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Artikel-Schlagworte: „Fahrrad“







handy-verbotsschild Dieser Monat wird ganz schön hart. Mein Auto ist in der Werkstatt und mein Handy wurde eingeschickt. Ich lebe quasi asketisch. Ich komme mit dem Fahrrad zur Uni und wieder zurück, telefoniere und schreibe SMS mit einem antiken Handy, von der gefühlten Größe eines Mauersteins. Eine Woche ist so schon vergangen und ich finde es großartig: Nie habe ich mich soviel bewegt, wie jetzt und so wenig sinnlose SMS geschrieben. Zwar fällt einem auf, was man an den vermeidlich unentbehrlichen Geräten und Maschinen so hat, aber man merkt, dass es auch ohne geht.

Außerdem muss man sich um viel weniger Sachen Gedanken machen: Wie teuer ist der Sprit? Lieber heute tanken oder noch warten? Ist mein Akku noch voll? Hab ich mein Handy überhaupt dabei? Alles egal. Und wenn man mal ehrlich ist: Wirklich wichtige Nachrichten bekommt man jetzt auch nicht gerade jeden Tag. Ich kann es nur jedem empfehlen mal auf diesen ganzen Kram zu verzichten. Was natürlich schwerer fällt, wenn man nicht, wie ich, dazu gezwungen ist. Aber ein Versuch loht sich auf alle Fälle, wenn man sich mal wieder so richtig unabhängig fühlen will.







Oh, Fahrrad … die Zeit ohne Dich ist schrecklich … die Sehnsucht nach Dir steigt von Minute zu Minute. Aber von vorn: Seit zwei Wochen ist es mir verwehrt, mein heißgeliebtes Fortbewegungsmittel zu benutzen, weil sich der Weg zu meiner Schaffensstätte auf fast 10 km verlängert hat. Glücklicherweise tangiert eine Buslinie direkt meine Haustür, weswegen ich mich dazu entschlossen habe, dieses öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Diese Idee missfiel mir zwar zunächst zutiefst, aber da ich kein Auto besitze, hatte ich wohl keine andere Alternative. Die Beschaffung einer Monatskarte erwies sich allerdings als nicht so einfach wie man vielleicht meinen könnte. Zuerst versuchte ich mein Glück bei der Deutschen Bahn, da mir der gute alte Freund Internet den Fahrkartenschalter der Selbigen empfohlen hatte. Dort angekommen, versuchte man mir auf unverständliche Art und Weise zu erklären, dass es der Bahn unmöglich sei, mir hier und jetzt eine Fahrkarte auszustellen. Ein Formular von der FH sei unabkömmlich. Mit diesem solle ich dann zum Kundencenter 300m weiter gehen. Die könnten mir auf jeden Fall helfen. Zwei Tage später, mit ausgefülltem Formular bestückt, betrat ich das Kundencenter und musste mit Entsetzen feststellen, dass man mir auch dort keine einfache Monatskarte aushändigen konnte. Man empfahl mich weiter an das Padersprinterbüro in der Zentralstation, wo ich nun endlich das heiß begehrte Stück Papier entgegennehmen durfte. Am nächsten Tag, es waren minus 20 Grad, folgte meine morgendliche Busfahrpremiere zur Arbeit. Nach 15 Minuten darben in der eisigen Kälte Paderborns vermochte ich durch die Eisschicht auf meinen Augen ein kastenförmiges Gefährt anrollen sehen. Es war vollgestopft bis an die Decke. Mist; daran hatte ich nicht gedacht … es war Schulzeit. Wenn ich das geahnt hätte … Aber ändern konnte das nun auch nichts mehr. Da musste man jetzt durch. Die durch die Vollheit bedingte olfaktorische und akustische Belästigung war kaum zu ertragen. Nach einer halben Ewigkeit wurde endlich die Schulhaltestelle angefahren und der Bus leerte sich rapide auf nur noch ca. 10 Personen. Es war wie eine Erlösung als sich die Türen öffneten, frische und eisige Luft hineinströmte und die Schulkinder in die Freiheit stürmten. Viiieeel bessser. Nach einer halben Stunde war auch meine Wenigkeit am Ziel angelangt. Wenn ich an unsere schönen Zeiten denke, Fahrrad. Wie wir morgens immer jedem Wetter trotzten, fit und wach pünktlich dort ankamen, wo wir hinwollten. Und erst die völlige Unabhängigkeit von Fahrplänen und Verspätungen …

































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