Würdet ihr für 100.000 Dollar euer Studium schmeißen, um Teil einer neuen Geschäftsidee zu werden? Der Investor Peter Thiel, der auch schon das Bezahlsystem PayPal entwickelt hat, hat 24 Studenten ein Stipendium der besonderen Art angeboten: 100.000 US Dollar, wenn sie ihr Studium schmeißen, um mit seiner Unterstützung ein eigenes Unternehmen zu gründen. Dazu stehen ihnen in den ersten Jahren Mentoren zur Seite, die die Studenten unterstützen und beraten sollen.
Alle Kandidaten sind unter 20 und haben gerade ihr Studium an den Eliteunis in den USA begonnen. Sie haben sich in den verschiedensten Bereichen mit ihren Ideen bei Thiel beworben und erhalten nun die Chance, ohne Uni-Abschluss ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Wie viele von den Jungunternehmen später genauso erfolgreich werden, wie Peter Thiel, bleibt abzuwarten. Der Milliardär will mit seinem gewagten Gründer-Experiment vor allem aber beweisen, dass Bildungsabschlüsse zu hoch bewertet werden und vielmehr die Innovation gefördert werden muss.
Klingt alles sehr amerikanisch. Aber ich frage mich, warum nur Studenten von Eliteuniversitäten mit einbezogen werden. Denn eigentlich steht denen doch ohnehin ein dichtes Netz nützlicher Kontakte zur Verfügung, die sie während und nach Beendigung ihres Studiums nutzen können.
Zudem weiß ich nicht, ob ein 18-jähriger „Ersti“ wirklich schon die geistige Reife hat, um sein eigenes Unternehmen zu gründen (ja, Mark Zuckerberg hat das auch so gemacht, weiß ich ja.) Aber schließlich macht man ein Studium ja nicht ausschließlich, um später beruflichen Erfolg zu haben, sondern auch, um sich persönlich weiter zu entwickeln. Wahrscheinlich fehlt mir zu diesem Verständnis einfach der amerikanische Unternehmergeist.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie die "eigene" Uni im internationalen Vergleich denn so abschneidet, der kann sich auf der Webseite des britischen Hochschulmagazins "Times Higher Education" ("Times"-Ranking) jetzt darüber informieren. Zu viel erwarten sollte man aber nicht. Die beste deutsche Hochschule ist laut dieser Liste die die TU München auf Platz 54 und generell kann man sagen, dass das aktuelle Hochschul-Ranking (und auch frühere) für europäische Unis eher einem Desaster gleicht. Um die vorderen Pätze streiten sich ausschließlich die Besten aus den USA mit den britischen Elite-Unis. An der Spitze befindet sich dabei unangefochten die Harvard University. Das kommt nicht von Ungefähr, denn wichtig für das Abschneiden der Hochschulen ist der Stand der Forschung. Dafür wird ausgewertet, wie viele Artikel in renommierten internationalen Fachzeitschriften eine Hochschule im Verhältnis zur Zahl ihrer Mitarbeiter veröffentlicht hat. Dass Englisch die Wissenschaftssprache Nummer eins ist, nehmen die Macher dieses Rankings dabei wissend in kauf. Weiterhin entscheidend sind die Einschätzung der Unis durch 9386 Wissenschaftler und gut 3200 Arbeitgeber sowie das Betreuungsverhältnis wissenschaftlicher Mitarbeiter zu Studenten und die Internationalität von Dozenten und Studenten.
Ob solche Rankings sinnvoll sind oder nicht, darüber kann man sich sicher streiten. Ich persönlich hab auch eine Meinung dazu und kann die in einem Wort zusammenfassen: Schwachsinn!
Ich bleibe ja immer "up to date", was unseren "Studenten-Kollegen" Joel Tenenbaum aus den USA und dessen Gerichtsprozess gegen die Musikindustrie betrifft. Jetzt gibt es da mal wieder interessante Neuigkeiten. Nachdem der Anwalt Tenenbaums vor wenigen Wochen einen Antrag gestellt hat, dass Gerichtsverfahren doch live im Internet zu zeigen, haben die Richter diesem jetzt auch tatsächlich grünes Licht gegeben. Schließlich gehe es dabei um die "Generation Internet" und außerdem würde die Musikindustrie (RIAA) sonst ja schließlich auch immer auf Publicity hoffen. Der erste Verhandlungstag ist bei uns am Do, 22.01. um 20.00 auf http://cyber.law.harvard.edu/ zu sehen.
Wer also schon immer daran interessiert war, wie es einem denn gehen kann, wenn man zufällig beim Download von ein paar Liedern erwischt wird, der sollte sich das ganze nicht entgehen lassen.


