Kaum ein Studienanfänger kommt gerne erst mitten im Semester an einer Universität an - ohne Freunde, Wohnung und einen blassen Schimmer, wie man sich zurechtfinden soll. In diesem Semester muss das aber ca. 18.000 Studenten so ergangen sein, denn so viele Studienplätze blieben dank Einschreibechaos bis spät im Semester unbesetzt. Nicht auszurechnen, wie diese Zahl wohl ohne die Studienplatzbörse ausgesehen hätte.
Im Jahr 2004 wurde den deutschen Hochschulen mit der Möglichkeit der Direktbewerbungen mehr Eigenverantwortung bei der Auswahl ihrer Studenten eingeräumt. Die griffen aber größtenteils genau wie die ZVS auf einen Numerus Clausus zurück.
Schlimm genug, dass angehende Studenten wegen lästigen NCs in beliebten Studiengängen zahlreiche Bewerbungen abschicken müssen, um überhaupt irgendwo angenommen zu werden. Wenn die dann aber trotzdem dank Nachrückverfahren teilweise wochenlang auf gutes Wetter warten müssen, ist das schlichtweg unfair. Niemand kann den Studenten (mit Einser-Abitur) aber vorwerfen, dass sie ihre endgültige Studienplatzwahl lange abwägen und durch Doppeleinschreibungen eigentlich freie Studienplätze lange besetzen. Ganz nach dem Motto: "Wenn ich schon bezahle, darf ich auch selbst entscheiden, wo ich studiere." Andere bleiben dann eben lange auf der Strecke.
Das kann bis zu acht Nachrückverfahren nach sich ziehen - irgendwas im System muss also fürchterlich schlecht funktionieren. Sicherlich würde auch eine zentrale Vergabe für jeden Studiengang jämmerlich scheitern, deshalb versprechen Bund und Länder ab Herbst 2011 ein computergesteuertes Verfahren, das Abhilfe schaffen soll.
Es ist fragwürdig, ob ein sagenumwobenes Computerverfahren dem Chaos ein Ende bereiten kann. Aber es scheint wohl dank des begrenzten Einfallsreichtums der Hochschulen vorerst die einzige Lösung zu sein.
Die Studierenden in Baden-Württemberg müssen weiterhin für ihre Bildung bezahlen. 2007 wurden die Studiengebühren in Höhe von 500 Euro eingeführt. In der letzten Zeit gab es immer mehr Beschwerden und Proteste gegen diese Beiträge. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat jedoch entschieden, dass sie verfassungsgemäß und sozialverträglich sind. Damit wurden die Klagen gegen die Universität Karlsruhe und der Pädagogischen Hochschule in Freiburg abgelehnt.
Der Kampf gegen die Studiengebühren wird von der LAK (LandesAstenKonferenz) unterstützt. Die LAK ist der Dachverband von Studierendenvertretungen, der in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein existiert.
Wie in Baden-Württemberg muss auch in vielen anderen Bundesländern fürs Studium gezahlt werden, zu sehen bei Studis-Online. In NRW und Bayern können die Hochschulen selbst festlegen, wie hoch die Beiträge sein sollen. Höchstbetrag ist jedoch 500 Euro. Auch in Niedersachsen wird man mit 500 Euro zur Kasse gebeten. Anders ist es zum Beispiel in Berlin oder Brandenburg. Hier sind bis jetzt keine Gebühren zu zahlen und auch Hessen hat die Beiträge von 500 Euro bereits wieder abgeschafft. In anderen Bundesländern wird immer wieder heiß über dieses Thema diskutiert, bleibt abzuwarten wie es sich entwickelt.
Wie kann das sein? Noch vor wenigen Monaten wurde doch heiß darüber diskutiert, ob mit der Einführung von Studiengebühren nicht die Zahl der Studienanfänger sinken wird. Und jetzt sowas: Das statistische Bundesamt veröffentlichte letzte Woche die Zahlen zum Studienjahr 2008 und überraschenderweise gab es zuvor noch nie so viele Studienanfänger - studieren liegt also im Trend.
Der vorherige Spitzenwert aus dem Jahr 2003 wurde um ganze 2,4 Prozent übertroffen und stieg somit auf rund 386.500 „Erstis“ an. Auch die weibliche Welt der Studenten legte einen ordentlichen Vormarsch hin: Wohingegen 2003 noch 181.800 Frauen angefangen habe zu studieren, starteten 2008 5,8 Prozent mehr Frauen ins Studienleben – 192.300 also. Ihre männlichen Mitstudenten verfehlten ihren Höchstwert aus dem Jahr 2003 um 0,7 Prozent.
Eine brisante Veränderung gibt es auch in Bezug auf die Studienfächer – hier liegt die Fächergruppe Ingenieurwissenschaften ganz weit vorne: Um ganze 9,2 Prozent ist die Anzahl der Studienanfänger nach oben geklettert. Negativ-Stitzenreiter bei den Erstimmatrikulierten sind die Sprach- und Kulturwissenschaftler: Im Gegensatz zu 2003 sank die Zahl um 11,6 Prozent auf 68.000.
Außerdem bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den Hochschulen. Wohingegen Fachhochschulen einen Anstieg von 21,5 Prozent im Gegensatz zu 2003 verbuchen können, zählen Universitäten 5,4 Prozent weniger Studienanfänger als 2003.
Jetzt kann man gespannt abwarten, wie sich die Studienzahlen in diesem Jahr entwickeln werden und welche Trends wohl zu verzeichnen sind.
Oh, Fahrrad … die Zeit ohne Dich ist schrecklich … die Sehnsucht nach Dir steigt von Minute zu Minute.
Aber von vorn: Seit zwei Wochen ist es mir verwehrt, mein heißgeliebtes Fortbewegungsmittel zu benutzen, weil sich der Weg zu meiner Schaffensstätte auf fast 10 km verlängert hat. Glücklicherweise tangiert eine Buslinie direkt meine Haustür, weswegen ich mich dazu entschlossen habe, dieses öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Diese Idee missfiel mir zwar zunächst zutiefst, aber da ich kein Auto besitze, hatte ich wohl keine andere Alternative.
Die Beschaffung einer Monatskarte erwies sich allerdings als nicht so einfach wie man vielleicht meinen könnte. Zuerst versuchte ich mein Glück bei der Deutschen Bahn, da mir der gute alte Freund Internet den Fahrkartenschalter der Selbigen empfohlen hatte. Dort angekommen, versuchte man mir auf unverständliche Art und Weise zu erklären, dass es der Bahn unmöglich sei, mir hier und jetzt eine Fahrkarte auszustellen. Ein Formular von der FH sei unabkömmlich. Mit diesem solle ich dann zum Kundencenter 300m weiter gehen. Die könnten mir auf jeden Fall helfen. Zwei Tage später, mit ausgefülltem Formular bestückt, betrat ich das Kundencenter und musste mit Entsetzen feststellen, dass man mir auch dort keine einfache Monatskarte aushändigen konnte. Man empfahl mich weiter an das Padersprinterbüro in der Zentralstation, wo ich nun endlich das heiß begehrte Stück Papier entgegennehmen durfte.
Am nächsten Tag, es waren minus 20 Grad, folgte meine morgendliche Busfahrpremiere zur Arbeit. Nach 15 Minuten darben in der eisigen Kälte Paderborns vermochte ich durch die Eisschicht auf meinen Augen ein kastenförmiges Gefährt anrollen sehen. Es war vollgestopft bis an die Decke. Mist; daran hatte ich nicht gedacht … es war Schulzeit. Wenn ich das geahnt hätte …
Aber ändern konnte das nun auch nichts mehr. Da musste man jetzt durch.
Die durch die Vollheit bedingte olfaktorische und akustische Belästigung war kaum zu ertragen.
Nach einer halben Ewigkeit wurde endlich die Schulhaltestelle angefahren und der Bus leerte sich rapide auf nur noch ca. 10 Personen. Es war wie eine Erlösung als sich die Türen öffneten, frische und eisige Luft hineinströmte und die Schulkinder in die Freiheit stürmten. Viiieeel bessser.
Nach einer halben Stunde war auch meine Wenigkeit am Ziel angelangt.
Wenn ich an unsere schönen Zeiten denke, Fahrrad. Wie wir morgens immer jedem Wetter trotzten, fit und wach pünktlich dort ankamen, wo wir hinwollten. Und erst die völlige Unabhängigkeit von Fahrplänen und Verspätungen …
Wie gestern bekannt gegeben wurde, gab es eine geheime Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) über die Auswirkungen von Studiengebühren. Doch die heimlich in Auftrag gegebene Studie von Bundesministerin Annette Schavan (CDU) ist nicht mehr so geheim, denn die Deutsche Presse-Agentur (dpa) ist an die Ergebnisse der Studie gekommen und somit kursierten sie gestern in allen Medien.
Laut der Studie haben mit der Einführung der Studiengebühren allein im Jahr 2006 bis zu 18.000 junge Abiturienten kein Studium begonnen, da sie sich die teure Bildung nicht leisten können. Mittlerweile verlangen sechs Bundesländer die Studiengebühren: Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Saarland. Somit bleiben den angehenden Akademikern nur noch zehn Bundesländer, auf die sie ausweichen können, um ohne lästige Gebühren studieren zu können. Somit wollen weniger Abiturienten von dem Osten in den Westen wechseln als in den Jahren zuvor. mehr...
Und wieder wurde in Paderborn ein neuer Versuch gestartet, gegen die lästigen Studiengebühren vorzugehen. Es scheint aber beinahe so, dass sich schon fast jeder damit abgefunden hat, denn das extra eingerichtete Treuhandkonto ist ziemlich leer geblieben.
Aber nun mal von vorne: Seit Einführung der Studiengebühren vor über einem Jahr in Paderborn wurde nach mehreren nicht erfolgreichen Protesten, der Boykott an der Uni publiziert. Überall hingen Plakate, es wurden Flyer verteilt und die Verantwortlichen der Aktion machten einen Informationsabend. Doch leider ließ schon diese Veranstaltung mit einem nicht mal gefüllten Audimax erahnen, was beim späteren Ergebnis herauskommen sollte. Bei jedem Boykott-Stichtag muss ein Quorum von 4.000 Einzahlern auf das Treuhandkonto erreicht werden. Nur hierdurch kann die Abschaffung der Studiengebühren oder das Exmatrikulieren der Einzahler von ganz oben bestimmt werden.
Wie es sich nun ergab, sind die Studenten Angsthasen und trauen dem Braten "fremdes Konto", "Exmatrikulation" und so nicht, also waren es im WS 2007/2008 nur knapp 113 Mutige, die sich am Boykott beteiligt haben. Ein Jahr später im WS 2008/2009 waren es dann „nur“ noch 52. Das ist ein wirklich schlechtes Ergebnis, denn schließlich hat sich schon jeder Student mehr als ein Mal darüber aufgeregt, dass es Studiengebühren gibt und wie teuer das doch alles ist. Doch nur eine Hand voll von den am lautesten Schreienden unternimmt auch wirklich etwas dagegen. mehr...
Die Universität an sich ist ja vorrangig eine Institution der Wissensvermittlung und -gewinnung. Viele junge, dynamische und wissensdurstige Menschen namens Studenten machen sich alltäglich auf den Weg dort hin, um ihr Wissen zu erweitern. Dies geschieht dann hauptsächlich durch den Einsatz von Seminaren und Vorlesungen. In diesen Vorlesungen wiederum tritt schließlich das Hauptorgan der Wissensvermittlung in Aktion: der Dozent, oder wenn vorhanden, mit Titel: der Professor.
Der Professor an sich muss ja ein sehr gebildeter Mensch sein. Zumindest in seinem Fachgebiet. Und manchmal könnte man denken, auch nur dort. Denn wie so manch ein Dozent mit der Wissensvermittlung umgeht ist doch fraglich. Da gibt es verschiedene Arten der Ausprägung: Den Typen, der bemüht ist, ein Minimum an Arbeitsaufwand in den Kurs zu stecken. Referate sind ihm deshalb sehr willkommen. Und nicht nur das, sie füllen die ganze Vorlesungszeit aus, unbeachtet der Tatsache, dass die Hälfte der Studenten auf den Tischen liegt und schläft und der Rest nicht versteht, was die Referenten vortragen, was wohl daran liegt, dass die Referenten selber nicht wissen, wovon sie reden. mehr...
"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" Heute habe ich wieder einen Artikel über Hochschulrankings gelesen. Natürlich interessiert mich das, und solche Rankings haben sicherlich auch ihre Berechtigung. Die Ausstattung einer Hochschule, die Betreuungsquote (Professor zu Studierenden) und der Ruf sind sicherlich ganz wichtig. Die Frage ist nur: „Wichtig für wen?“ Für die künftigen und aktuellen Studierenden, die Personaler der Unternehmen oder für die Hochschulen? mehr...


