Wer sich gegen Ende des Studiums schon das ein oder andere Mal mit seinen Kommilitonen über die zentralen Fragen, die die persönliche Zukunft betreffen, unterhalten hat, dem wird aufgefallen sein, dass es nur zwei Arten von Menschen gibt: Die einen, die weder die Stadt noch das Land interessiert, in dem sie später für ihren Traumjob landen und sich hauptsächlich am besten Jobangebot orientieren und die anderen, für die Faktoren wie die Nähe zum Partner, zu Freunden sowie die Stadt an sich entscheidend sind.
Viele zieht es für ihren Traumjob in das hinterletzte Kaff, andere bevorzugen das Altbewährte oder suchen gezielt in ihrer Traumstadt nach einem Job. Was aber hat Vorrang? Das persönliche oder das berufliche Glück? Und wie schwer lässt sich beides miteinander vereinen? Fernbeziehungen und Umzugskarussell sind in unserer Generation zum Standard geworden. Schließlich muss man nehmen, was man kriegen kann. Alles miteinander vereinen zu können, scheint für viele undenkbar, sodass sie ihre Prioritäten setzen.
Diese Einstellung ist vor allem das Resultat wachsender Unsicherheit und die Unwissenheit über den eigenen Marktwert gerade zum Berufseinstieg. Die meisten sind zunächst froh, wenn sie den ersten Job in Aussicht haben und stürzen sich auf das erstbeste Angebot. Wer danach noch einen Wechsel wagen will, der braucht viel Mut und Entscheidungswillen. Ein neuer Wohnort und ein neuer Job bedeutet auch immer ein Neuanfang. Und hier sollte man sich fragen, wie lange man das Spielchen mitspielen will und wann der richtige Zeitpunkt ist um sesshaft zu werden. Denn wie sagt man so schön: Wir werden alle nicht jünger.
Unsere Franzi hat tatsächlich schon eine Zusage für einen Studienplatz erhalten, allerdings ist dies die erste Zusage von ihren insgesamt drei Bewerbungen an Universitäten in drei verschiedenen Bundesländern.
Eigentlich sollte sie den Platz annehmen und sich in der von der Hochschule festgesetzten Frist immatrikulieren. Eigentlich, gäbe es da nicht den berühmten Haken. Die Zusage kam ausgerechnet von der von unserer Heimatstadt am weitesten entfernten Universität. Franzi will zunächst die Reaktion unserer Uni hier vor Ort abwarten ehe sie sich entscheidet. In letzter Zeit hat sie jedoch mehrfach betont, dass eine Trennung, und sei es auch nur über eine Distanz von 250 Kilometer, für sie und ihren „Schnucki“ einfach nicht in Frage kommt.
Eine solch besitzergreifende „Liebe“ kann auf Dauer doch nicht gut gehen!?! Also verzichtet Franzi lieber auf’s Studium, falls sie an unserer hiesigen Hochschule nicht zum Zuge kommt? Dies hängt natürlich auch davon ab, ob der Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Leider konnte mir Franzi dazu gar nichts sagen, sie hat sich einfach mal beworben. mehr...


