereinbarung getroffen, die im Hinblick auf Persönlichkeitsrechte und Datenschutz der Nutzer, Standards für die Anbieter von sozialen Netzwerken festlegt.
Wer sich im sozialen Netzwerk Facebook rumtreibt, der stellt sich nicht nur gerne selbst dar, sondern stellt auch seine gesamten Daten zur freien Verfügung. Fotoalben, Nachrichten und persönliche Daten gehören Facebook. Der einzige Ausweg führt über eine Abmeldung bzw. die Löschung des eigenen Accounts (Dass eine endgültige Löschung, nicht zu verwechseln mit einer Deaktivierung des Accounts, nicht gerade leicht ist, ist eine andere Geschichte …).
Doch Facebook hat ganz unbemerkt die Geschäftsbedingungen geändert. Nach diesen neuen Geschäftsbedingungen kann Facebook auch noch über die Nutzerdaten verfügen, wenn sich der Nutzer bereits abgemeldet hat. Daten werden gespeichert und mit ihnen kann dann gemacht werden, wonach Facebook gerade der Sinn steht.
Erst als der Verbraucherschutzblog consumerist.com über die geänderten Nutzerbedingungen informierte, führte dies zu großer Empörung bei den Nutzern. Daraufhin gab Facebook nach und änderte die Bedingungen erneut. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, sollte unter allfacebook.com die 10 Gebote zum Schutz der Privatsphäre auf Facebook beherzigen.


