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Artikel-Schlagworte: „Erstsemester“







horsaal1 Die Zahlen sind hoch bis astronomisch-hoch: Zwischen 20 und satten 250 Prozent neue Studenten haben sich an deutschen Hochschulen für das kommende Wintersemester angekündigt. Wenn ich kurz dran erinnern darf: Doppelter Abiturjahrgang und Abschaffung der Wehpflicht. Lange konnten sich die Unis darauf vorbereiten und in wenigen Wochen wird sich zeigen, ob diese Vorbereitungen erfolgreich oder eher ein Schuss in den Ofen waren.

Trotz aller Kritik an der Bologna Reform, soll laut Experten gerade diese Reform den Schwall von Erstsemestern in diesem Jahr auffangen. So hofft man, bzw. man weiß es, dass Bachelor und Master Studenten im Durchschnitt nach 10,5 Semestern die Uni verlassen und somit schneller, als bei den alten Diplomstudiengängen, neue Plätze frei werden. Hinzu kommt, dass laut des Hochschul-Informations-Systems (HIS), immer mehr Bachelor Studenten nach ihrem Abschluss direkt anfangen zu Arbeiten und erst nach einigen Jahren Berufserfahrung ihren Master anschließen. Auch das trage dazu bei, dass man den Ansturm auf die Unis abfedern könne.

Das sind Zahlen und Fakten und alles scheint irgendwie doch ganz gut auszusehen. Aber als Laie und betroffener Student fragt man sich dennoch: Wo sollen eine halbe Millionen Erstsemester zusätzlich Platz finden, wo für die anderen in den letzten Jahren schon kein Platz war? Ich frage mich ernsthaft, ob die Einschätzung von sogenannten Experten wirklich realistisch ist.

Für die Unis kann man nur hoffen, dass sie dem Ansturm der Erstsemester gerüstet sind und sie in Zeiten von Studiengebühren vorausschauend investiert haben. Nach dem 15. Oktober wissen wir mehr. Sollte es doch zum (nicht-) erwarteten Chaos kommen, dürfte dies nur ein weiteres Anzeichen für das Märchen vom Nutzen der Studiengebühren sein.







Piktogramm Alkohol Das ging wohl nach hinten los: An der renommierten European Business School (EBS) im hessischen Oestrich-Winkel sind bei einem feucht-fröhlichen „Aufnahmeritual“ zehn Erstsemester auf der Intensivstation gelandet. Die angehenden Manager und Top-Juristen veranstalten alljährlich für die Erstsemester einen Parcour, der als inoffizielles Aufnahmeritual gilt und es scheinbar wirklich in sich hat: an 25 Stationen müssen die Uni-Neulinge nicht nur absurde Aufgaben bewältigen, sondern auch jede Menge Schnaps und weniger bekömmliche alkoholische Mischungen konsumieren. Dass da der Pegel von Station zu Station steigt, liegt auf der Hand. Zu dumm für die „Veranstalter“, dass das ganze Unterfangen scheinbar gehörig aus dem Ruder lief, sodass 10 Neuankömmlinge als Schnapsleichen auf der Intensivstation ausnüchtern mussten.

Diese Rituale kennt man aus amerikanischen College-Komödien, aber auch in Deutschland scheint es nicht unüblich zu sein, dass sich Erstis einem Aufnahmeritual unterziehen müssen. Die angehenden Führungskräfte scheinen zu wissen, was ihnen bevorsteht und bevor sie sich an die 60-Stunden-Woche gewöhnen, macht man in den beschaulichen Weinbergen Hessens nochmal ordentlich einen drauf. Dass das aber nicht nur der eigenen Leber, sondern auch dem Image der renommierten Universität schadet, bleibt unbestritten.

Apropos Image: Wie eine ironische Offenbarung klingt in diesem Zusammenhang der Auszug von der Homepage der Uni über das Campus Leben: „Da wir großen Wert auf die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit unserer Studierenden legen, fordern und fördern wir deren Engagement, Selbstausdruck und Verantwortungsgefühl.“ Da gibt es wohl akuten Förderungsbedarf, wie es scheint. Wenn das die Elite unseres Landes ist, dann möchte ich gar nicht wissen, was in den Führungsebenen deutscher Unternehmen so alles konsumiert wird.







Jeder, der schon einmal versucht hat, sich online über einen bestimmten Studiengang oder eine Uni allgemein schlau zu machen, wird diese Grafik nachvollziehen können. :)

ewiger Ärger mit Universitätsseiten







Videobewerbung für Studienplatz – je abgedrehter, desto besserJetzt bitte wieder eine Runde Kopfschütteln für die USA: An der Tufts University nahe Boston kann man sich mit einem Video für einen Studienplatz bewerben. Die Ergebnisse reichen vom Ohrenwackeln über Kartentricks bis zu Gesangs- und Tanzeinlagen. Einige der Bewerber haben tausende von Klicks auf YouTube erhalten und in Tufts Kultstatus erreicht. Obwohl das meist alles andere als seriös ist, passt die Idee trotzdem ganz gut in das Bewerberkonzept der angesehenen Uni.

Wir erinnern uns: Amerikanische Unis entscheiden individuell, wen sie zum Studium zulassen. Das wird normalerweise an Noten, Engagement oder besonderen sportlichen Leistungen festgemacht. Tufts ist aber bekannt dafür, auch Methoden zu verwenden, die aus der Reihe fallen. Dieses Jahr war zum Beispiel eines der Essay-Themen "Sind wir allein?" und man sollte etwas aus einem Blatt Papier basteln. Der Fokus liegt im Bewerbungsprozess also offensichtlich auf Kreativität, Persönlichkeit und einer gesunden Portion Selbstvertrauen.

Auch wenn jeder freiwillig entscheiden kann, ob er ein Video einschickt, sind innerhalb weniger Wochen mit den Bewerbungen mehr als 10.000 YouTube-Links eingegangen. Der Aufwand, ebendiese Videos alle zu sichten und zu bewerten ist enorm. Und es stellt sich für mich auch die Frage, ob das wirklich eine Grundlage für bessere Entscheidungen ist. Wirklich absurd wird das Ganze aber, wenn man hört, dass die Uni sogar einen Contest der originellsten Bewerber anzetteln wollte - frei nach dem Motto "Tufts sucht den Superstar".

Hierzulande ist ja das schlimmste Übel meist ein Motivationsschreiben. Angesichts dessen werde ich mich also zukünftig nicht mehr aufregen … :) Die Videos findet ihr übrigens bei YouTube mit den Suchbegriffen "Tufts Supplement".







student_hoersaalKaum ein Studienanfänger kommt gerne erst mitten im Semester an einer Universität an - ohne Freunde, Wohnung und einen blassen Schimmer, wie man sich zurechtfinden soll. In diesem Semester muss das aber ca. 18.000 Studenten so ergangen sein, denn so viele Studienplätze blieben dank Einschreibechaos bis spät im Semester unbesetzt. Nicht auszurechnen, wie diese Zahl wohl ohne die Studienplatzbörse ausgesehen hätte.

Im Jahr 2004 wurde den deutschen Hochschulen mit der Möglichkeit der Direktbewerbungen mehr Eigenverantwortung bei der Auswahl ihrer Studenten eingeräumt. Die griffen aber größtenteils genau wie die ZVS auf einen Numerus Clausus zurück.

Schlimm genug, dass angehende Studenten wegen lästigen NCs in beliebten Studiengängen zahlreiche Bewerbungen abschicken müssen, um überhaupt irgendwo angenommen zu werden. Wenn die dann aber trotzdem dank Nachrückverfahren teilweise wochenlang auf gutes Wetter warten müssen, ist das schlichtweg unfair. Niemand kann den Studenten (mit Einser-Abitur) aber vorwerfen, dass sie ihre endgültige Studienplatzwahl lange abwägen und durch Doppeleinschreibungen eigentlich freie Studienplätze lange besetzen. Ganz nach dem Motto: "Wenn ich schon bezahle, darf ich auch selbst entscheiden, wo ich studiere." Andere bleiben dann eben lange auf der Strecke.

Das kann bis zu acht Nachrückverfahren nach sich ziehen - irgendwas im System muss also fürchterlich schlecht funktionieren. Sicherlich würde auch eine zentrale Vergabe für jeden Studiengang jämmerlich scheitern, deshalb versprechen Bund und Länder ab Herbst 2011 ein computergesteuertes Verfahren, das Abhilfe schaffen soll.

Es ist fragwürdig, ob ein sagenumwobenes Computerverfahren dem Chaos ein Ende bereiten kann. Aber es scheint wohl dank des begrenzten Einfallsreichtums der Hochschulen vorerst die einzige Lösung zu sein.







Bachelor Studium liegt voll im TrendSo, das ist doch mal eine Interessante Nachricht am frühen Morgen. Trotz (oder gerade wegen?) Bologna-Reform und Studiengebühren ist die Zahl der Erstsemester Studenten laut dem statistischen Bundesamt in Wiesbaden im Wintersemester 2008/2009 um satte 10 Prozent angestiegen (insgesamt 396.800). Klar wird, dass Studierende mittlerweile Studiengänge an praxisorientierteren Fachhochschulen (FH) bevorzugen, da diese im Vergleich zu den Unis einen deutlich höheren Anstieg zu verzeichnen haben.

Insgesamt stieg die Zahl der Studierenden im ersten Fachsemester - da sind auch Fachwechsler oder Studierende mit schon abgeschlossenem Studium drin - zum Wintersemester 2008/2009 um satte zwöllf Prozent auf insgesamt 455.300. Mehr als zwei Drittel davon haben sich im Zuge der Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge für einen Bachelor-Studiengang eingeschrieben. Allein die Zahl der Bachelor Studierenden im ersten Fachsemester nahm damit um 25% zu.

Alles schön und gut auf den ersten Blick. Noch interessanter wäre es aber meiner Meinung nach zu erfahren, wie hoch die Zahl der Studienabbrecher schon nach dem ersten Semester ist. Möglicherweise relativiert sich dann schon wieder so einiges ...







netbook Weil es angeblich / anscheinend immer mehr angehende Studenten in Großstädte zieht, gibt es jetzt die ersten Unis, die Studenten mit "Einstiegs-Angeboten" locken. Eine davon ist die Universität Paderborn. Hier bekommen Erstsemester zum kommenden Wintersemester ein sogenanntes Netbook geschenkt, welches von Sponsoren bezahlt wird. Eine ähnliche Aktion plant auch die neue Hochschule Rhein-Waal in Kleve und Kamp-Lintfort. Hier sollen Erstsemester aus Sponsorengeldern einen Laptop und ein Fahrrad erhalten - diese allerdings nur als Leihgabe.

Nette Ideen wie ich finde, aber weder ein Netbook noch ein Laptop und Fahrrad dürften wohl wirklich Anreiz sein, die Wahl der Universität bzw. Fachhochschule davon abhängig zu machen. Vor allem Kleve und Kamp-Lintfort sollten diese Strategie noch mal überdenken und gegebenenfalls ein bisschen was an netten Angeboten draufpacken ...







studentenIn den letzten Jahren ging die Zahl der Erstsemester immer weiter zurück. Doch 2008 zogen die Hochschulen in Deutschland die bisher meisten Studienanfänger an. Laut Statistischem Bundesamt verbuchten die rund 400 Hochschulen circa 386.500 Immatrikulationen, das sind 9.000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2003. Eingeschrieben haben sich im letzten Jahr rund 194.200 Männer und 192.300 Frauen. Während die Universitäten jedoch den Wert der Erstsemester aus 2003 nicht übertreffen konnten, verbuchten die Fachhochschulen sogar einen Zuwachs von 21,5%.

Im Vergleich zu 2003 gab es auch in der Wahl der Studiengänge einige Veränderungen. Die Ingenieurwissenschaften konnten einen Zuwachs von 9,2% verbuchen und auch die Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften konnten um 6,2% zulegen. Rückgänge mussten unterdessen die Mathematik und Naturwissenschaften (-4,8%) sowie die Kultur- und Sprachwissenschaften (-11,5%) hinnehmen.

Für Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ist der Anstieg der Studienanfänger sehr zufriedenstellend. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, so ihre Aussage.

































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