Wie kann das sein? Noch vor wenigen Monaten wurde doch heiß darüber diskutiert, ob mit der Einführung von Studiengebühren nicht die Zahl der Studienanfänger sinken wird. Und jetzt sowas: Das statistische Bundesamt veröffentlichte letzte Woche die Zahlen zum Studienjahr 2008 und überraschenderweise gab es zuvor noch nie so viele Studienanfänger - studieren liegt also im Trend.
Der vorherige Spitzenwert aus dem Jahr 2003 wurde um ganze 2,4 Prozent übertroffen und stieg somit auf rund 386.500 „Erstis“ an. Auch die weibliche Welt der Studenten legte einen ordentlichen Vormarsch hin: Wohingegen 2003 noch 181.800 Frauen angefangen habe zu studieren, starteten 2008 5,8 Prozent mehr Frauen ins Studienleben – 192.300 also. Ihre männlichen Mitstudenten verfehlten ihren Höchstwert aus dem Jahr 2003 um 0,7 Prozent.
Eine brisante Veränderung gibt es auch in Bezug auf die Studienfächer – hier liegt die Fächergruppe Ingenieurwissenschaften ganz weit vorne: Um ganze 9,2 Prozent ist die Anzahl der Studienanfänger nach oben geklettert. Negativ-Stitzenreiter bei den Erstimmatrikulierten sind die Sprach- und Kulturwissenschaftler: Im Gegensatz zu 2003 sank die Zahl um 11,6 Prozent auf 68.000.
Außerdem bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den Hochschulen. Wohingegen Fachhochschulen einen Anstieg von 21,5 Prozent im Gegensatz zu 2003 verbuchen können, zählen Universitäten 5,4 Prozent weniger Studienanfänger als 2003.
Jetzt kann man gespannt abwarten, wie sich die Studienzahlen in diesem Jahr entwickeln werden und welche Trends wohl zu verzeichnen sind.
Zugegeben, auf den ersten (und auch den zweiten) Blick nimmt man ja diese ganze iPhone Geschichte nicht ganz so ernst. Jetzt hab ich aber entdeckt, dass die Universität in Derby (England) gerade erst 35 iPods an Erstsemester Radiografie-Studenten verteilt hat. Diese sollen normale Lehrbücher ein Stück weit ersetzen, es sind beispielsweise Videos mit Anleitungen drauf, wie man Patienten auf eine Röntgenaufnahme vorbereitet. Was die Studenten in der Freizeit mit den iPods anfangen bleibt ihnen überlassen (eigene Musik, Videos), einziger Knackpunkt ist, dass die Geräte nach 2 Jahren zurückgegeben werden müssen. Jetzt ist ein iPod kein iPhone, aber irgendwie geht das schon in die selbe Richtung. Bin mir sicher, damit würden sich die Kölner Studenten auch schon zufrieden geben. Und Apple sowieso ...
So, ich hab mal wieder was zu einem unserer Lieblingsthemen gefunden: den Studiengebühren. Ich will hier jetzt gar nicht wieder alle Gründe aufzählen, warum Studiengebühren grundsätzlich schlecht sind, aber laut einem Artikel bei Zeit Online wird das Statistische Bundesamt am Montag einigen "Studiengebühr-Gegnern" zunächst mal den Wind aus den Segeln nehmen. Dort kommt man nämlich zu dem durchaus erstaunlichen Ergebnis, dass es in Deutschland noch nie so viele Studienanfänger gab, wie im laufenden Wintersemester 2008. In vielen Bundesländern ist die Zuwachsrate bei Erstsemestern sogar zweistellig (in % ausgedrückt natürlich). Jetzt könnte man meinen, dass sich das vielleicht nur auf die Länder bezieht, die noch keine Studiengebühren eingeführt bzw. diese wieder abgeschafft haben. Das ist aber wohl nicht so! Angeblich verzeichnen auch Unis in Ländern mit Studiengebühren einen deutlichen Zuwachs. Glaubt man den Prognosen für die nächsten Jahre, wird das auch erst mal so bleiben, möglicherweise könnte der "Run" auf die Hochschulen sogar noch weiter zunehmen.
Ihre abschreckende Wirkung als zusätzliche finanzielle Belastung scheinen die Studiengebühren also anscheinend erst mal verloren zu haben. Auch wenn das Studium dadurch natürlich vielen nicht gerade leichter fallen dürfte ...


