Stell dir vor, du schlägst Sonntagfrüh beim Frühstück schön die Zeitung auf und dann springen dir bewegte Printanzeigen entgegen. Du befindest dich dann nicht an der Schule für Hexerei, wie Harry Potter und seine Freunde, die bewegte Bilder in ihrer Zauberzeitung haben, sondern in der realen gegenwärtigen Welt.
In Amerika wird diese Zukunftsvision Wirklichkeit, denn ein Fernsehsender will dort im September besondere Ausgaben des Magazins "Entertainment Weekly" herausbringen, um auf eine TV-Serie aufmerksam zu machen. Wer diese Zeitschrift aufschlägt, wird einen 2,7 Millimeter dünnen Mini-Bildschirm, auf dem Werbefilme laufen, vorfinden. Die Bildschirme, mit einer Diagonalen von 5 cm und einem Mini-Lautsprecher, wurden von der US-Firma Americhip entwickelt.
Wie viele Magazine mit diesen bewegten Printanzeigen ausgestattet werden sollen, steht noch nicht ganz fest, aber von tausenden sei schon die Rede. Auch die Kosten der Werbeaktion sind nicht bekannt. Aber ich denke mal, dass der Verbraucher künftig für eine so außergewöhnliche Zeitung drauf legen darf.
Also ich finde diese Entwicklung echt spannend und schon bei den Filmen von Harry Potter habe ich mich gefragt, wann dieser Trend auch bei uns ankommt.
Wer kennt das nicht: Man sitzt gemütlich im Kino, hat grade seinen halben Liter Cola ausgetrunken und da drückt auch schon die Blase.
Aber wann ist der richtige Moment um auf die Toilette zu gehen ohne spannende Szenen im Film zu verpassen?Die Antwort darauf hat die Web-Seite runpee.com.
Auf dieser Seite wird zu aktuellen Kinofilmen gezeigt, wann eh nicht viel passiert und wann man somit nichts Wichtiges verpasst. Je nach Film hat man dann 3-5 Minuten Zeit das stille Örtchen aufzusuchen.
Bei dem Kinofilm "Brüno" ist "Runpee-Time" nach 48 min und dann noch mal nach 60 min.
Für die ganz Neugierigen, die nahtlos wieder in den Film einsteigen wollen, bietet Runpee sogar eine kurze Zusammenfassung der verpassten Szenen an. Diese Zusammenfassung ist in verschlüsselter Form sichtbar und nur wenn man diese entschlüsseln lässt, lesbar. So kann man selber entscheiden, ob man sich im Vorfeld etwas über den Film verraten lassen möchte.
Wer allerdings keine Lust hat seinen Laptop mit ins Kino zu nehmen oder vorher schon im Internet nachzuschaun, für den gibt es Runpee auch als iPhone-Applikation. Auch weitere Software-Versionen sind schon in Planung.
Noch ist Runpee nur auf die amerikanischen User abgestimmt - täglich etwa 3000 bis 6000 - und richtet sich nach den aktuellen Kinofilmen in den USA. Geplant sei aber auch eine Ausweitung des Angebots, sagt der Erfinder der Digitalen-Pinkelpausen-Hilfe Dan Florio. Dazu ist er aber auf die Hilfe einer Web-Community angewiesen. Ähnlich wie bei dem Prinzip von Wikipedia können Nutzer selber an der Web-Seite mitarbeiten. Man muss sich nur registrieren und kann dann die "RunPee-Zeiten" eintragen, die man für sinnvoll hält.
Was ist aber, wenn dank Runpee die Kinobesucher zur gleichen Zeit auf die Toilette stürmen?...
Geschüttelter Martini, Magnetuhren und waghalsige Stunts: James Bond eignet sich hervorragend als Forschungsgegenstand für Wissenschaftler. Nicht nur, wie man meinen könnte, für Film- und Fernsehwissenschaftler, sondern auch für Physiker.
An der TU Dortmund können Physikstudenten in den Vorlesungen ihres Professors die Stunts und Phänomene in den James Bond Filmen auf ihre Plausibilität untersuchen: Warum mag 007 den Martini lieber geschüttelt als gerührt? Einfache physikalische Erklärung: Beim Schütteln gelangen die Alkoholmoleküle näher unter die Oberfläche des Getränks, was natürlich wichtig ist, wenn man, wie 007, nur ein lässiges Schlückchen zu sich nimmt. Auch das Ablenken einer Pistolenkugel mit einer Magnetuhr, sowie zahlreiche Stunts auf dem Wasser und in der Luft werden von den Studenten und ihrem filmbegeisterten Professor wissenschaftlich untersucht.
Aber nicht nur James Bond, sondern auch Star Trek und Titanic wurden in anderen Vorlesungen auf ihre wissenschaftliche Richtigkeit untersucht. Da könnte man selbst als Physik-Laie plötzlich Interesse an der Physik bekommen. Interessant wäre zum Beispiel, ob die Tür, auf die sich Rose in der Schlußszene von Titanic retten konnte, tatsächlich untergegangen wäre, wenn sie sich zu zweit auf sie gesetzt hätten. Fläche der Tür berechnen, ungefähres Körpergewicht der beiden Turteltauben…so was müsste doch möglich sein. Aber vielleicht würde James Cameron dann etwas blöd aus der Wäsche gucken, wenn sein Protagonist in der dramatischen Situation hätte überleben können. Vielleicht fürchten also Filmproduzenten die Physik bald genauso, wie der Vatikan die Evolutionstheoretiker – wer weiß.


