Die zum 1. Oktober geplante BAföG-Erhöhung, liegt vorerst weiter auf Eis, da Bund und Länder zu keiner Einigung kamen. Auf die geplante Erhöhung der BAföG-Sätze von 2% dürfen die Studenten also weiterhin nur hoffen.
Eine Annäherung konnte deswegen nicht erzielt werden, da der Bund die volle Kostenübernahme der anfallenden Mehrkosten, die mit der BAföG-Erhöhung anfallen würden, nicht voll übernehmen möchte. Das fordern nämlich die Länder, die sich aufgrund der aktuellen Haushaltslage nicht in der Lage sehen, die Mehrkosten zu zahlen.
Am 15. Oktober wird dann im Bundesrat erneut getagt und beraten, was das Zeug hält. Die rund 800.000 betroffenen Studenten müssen sich also in Geduld üben. Was vielleicht nicht allzu schwer fallen dürfte, da es sich bei durchschnittlicher Förderung um lediglich 13 Euro pro Student handelt (Aber trotzdem:Haben oder nicht haben...). Für den Bund ist diese Erhöhung aber mit rund 340 Millionen Euro pro Jahr deutlicher zu spüren. Das Land würde mit rund 170 Millionen Euro mehr belastet.
Interessant ist vor allem die Aussage vom Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Andreas Keller: „…beim Rettungspaket für die Banken dauerte es nur wenige Tage vom Gesetzesentwurf bis zur Verkündung im Bundesgesetzblatt. Jetzt brauchen wir dringend ein Rettungspaket für Studierende.“ Da ist was Wahres dran, aber ich bezweifle, dass Studenten irgendwann mal dieselbe ökonomische Bedeutung beigemessen wird, wie einer Bank oder einem Unternehmen.
Der Economist berichtet, dass Uruguay seine Schüler der Grundschulen in einem Pionierprojekt mit Laptops ausstattet. Wo sich die Lehrer früher nur unzureichend um lernschwache Kinder kümmern konnten, helfen diverse Programme den Kindern nun, ihre Sprachkenntnisse zu fördern. Tippen sie beispielsweise ein Wort, wird dieses vom Laptop vorgesprochen und hilft somit bei der richtigen Artikulation. Ziel dieser flächendeckenden Aktion ist es, auch ärmeren und benachteiligten Kindern einen Bildungsstandard zu garantieren. Zu diesem Zweck sind bald Prüfungen für sämtliche Siebenjährigen angedacht, welche online durchgeführt werden sollen.Bei den Geräten handelt es sich um XO-Laptops, welche von dem gemeinnützigen Verein One Laptop per Child speziell für die schulische Entwicklung der Kinder entwickelt wurden. Mit 260 US$ pro Laptop und jährlichen Instandhaltungskosten von 21 US$ erscheint das Programm als sehr kostengünstig und macht lediglich 5 Prozent des Gesamtetats für die Bildung des Landes aus.
Da das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, läuft die Versorgung noch nicht rund: Die ersten 50.000 Laptops wurden fälschlicherweise mit englischer statt spanischsprachiger Software geliefert und waren somit erst nach einem Spanisch-Update brauchbar. Natürlich gehen auch die Kinder nicht immer pfleglich mit ihren neuen Laptops um, so dass einige Geräte schon beschädigt wurden. Aus Angst, dass die Geräte nicht zurückkommen, werden sie in der Folge nur selten bei Reparaturdiensten eingereicht. Zusätzlich steht die geplante Online-Prüfung auf der Kippe: An mehr als zwei Dritteln der Grundschulen ist die Auslastung des Netzwerkes so hoch, dass lediglich die Hälfte der Schüler überhaupt mit ihren Laptops ins Internet können.
Diese Hindernisse in der Startphase lassen sich jedoch größtenteils schnell beheben, z. B. durch Reparaturdienstleister, die Fehler vor Ort beseitigen. Das Projekt schlägt außerdem hohe Wellen. Andere, ähnlich aufgestellte Länder möchten mit Uruguay gleichziehen. So hat Peru schon eine vergleichbare Aktion angekündigt.


